

Morgens & mittags im Parlament die Machtübernahme der FPÖ vorantreiben, abends mit den Kameraden den Nahkampf trainieren und nachts Menschen überfallen? Es gilt natürlich die Unschuldsvermutung.
Das ist der Keller der Identitären im 5. Wiener Gemeindebezirk. Dieser wurde von LPD Wien und "Gruppe Sofortmaßnahmen" geprüft. Auslöser waren zahlreiche Beschwerden von Anrainern wegen Lärm, Menschenansammlungen und Hinweisen auf illegale Boxkämpfe. Vor Ort wurden unter anderem Gitter gefunden, die laut Behörden vermutlich für einen Boxkäfig verwendet wurden.
Der Keller gilt seit Jahren als Treffpunkt der Identitären. Dort finden laut Recherchen Clubabende, Boxtrainings, Vorträge und die Vorbereitung von Aufmärschen statt. Besonders brisant: Erst vor wenigen Wochen kam es direkt vor dem Lokal zu einem gewalttätigen Übergriff. Ein Journalist, der sich für eine Recherche eingeschleust hatte, berichtet, dass Teilnehmer im Keller von einer Prügelei vor der Tür erzählt hätten. Laut seiner Darstellung soll Identitären-Sprecher Yannick Wagemann anschließend gesagt haben: "Ich sage dir, was passiert ist: Nichts ist passiert." Währenddessen soll Martin Sellner den Keller verschlossen haben.
Die Anrainer berichten seit Jahren von Einschüchterungen, regelmäßigen Polizeieinsätzen und einer massiven Belastung durch das Lokal. Trotzdem waren die rechtlichen Möglichkeiten bisher offenbar begrenzt.
Was mich ehrlich wundert: Warum ist dieser Keller seit Jahren ein bekannter Treffpunkt der rechtsextremen Szene und erst jetzt kommt es zu einer größeren Kontrolle? Es wurden nun schon mutmaßlich mehrere Menschen von Identitären verletzt, die dort trainiert haben.
Quellen:
- https://steiermark.orf.at/stories/3361297/
- https://www.derstandard.at/story/3000000329472/polizei-und-wiener-behoerden-rueckten-nach-vielen-beschwerden-in-identitaeren-keller-ein
- https://dunkelkammer.simplecast.com/episodes/347-die-identitaren-1-von-der-uni-in-martin-sellners-keller