Der Umhang mit polizeilichen Fehlverhalten in Deutschland ist ein Skandal

Nehmen wir ein einfaches Beispiel:

Die Studenten A und B wohnen in einer WG. A wird verdächtig im Rahmen einer Demonstration Straftaten begeistern zu haben und es erfolgt eine Durchsuchung auf richterlichen Beschluss. Dieser Beschluss gilt für die Räumlichkeiten des A und die gemeinsam genutzten Räume. Ein Polizist betritt das Zimmer von B und von diesem ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Beschluss für diesen Raum nicht gilt.
Die Durchsuchung des Raumes also offensichtlich rechtswidrig ist. Abgesehen davon, dass B nun wahrscheinlich ziemlich unverhohlen mit, zur Durchsetzung einer rechtswidrigen Maßnahme ebenfalls rechtswidrigem, unmittelbarem Zwang, also schlichter körperlicher Gewalt gedroht wird, wird dieser Hinweis sehr wahrscheinlich auch keinerlei Auswirkungen auf das Verhalten des Beamten haben. Frei nach dem Motto „Sie können ja klagen, wenn es ihnen nicht passt“.
Nehmen wir an, dass Laptop, Tablet und Smartphone des B beschlagnahmt werden.
B entsteht durch diese Durchsuchung also ein konkreter Schaden, er wird in seinem Studium erheblich behindert.

Jetzt klagt B gegen diese so offensichtlich rechtswidrige Durchsuchung und Beschlagnahme seines Eigentums. Die Konsequenz ist, dass er einen Zettel bekommt, auf dem steht, dass die polizeilichen Maßnahmen gegen ihn rechtswidrig waren. Mit diesem Zettel kann sich B den Arsch abwischen. Konsequenzen für die Täter folgen daraus nämlich nicht. Dieser Umgang mit polizeilichem Fehlverhalten ist geradezu eine Aufforderung an Polizisten, die Grenzen ihrer Befugnisse kreativ zu interpretieren und im Zweifelsfall eher zu überschreiten, als vermeintliche Möglichkeiten ungenutzt zu lassen.

In anderen Ländern klappt das übrigens besser.
Wäre das oben Geschilderte im richtigen US-Bundesstaat passiert würde B nicht nur die Kosten des Studiums, für die Zeit in der er nicht studieren konnte und den Lohnausfall für späteren Berufseinstieg ersetzt bekommen, sondern hätte auch sehr gute Chancen auf ein erhebliches Schmerzensgeld wegen der psychischen Belastung und der Verletzung seiner Bürgerrechte.
Davon abgesehen dürfte die verantwortliche Behörde sich auf sechs- bis siebenstelligen punitiven Schadensersatz einstellen, also ein gerichtlich angeordnetes „ihr zahlt ihm das auch noch, damit ihr lernt euch an Regeln zu halten“.
Die Täter wären wahrscheinlich keine Polizisten mehr.

Das deutsche Rechtssystem hat hier eine erhebliche Schutzlücke.

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u/TridentII_SLBM — 20 hours ago

Ein großer Teil der „Gewalt gegen Einsatzkräfte“ basiert darauf, dass sich Kollegen wie Arsch benehmen

Ich kann auf etwa zwei Jahrzehnte in Rettungsdienst und Notaufnahmen zurückblicken und musste dabei immer wieder feststellen, wie ungleich doch die „Gewalt“-Vorfälle verteilt sind. Unter gleichen Bedingungen sind manche Kollegen sehr selten betroffen - ja es gibt für uns kaum vermeidbare Übergriffe- und andere sind regelmäßig betroffen und haben kaum ein anderes Thema. Man braucht nur ein Bisschen Berufserfahrung und ein Wenig Menschenkenntnis, um nach dem Kaffee bei der Übergabe relativ sicher abschätzen zu können, wer regelmäßig betroffen ist. Meist beruht die Eskalation auf einem einfachen Rezept, das Menschen, die auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen oder ihnen ausgeliefert sind, ziemlich zuverlässig zum Ausrasten zu bringt:

Schritt 1: Führe dem Anderen vor Augen, dass er auf seine Hilfe angewiesen bzw. die ausgeliefert ist. Schritt2: Stelle klar, dass du gewillt bist der sich daraus ergebenden Verantwortung mit absoluter Willkür zu begegnen.

Es ist die Krankenschwester, die demonstrativ rauchen geht, während die Patientin auf ihr Schmerzmittel wartet. Es ist der Notfallsanitäter, der die überforderte Angehörige wegen einer vermeintlichen Lappalie zusammenstaucht, statt nach Möglichkeiten zu suchen das Leid des Pat. zu lindern. Es ist die Polizistin, die schon bei der Begrüßung durch penetrantes Dutzen klarstellt, dass Regeln, zumindest in ihrer Wahrnehmung, nur für andere gelten.

Es gibt sogar eigene Worte für diese Leute: Im Krankenhaus nennt man sie mitunter Schwester Rabiata, im Rettungsdienst heißen sie Rettungsrambos und bei der Polizei gibt es einen halboffiziellen Fachbegriff für das Problem: Widerstandsbeamte.

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u/TridentII_SLBM — 22 days ago

Lesen, lernen, bilden

Über körperliches Training wird oft und viel gesprochen und genau deshalb soll es hier nicht Thema sein.

Was macht ihr für euren Geist, Intellekt und euer Verständnis von der welt? Wie viel und was lest ihr? Was lernt ihr gerade? Wie nutzt ihr soziale Medien (bspw. YouTube) in dieser Richtung?

Ich fange gleich mal an:

Ich lese aktuell „Täterin - Gewalt- und Sexualstrafaten von Frauen“ von Dr. med. Sigrun Roßmanith. Die letzten Bücher davor waren „Bückbürgertum“ von Ulf Poschardt und „Mein Huren-Manifest: Inside Sex Business“ von Undine de Rivière.

Lernen: Aktuell für Prüfungen Makroökonomie und Wirtschaftsprivatrecht. Nebenbei Italienisch mit Babbel.

Soziale Medien: Vor allem YouTube. Es gibt eine Vielzahl großartiger Kanäle, vor allem im Bereich Geschichte. SandRhoman Geschichte SandRhoman History Yarnhub Kyle Hill (die Reihe: Half Life History) Militär und Geschichte mit Torsten Heinrich The Fat Electrician Kraut (empfehlenswert: Why Norman Chomsky is Garbage)

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u/TridentII_SLBM — 2 months ago