Dissoziation in der Therapie (KPTBS)?
Hello hello,
Habe vor kurzem meine Therapeutin gewechselt, weil ich spezifisch nach einer Traumatherapeutin gesucht habe, die EMDR anbietet. Vorher war zur Stabilisierung, damit ich nicht ganz ohne dastehe :)
Weiß nicht ob es blöd klingt, was ich schreibe, aber… irgendwie sind beide Therapeutinnen sehr konträr, meine alte Therapeutin habe ich als sehr warmherzig und mitfühlend empfunden, sie hat mich ständig validiert, wenn mir Sachen unangenehm waren auszusprechen bzw. sie gemerkt hat, dass ich mich geschämt habe, hat sie gesagt „das ist doch auch verständlich bei ihrem Hintergrund (Trauma) oder? Sie hat mir das Gefühl gegeben, dass ich alles erzählen konnte ohne dass sie wertet. Als wir über Traumainhalte gesprochen haben, ist sie auch eher auf die emotionale Ebene gegangen und war validierend wie „das muss schwer für sie gewesen sein“ oder dass sie es mutig fand, das auszusprechen. Oft war auch das Benennen von Emotionen und wo ich das im Körper spüre ein Thema. Also wie ihr seht, es war sehr emotionsbasiert. Aber es hat die Basis dafür geschaffen, dass ich überhaupt mit ihr darüber reden konnte/ mich öffnen konnte, weil ich mich verstanden und gesehen gefühlt habe. Sie hat oft Emotionen gespiegelt, also z.B. traurig/ mitfühlend geschaut, sodass ich meine eigene Trauer auch spüren konnte etc.
Ich weiß es wäre ein unfairer Vergleich mit meiner neuen Therapeutin, weil wir uns ja erst seit kurzem kennen. Mir ist aber aufgefallen, dass sie sehr sachlich ist. Ich würde nicht sagen, dass sie unemphatisch ist, aber sie sie arbeitet eben gefühlt recht wenig validierend/ auf emotionaler Ebene. Also wenn ich ihr etwas erzähle von traumainhalten, fragt sie zwar nach/ stellt weitere Fragen aber eben eher sachlich/ eher infosammlungsmäßig. Irgendwie habe ich das Gefühl dieses Netz, welches ich bei meiner alten Therapeutin hatte, fällt weg. Habe auch generell ein Problem mit Autoritätspersonen (dass diese starke Angst in mir auslösen), aber habe zb auch eher das Gefühl gute Antworten geben zu müssen bzw hat es irgendwas wertendes wenn ich z.B. mal sage „ich weiß es nicht“, aber das kann auch gut an mir liegen.
Letzte Stunde bin ich dann dissoziiert. Ich war schon vor der Stunde nicht ganz im hier und jetzt, aber es wurde dann immer stärker und als sie dann rückgemeldet hat, dass es heute schwer sei in Kontakt zu treten mit mir, dass ich nicht ganz da sei, war es dann vorbei. Hatte mich zeitweise richtig an meinen Armen festgekrallt. Aus Angst vor ihr/ fehlendem Sicherheitsgefühl, I don’t know. Wie geht ihr mit Dissoziation in der Therapie um? Habe das Gefühl wir hätten das besser managen können/ sie schien auch etwas ratlos, obwohl sie sich mit Dissoziation auskennt eigentlich. Wie ist es bei euch in der Therapie so bezüglich Emotions/sachebene?
Liebe Grüße
Sorry für den langen Text und danke an alle, die ihn durchgelesen haben.