Frage zum Widerspruch in der Betrachtung der RUS-UA und Palästina-Israel Konflikte.
Ich habe meine Antwort: Es funktioniert indem man den Ukrainern einfach ihren Opferstatus abspricht und die Taten Russlands leugnet. Ich hatte echt gehofft es wäre was anderes gewesen.
Eddit: ich brauche nicht die 10te Erklärung dass man in einem Fall solidarisch mit einer Gruppe ist die an einem Ethnostaat leidet und das andere ein Staat ist. Offensichtlich ist die Ukraine bereits ein Staat, der sich mit staatlichen Mitteln wehrt und Palästiner noch nicht und die Hamas eine Terrororganisation, die sich mit den Mitteln einer Terrororganisation die teilweise staatliche Autorität besitzt betätigt. Aber es kann ja kaum das Argument sein dass die Palästinenser in der Sekunde ihre Unterstützung für ihren Staat verlieren in der sie ihn haben, oder die Ukrainer ihren erst verlieren müssen damit sie sich dann ohne die Mittel eines Staats dran machen können ihn für sich wiederzuerkämpfen. Dann müsste Israel nur die Staatsgründung Palästiner zulassen und könnte auf diesen dann mit voller Gewalt drauf und Wehe der Staat geführt von wem auch immer würde seine Bürger dann mit den Mitteln eines Staats zwingen sich gegen Israel zu wehren. Auch gilt: Wenn Israel ein Ethnostaat ist so ist es Russland auch. Die Ukraine zwingt teilweise ihre Bürger zum Kampf aber das tut die Hamas ebenfalls. Wenn Isreal eine Genozid durchführt so tut es Russland aber erwiesenermaßen ebenfalls. Diese Argumentation ist nur eine die das Leid der einen Partei nicht anerkennen will und keine logische Erklärung für die Differenzierung.
Ich verstehe mich als am Kommunismus interessiert, aber nicht als Kommunist, das vorweg.
Ich habe zu beiden Konflikten eine eigene Auffassung, aber ich kann durchaus nachvollziehen wenn jemand in einem in sich schlüssigen Weltbild zu anderen Auffassung kommt. Das heißt nicht dass ich die dann gut oder clever finde, aber das ist was anderes. Was ich nicht verstehe ist wenn man in seinem eigenen Weltbild so komplett inkonsisten ist.
Ich möchte kurz meine Wahrnehmung, ohne eine Wertung der Position beschreiben.
Im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern wird den Palästinensern zugestanden sich mit äußerster Gewalt gegen die Besatzungsmacht zu wehren. Es finden sich besonders in Subs wie diesem Menschen die wirklich jede Tat rechtfertigen und (wie vor ein paar Stunden) sogar den Versuch sich dagegen zu wehren kriminalisieren. Die äußerst Islamistische Hamas, ihre Unterdrückung der Zivilbevölkerung und ihr religiöser Fanatismus werden als legitime Gegenwehr angesehen oder eben als "einzige existierende" Gegenwehr legitimiert. Die tausenden Toten und auch jeder weitere wird mit dem Ziel eines freien Palästiner gerechtfertigt. Der offene Nationalismus wird Befreiung Nationalismus genannt und als solcher von der Kritik an Nationalstaaten den es hier sonst gibt ausgespart.
Aber die gleichen Menschen verlangen von der Ukraine ihr Gebiet aufzugeben damit doch nur das sterben endet. Sie gestehen den Ukrainern nicht zu für ihren Nationalstaat zu verteidigen, sondern behaupten man würde ausschließlich für die Regierung und Kapitalinteressen kämpfen. Man führt Asow in die Argumentation weil sie zumindest mal Nazis waren. Hier gilt nicht dass es eben ein Widerstand gegen Besetzer ist (2014 Abspaltung Luhansk und Donezk + Annektion Krim). Wir wissen was in der Ukraine in besetzten Gebieten mit der Bevölkerung passiert und wir wissen um den Rassismus zwischen Groß-, Klein- und Belarusen.
Man erwartet dass die Ukrainer sich wieder in die Besatzung und Unterdrückung begeben aus der man den Palästinensern in der eigenen Wahrnehmung helfen will.
Der einzige wirkliche Unterschied ist doch dass die Ukrainer ihren Nationalstaat schon in den 90er Jahren bekommen haben und die Palästinensern ihn noch wollen.
Wieso diese Ungleichbehandlung? Was genau habe ich übersehen dass einem gleichzeitig beide Positionen einnehmen lässt ohne an der eigenen Inkonsequentz zu verzweifeln?