u/Waschbr

Haiti, wie kann ein Land so tief fallen? Und was macht das über Generationen mit Menschen?

Ich habe in den letzten Tagen mehrere Dokus des öffentlich-rechtlichen Rundfunks über Haiti gesehen und bin ehrlich gesagt fassungslos. Gewalt aller Art ist Alltag, regiert wird faktisch von Banden, staatliche Strukturen existieren kaum noch.

Das wirft bei mir ein paar Fragen auf, über die ich gerne diskutieren würde:

Ist das der Zustand, auf den die Menschheit zurückfällt, wenn es hart auf hart kommt? Also wenn der Rechtsstaat wegbricht, landen wir dann alle in so einem Zustand?

Macht es etwas mit einer Gesellschaft, wenn über Generationen das Prinzip „der Stärkere gewinnt" gelebt wird? Prägt ggf. sogar den Genpool? Werden kaltblütige, rücksichtslose Menschen in so einem Umfeld bevorzugt selektiert, weil sie eher überleben und sich (erzwungen) fortpflanzen?

Ist am Ende doch jeder Mensch nur auf sich selbst bezogen, wenn es drauf ankommt?

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u/Waschbr — 4 days ago

Das Tierheim schuldet dir nichts dafür, dass du so ein krasser Tierfreund bist der "Tiere retten will"

Ich habe in 15 Jahren durch vier Umzüge in vier verschiedenen Städten in Tierheimen mitgeholfen. Und ständig war man mit den immer gleichen Kommentaren in Berührung, dass das Tierheim (oder gleich alle Tierheime) keine Tiere ausgeben würde. Persönlich, weil man irgendjemand kennt, der das angeblich mal erlebt hat und noch viel, viel, viel mehr im halb-anonymen Internet, also Facebook, Google Maps und inzwischen eben auch ständig hier auf Reddit.

Versteht mich nicht falsch: Natürlich gibt es bei Tierheimen, wie bei allem auf der Welt, auch nicht vorbildhafte Einrichtungen. Aber basierend auf meinem nicht gerade kleinen Netzwerk in dem Bereich würde ich behaupten, dass das nicht die Mehrheit ist. Und die, die ich aus erster Hand kenne, werden trotzdem ohne Ende mit schlechten Kommentaren belästigt. Deshalb mal Klischee für Klischee.

"Tierheime wollen Tiere nicht vermitteln, weil sie sonst kein Geld bekommen." Nein. Tierheime bekommen kein Geld dafür, Tiere zu behalten, im Gegenteil. Die meisten Heime werden von gemeinnützigen Vereinen betrieben und finanzieren sich über Spenden, Mitgliedsbeiträge und die sogenannte Fundtierpauschale, die die Kommunen für Fundtiere zahlen - und die deckt fast nie die tatsächlichen Kosten für Futter, Tierarzt, Personal, Strom und Miete. Jeder Tag, an dem ein Tier länger im Heim sitzt, kostet das Heim Geld, nicht andersrum. Auch die Schutzgebühr bei der Vermittlung deckt typischerweise nur einen Bruchteil dessen, was vorher in Kastration, Impfungen, Chip und ggf. Behandlung geflossen ist. Wirtschaftlich gesehen will jedes Heim Tiere so schnell wie möglich gut vermitteln.

"Tierheime behaupten immer, alle Tiere seien angeblich schon vermittelt." Das ist ein Jain-Fall. In der Regel haben Tierheime einen recht hohen Bestand an vermittlungsunfähigen Tieren, die durch aggressives Verhalten oder durch Enteignung beim Tierheim gelandet sind, aus diversen Gründen absolut nicht allein bleiben können oder enorme Tierarztrechnungen verursachen. Die sitzen oft mehrere Jahre, teils sogar ein Jahrzehnt im Tierheim, weil sich kaum ein geeigneter Halter findet. Und wenn doch, ist die Rückläuferquote hoch. Pflegeleichte Tiere landen dagegen super selten im Tierheim, und wenn doch, gibt es häufig eine Warteliste, die greift und dann sind sie glücklicherweise auch schnell wieder weg. Was draußen ankommt, ist also: "Bei euch krieg ich kein Tier." Stimmt aus Sicht des Adoptionsinteressenten, sagt aber nichts über die Vermittlungsbereitschaft des Heims.

"Tierheime vermitteln Katzen nur zu zweit oder zu dritt." Stimmt häufig, nicht immer, entspricht halt dem gelebten Standard im Tierschutz. Es gibt Tierheime, die das anders handhaben. Und jedes Tierheim kennt auch Katzen, die sich nur für die Einzelhaltung eignen, bedingt durch Krankheit oder Wesen, und die werden entsprechend auch so ausgeschrieben. Wer aber eine gesunde junge Wohnungskatze alleine will, kriegt oft ein Nein, weil das meistens für das Tier besser wäre, einen Artgenossen an der Seite zu haben.

"Tierheime diskriminieren Transpersonen." Es tut mir furchtbar leid, aber wenn ein Tier schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht hat, kann man dem Tier nicht erklären, dass du dich gerade in die andere Richtung umstellst. Tiere nehmen Geschlecht anders wahr, insbesondere über Gerüche, aber auch über Statur und Stimme. Das ist im Einzelfall keine Diskriminierung, sondern der Eindruck von dem jeweiligem Tier. Klar gibt es auch Mitarbeiter, die das taktlos kommunizieren, aber die Aussage an sich ist nicht automatisch transphob.

"Das Tierheim will viel zu viel über mich wissen." Ich glaube, kein Mensch kann länger als ein paar Monate beim Tierheim arbeiten oder helfen, ohne in Teilen den Glauben an das Gute im Menschen zu verlieren. Da tun sich Abgründe auf, die will ich hier nicht ausführen. Aber sie sind hochgradig traumatisch, insbesondere für die Tiere, die das durchstehen mussten, und auch für die Mitarbeiter, die diese Tiere über eine halbe Ewigkeit wieder dazu bringen, Menschen zu vertrauen. Dass man da eine Vorsichtshaltung einnimmt, sollte einleuchten.

"Ich wäre das absolut ideale Zuhause für Tier XY, aber das Tierheim gibt es mir nicht." Der absolute Klassiker bei Facebook- und Google-Rezensionen. Und meistens kann man den Post sogar einem konkreten Fall zuordnen und weiß ganz genau, warum es nicht geklappt hat. Die Person hat nämlich selber schon mehrfach Tiere genau bei diesem Heim abgegeben. Oder hat es nicht mit dem Vermieter geklärt. Oder denkt, ein Sittich in einem Kompaktkäfig sei artgerechte Haltung statt einer Voliere. Oder hat keine Antwort auf die Frage, wer das Tier im Krankheitsfall, Urlaub oder Notfall betreut. Oder will als blutiger Anfänger ohne jede Hundeerfahrung direkt einen Angsthund mit Beißvorgeschichte, weil der so süß aussieht. Oder arbeitet 9 Stunden außer Haus und versteht nicht, warum der junge Hund nicht alleinbleiben können soll. Oder hat drei Kleinkinder und möchte den traumatisierten Kater, den man nicht ohne Ofenhandschuh anpacken will. Oder hat in der Vorgeschichte sechs Katzen "weil weggelaufen" verloren. Oder hat schlicht im Vorgespräch über wesentliche Dinge gelogen, was Tierheime durch eine Vorkontrolle häufiger mitkriegen, als man denkt. Nur weil du denkst, du passt zum Tier, ist das noch lange nicht die Realität und die Mitarbeiter beim Tierheim, die jeden Tag damit zu tun haben, können das in 90 % der Fälle deutlich besser einschätzen als du selbst.

"Weil das Tierheim mir kein Tier geben wollte, musste ich halt zum Züchter." Sorry, aber damit outest du dich nicht als Tierschützer, sondern als Tierhalter zum Selbstzweck. Selbst wenn es über Tierheime im 100-km-Umkreis wirklich gar nicht geht (was ich stark bezweifle): Es gibt so viele andere Wege. Hunde/Katzen, die übers Internet aus privatem Vorbesitz neu vermittelt werden. Pflegestellen, die mit seriösem Auslandstierschutz arbeiten. Diverse Notvermittlungs-Gruppen. Tierschutzvereine ohne eigenes Heim. Und so weiter. Der Sprung vom Tierheim zum Züchter ist keine Notlösung, das ist eine egoistische Entscheidung. Mach dein Ding, aber tu nicht so, als hättest du keine andere Wahl.

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u/Waschbr — 6 days ago

Empfehlung für MBA Studium?

Nach meinem nebenberuflichen Master möchte ich mich gerne weiterquälen weiterbilden und einen MBA dran hängen. Wichtig ist mir hohe Flexibilität. Könnt ihr Anbieter empfehlen?

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u/Waschbr — 11 days ago

Wie wird man eigentlich Furry?

Mein Bruder (Mitte 30) ist Furry.

Er war schon immer am PC, wenn er nur konnte, mit VRChat und der Furry-Szene ist das nochmal mehr geworden. Freizeit außerhalb der VR Brille gibt es eigentlich nur bei Furry Treffen. Er arbeitet Vollzeit, zahlt aber keine Miete, weil er bei den Eltern wohnt, und gibt quasi sein ganzes Geld in dieses Hobby. Die Kostüme trägt er z.B. auch manchmal bei Familienfeiern.

Das ist erstmal recht harmlos, aber ich weiß, dass sein Partner (offene Beziehung) das total sexualisiert. Er wohnt etwa die Hälfte des Jahres bei ihm im Kinderzimmer. Ich habe mal über seinen Steam-Account auf seinen Twitter-Link geklickt und gesehen, dass er täglich, z.T. mehrmals, sexualisierte Furry-Sachen postet. Er ist übergewichtig, und das ist auch ein großer Teil der Posts (dass er andere Furrys isst oder zerquetscht, aber eben sexuell). Das macht es für mich dann doch eher unangenehm, wenn dieselben Kostüme bei Familienfeiern getragen werden, wo viele (kleine) Kinder sind, auch wenn die natürlich nicht die Assoziation haben wie ich.

Ich würde das jedenfalls gerne besser verstehen: Wie wird man zum Furry?

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u/Waschbr — 11 days ago

Hallo, ich bin 30 und quasi seit 10 Jahren Führungskraft. Bereits als Werkstudent bin ich vertretend in die Rolle gerutscht und habe dann noch bei zwei anderen Unternehmen auch jeweils eine Führungsrolle erfüllt.
Ich bekomme gutes Feedback, aber ich weiß auch woher das kommt. Es kommt von den 50-60~ Stunden Wochen die ich seit 10 Jahren machen, den fachlichen und führungs bezogenen Podcasts und Bücher die ich in meiner "Freizeit" konsumiere.

Und all das möchte ich nicht mehr. Ich bin nicht im burn-out aber ich bin dauer müde. Habe seit Jahren keinen Film mehr an einem Stück geguckt oder Treffen mit Freunden/Familie genossen, weil irgendwie immer Arbeit in meinem Kopf war.

Ich möchte daher weg davon. Weg von der Verantwortung, dem Leistungsdruck und hin zu ~30 Stunden Woche mit richtigen Feierabend. Aber als was? Ich habe außer führen nie was gemacht. Mein 1.0 Informatik Bachelor ist 10 Jahre alt und ich habe nie richtig fachlich in der IT gearbeitet. Habt ihr irgendeine Idee was ich machen könnte?

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u/Waschbr — 16 days ago

Hallo,
ich bin 30 und quasi seit 10 Jahren Führungskraft. Bereits als Werkstudent bin ich vertretend in die Rolle gerutscht und habe dann noch bei zwei anderen Unternehmen auch jeweils eine Führungsrolle erfüllt.
Ich bekomme gutes Feedback, aber ich weiß auch woher das kommt. Es kommt von den 50-60~ Stunden Wochen die ich seit 10 Jahren machen, den fachlichen und führungs bezogenen Podcasts und Bücher die ich in meiner "Freizeit" konsumiere.

Und all das möchte ich nicht mehr. Ich bin nicht im burn-out aber ich bin dauer müde. Habe seit Jahren keinen Film mehr an einem Stück geguckt oder Treffen mit Freunden/Familie genossen, weil irgendwie immer Arbeit in meinem Kopf war.

Ich möchte daher weg davon. Weg von der Verantwortung, dem Leistungsdruck und hin zu ~30 Stunden Woche mit richtigen Feierabend. Aber als was? Ich habe außer führen nie was gemacht. Mein 1.0 Informatik Bachelor ist 10 Jahre alt und ich habe nie richtig fachlich in der IT gearbeitet. Habt ihr irgendeine Idee was ich machen könnte?

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u/Waschbr — 16 days ago

Hallo, ich bin 30 und quasi seit 10 Jahren Führungskraft. Bereits als Werkstudent bin ich vertretend in die Rolle gerutscht und habe dann noch bei zwei anderen Unternehmen auch jeweils eine Führungsrolle erfüllt.
Ich bekomme gutes Feedback, aber ich weiß auch woher das kommt. Es kommt von den 50-60~ Stunden Wochen die ich seit 10 Jahren machen, den fachlichen und führungs bezogenen Podcasts und Bücher die ich in meiner "Freizeit" konsumiere.

Und all das möchte ich nicht mehr. Ich bin nicht im burn-out aber ich bin dauer müde. Habe seit Jahren keinen Film mehr an einem Stück geguckt oder Treffen mit Freunden/Familie genossen, weil irgendwie immer Arbeit in meinem Kopf war.

Ich möchte daher weg davon. Weg von der Verantwortung, dem Leistungsdruck und hin zu ~30 Stunden Woche mit richtigen Feierabend. Aber als was? Ich habe außer führen nie was gemacht. Mein 1.0 Informatik Bachelor ist 10 Jahre alt und ich habe nie richtig fachlich in der IT gearbeitet. Habt ihr irgendeine Idee was ich machen könnte?

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u/Waschbr — 16 days ago