39J | 40h | Lead ML Engineer | Stkl. 4

39J | 40h | Lead ML Engineer | Stkl. 4

  • Grundgehalt: 125k
  • Bonus: max. 10% + 5-20% in Aktien
  • Full-Remote
  • Chaos-Firma, mit viel Risiko
  • Tätigkeiten: ML Systeme aufbauen und betreiben (auch operativ mit Bereitschaft)
  • Urlaub: 30 Tage
  • Berufserfahrung: 15 Jahre
  • Ausbildung: Master Informatik

Ich bin grundsätzlich zufrieden. Die Firma macht gerade eine harte Zeit durch und damit ist mein Job auch nicht sicher, aber das ist auch der Preis für das gute Gehalt und die ansonsten relativ entspannte Arbeitsumgebung mit fähigen Kollegen und sehr international. Wie ihr euch denken könnt, ist es keine deutsche Firma.

Und ja ich weiß ich könnte viel Geld mit der PKV sparen, aber ich verachte das zwei Klassen System...

Ich hab mal meine erste Lohnabbrechnung herausgesucht: Brutto 1750€ bei 40h im Jahr 2008 (vor dem Studium)

u/rofolo_189 — 7 days ago
▲ 843 r/Finanzen

Warum "Zeug" so billig ist und du dich trotzdem nicht reicht fühlst

Ein Akkuschrauber kostet beim Lidl praktisch so viel wie ein Döner in München. Ein 55-Zoll-TV kostet dich 19,5 Arbeitsstunden, 1960 waren es 347. Klingt nach Wohlstandswunder, aber warum fühlt sich alles so teuer an?

Wir rechnen mal anders: Nicht "wie viel Zeug kauft meine Arbeitsstunde", sondern "wie viel Arbeitszeit anderer Menschen kauft meine Arbeitsstunde". -> plötzlich kippt die ganze Geschichte.

Die Rechnung:

Im Fernseher von 1960 steckten 100+ Stunden Montagearbeit, du hast 347 dafür gezahlt. Verhältnis ~3:1. Im Fernseher von heute stecken noch 5-10 Stunden Arbeit, größtenteils in Vietnam für 3-8 €/h. Du zahlst 19,5 Stunden. Verhältnis: immer noch ~3:1. Das Tauschverhältnis deiner Lebenszeit gegen fremde Lebenszeit hat sich in 65 Jahren praktisch nicht verbessert, ersmal nicht überraschend, wir sind eben besser geworden. Das spannende daran ist aber, dass diese Arbeitszeit damals in Deuschland erbracht wurde und heute in Südostasien, also viel billger ist, nur bekommst du davon nicht viel ab.

Du kriegst nun mehr Zeug, weil weniger Arbeit drinsteckt. Das ist Produktivitätfortschritt, nur warum ist das Verhältnis nur so gering, immerhin ist die Arbeitszeit drastisch gefallen? Wer bekommt den Rest?

Der Gegenbeweis steht auf jeder Handwerkerrechnung: Sobald du Zeit von jemandem kaufen willst, der HIER lebt, bist du bei 3:1. Deine Nettostunde kauft eine halbe Stunde deutscher Durchschnittsarbeit. Das Verhältnis ist wesentlich schlechter als früher. Deshalb sind Handwerker, Kita, Pflege, Physio, Restaurant "unbezahlbar", nicht weil die gierig sind, sondern weil da keine Arbitrage geht und auf lokaler Arbeit die Abgaben gewaltig sind: 40% Abzüge bei dir, 20% Arbeitgeberanteil beim anderen, 19% MwSt. obendrauf etc. Der Ökonom Baumol hat das schon 1967 beschrieben ("Kostenkrankheit"): Alles, was aus menschlicher Zeit besteht, wird relativ immer teurer. Bildung seit 1990: +50% über der Inflation. Friseur: +20%. Gesundheit: +15%. Fernseher: -80%.

Und wohin gingen die Produktivitätsgewinne? Seit 1979: Produktivität +60%, Medianlohn +16%. Die Margen der Unternehmen haben sich dagegen massiv verbessert. Die Gewinne sind nicht weg, die wurden im Kapital akkumuliert (Vermögensschere). Wir haben uns den Fortschritt also wegenehmen lassen.

Genau das passiert gerade nochmal. Mit KI. Nur größer.

KI kann erstmals das automatisieren, was bisher nicht automatisierbar war: den Verwaltungswahnsinn, Diagnostik, Beratung, Bildung. KI könnte die Kostenkrankheit tatsächlich teilweise heilen, das wäre der erste echte Produktivitätsfortschritt bei seit Jahrzehnten. Das wäre ein Segen!

ABER: Wenn die KI-Gewinne so verteilt werden wie die Fabrik-Gewinne seit 1980 (60% ans Kapital) konzentriert bei einer Handvoll Plattformen, dann kriegen wir Industrialisierung 2.0: kostenlose KI-Unterhaltung und Gratis-Chatbots für alle, während der Heimplatz unbezahlbar bleibt. Gleichzeitig erodiert die Beitragsbasis des Sozialstaats, weil der sich fast nur aus menschlicher Arbeit finanzier, die KI gerade ersetzt -> Mehr Abgaben.

Die Weiche ist dieselbe wie zuvor. Nur wissen wir diesmal vorher, wie es ausgeht, wenn man sie falsch stellt.

Was "richtig stellen" konkret hieße:

  • KI-/Kapitalgewinne in die Finanzierung des Sozialstaats einbeziehen, statt alles auf den Faktor Arbeit zu laden
  • Bodenrediten besteuern (der Boden saugt sonst jede Produktivitätsdividende auf, der Dönerladen zahlt seine Innenstadtmiete auch, wenn die KI die Buchhaltung macht)
  • Die Overhead-Dividende erzwingen: weniger Bürokratie muss in mehr Behandlungszeit münden, nicht in größere Margen
  • Erben und Kapital renditen besteuern statt Arbeitseinkommen

Nichts davon ist antikapitalistisch, im Gegenteil es schreit mehr Kapitalismus. Es geht nicht darum, ob Kapital eine Rendite verdient (für echte Investitionen: ja!). Es geht darum, dass Landbesitzer, Monopolisten und Erben sich als "Leistungsträger" tarnen, während der Medianverdiener in den Metropolen die Reproduktion seines eigenen Lebens, Wohnen, Kinder, Pflege der Eltern, aus Arbeit nicht mehr finanzieren kann.

Wir stehen vor der zweiten großen Produktivitätswelle. Die erste haben wir uns in Schund auszahlen lassen. Wenn wir die zweite genauso verteilen, haben wir bald die perfekte Absurdität: eine Zivilisation, die alles gratis herstellen kann außer dem was wirklich zählt.

TL;DR: "Zeug" ist billig geworden, weil wenig (und billige fremde) Arbeit drinsteckt. Alles aus lokaler Menschenzeit (Pflege, Handwerk, Kita, Wohnen) wird immer unbezahlbarer, Baumol-Effekt + Abgaben + Bodenrendite. Die Produktivitätsgewinne gingen an Margen, nicht an Löhne. KI könnte erstmals die Wissenarbeit billiger machen, aber nur, wenn wir die Gewinne diesmal anders verteilen als beim letzten Mal. Sonst: Gratis-Chatbots, unbezahlbarer Heimplatz.

Edit: Ja ich hab ChatGPT für die Formulierung bemüht, aber nur marginal und vorallem für das TL;DR, steinigt mich, weil ich moderne Technologie nutze!

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u/rofolo_189 — 14 days ago

Wir bräuchten ein Leaderboard / Highscore für Steuerzahler

Ich finde große Steuerzahler, also Spitzenverdiener und Reiche sollten ein Leaderboard für unterschiedliche Steuerarten bekommen, sodass der Anreiz entsteht auf die Spitzenplätze vorzurücken (Gamification). Damit können auch gerne ein paar Perks verbunden werden, wie neue Siedlungen oder Straßen etc., die nach denen benannt werden. Namensrechte für öffentliche Projekte, Ehrentitel, Sammelobjekte (also nichts was wirklich wirtschaftliche Vorteile bringt). Man könnte auch kommunale, länderspezifische und bundesweite Leaderboards haben.

Wenn es gesellschaftlich positiver gesehen würde "die Gemeinschaft zu unterstützen" und es entsprechende "Prestige"-Anreize geben würde, würde das das Bild von Abgaben und Steuern eher verbessern. Prestige wird ja jetzt schon verfolgt (Stiftungen, Museen, Spenden) aber der Staat macht da überhaupt nichts. Schade eigentlich.

Man könnte auch das "negative" Leaderboard von der anderen Seite aus einführen, aber ich glaube das lassen wir lieber sein.

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u/rofolo_189 — 1 month ago

Es ist nur dann eine Tugend, wenn du auch anders gekonnt hättest.

Ich höre immer wieder wie Menschen ihre Schwäche als Tugend verkaufen dabei ist es so:

  • Der Schwache, der nicht kämpft, beweist keine Größe, er hat nur keine Wahl. Echte Stärke ist überlegen zu sein und sich doch dagegen zu entscheiden. (Nicht nur körperlich zu verstehen)
  • Nicht zu stehlen ist keine Ehrlichkeit, wenn du nie die Whal hattest. Ehrlich ist, wer Gelegenheit hatte, aber Sie nicht nutzt.
  • Nicht zu betrügen ist keine Treue, wenn dich ohnehin niemand wollte. Treu ist, wer die Gelegenheit hatte und sie ausschlägt.
  • Maß zu halten ist keine Disziplin, wenn du nichts zu verschwenden hast.
  • ....

Das Muster ist immer dasselbe: Wir verwechseln dauernd Harmlosigkeit mit Charakter. Aber wer nie die Wahl zur Tat hatte, kann sich ihren Verzicht nicht als Größe anrechnen. Moral entsteht nicht in der Abwesenheit der Gelegenheitm sondern in ihrer Gegenwart.

Edit: Und ja das ist Nietzsche, wer sich damit mal genauer befassen möchte.

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u/rofolo_189 — 2 months ago

Viele Redditors tuen immer sozial und moralisch sind in der echten Welt aber antisoziale, unangenehme Minusmenschen

In Online Foren lässt sich immer leicht mit dem moralischen Zeigefinger die eigene Überheblichkeit feiern und man gibt sich weltoffen, wortgewandt und die schriftliche Auseinandersetzung ohne echtes Feedback bestärkt die eigene Meinung. In der echten Welt sind viele aber einfach nur unerträgliche Besserwisser, die ständig versuchen ihre eigene Weltsicht anderen aufzudrücken. Upvotes und Kommentare sind keine Signale, die sich auf die Realität übertragen lassen.

Schon öfters habe ich erlebt, wie solche Menschen in verschiedenen Situationen (z.B. auf einem Festival, auf der Arbeit) Gespräche in einer Gruppe gestört haben, einfach nur ihre moralische Überlegenheit zu zeigen. Durch das konfrontative Diskutieren im Internet haben einige anscheinend noch nicht realisiert, dass diese Art in der echten Welt und außerhalb des Debatierclubs kein angemessene Art ist mit Mitmenschen zu interagieren. (Und ja es kam dann später heraus, dass die Leute auf viel auf reddit waren)

Interessant ist auch, die Diskrepanz zwischen Verhalten und Selbstbild. Nach dem Motto "Cheap Talk", also Wasser predigen und Wein saufen. Es werden große moralische Einwände erhoben (Makro-Moral) und man versucht eine Argumentation zu "gewinnen", aber gleichzeitig schafft man es nicht, ein Mindestniveau von sozialem Miteinander zu gewährleisten und zu verstehen, dass es oftmals gar nicht darum geht "recht zu haben", sondern sich einfach nur zu connecten (Mikro-Moral).

Kurzer Edit: Auf reddit konfrontativ zu sein und im "echten" Leben ist absolut valide und sicherlich normal, aber es scheint Leute zu geben, die das nicht verstehen und das genauso "da draußen" machen.

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u/rofolo_189 — 2 months ago

Umverteilung über den Staatshaushalt ist dumm

Ich bin grundsätzlich absolut der Meinung, dass die Vermögensverteilung jenseits dessen ist, was gut und fair ist. Das gefährdet nicht nur den sozialen Freiden sondern grundsätzlich das Leistungsprinzip.

Aber die staatliche Umverteilung, also den Staat zu vergrößern und das Geld durch dessen Hände fließen zu lassen ist die größte Schnapsidee, die es gibt. Warum?

  • Die Regierung is von der Wählergunst abhängig, tendiert also immer dazu, dass Geld an potenziell große Wählergruppen zu verteilen. Bei einer demografischen Entwicklung , wie derzeit, wird der Staat also immer mehr Geld in das Rentensystem umverteilen.
  • Das betrifft nicht nur Rentner, sondern im besonderen auch Beamte oder Angestellte im öffentlichen Dienst generell, Bürgergeldempfänger, etc. also alle die irgendwo vom Staat bezahlt werden. Das sind mittlerweile fast 40%, wegen Demografie stark steigend.
  • Der Staat und dessen Bürokratie ist ein System, dass sich selbst immer vergrößert. Das ist, wie in der Privatwirtschaft auch, die Führungskräfte dort haben Anreize ihre Abteilungen/Apparate zuvergrößern. Nur gibt es dort keinen Markt, der dem entgegenwirkt.
  • Wenn irgendwo viel Geld liegt, kommen die Parasiten und wollen sich etwas abzapfen. Das kann so offensichtlich wie bei Korruption und Lobbyismus sein (Maskendeals, befreundete NGOs beauftragen, Aufträge an Begünstigte verteilen), aber auch viel subtiler wie bei den Beratungsunternehmen, die Unsummen für wenig Leistung bekommen.
  • Die Umverteilung über den Staat trifft immer die Mitte, weil die Superreichen nahezu immer drum herum kommen.
  • Wenn der Staat Geld verteilt, subventioniert er oft sterbende Industrien (um Arbeitsplätze kurzfristig für die Wahl zu sichern) statt Innovationen zu fördern. (Abwrackprämie)
  • Da Bürokraten und Politiker nicht mit ihrem privaten Vermögen für Fehlentscheidungen (z. B. teure Fehlplanungen bei der Infrastruktur) haften, ist die Hemmschwelle für Verschwendung extrem niedrig.

Was also tun?

  • Drastische Senkung der Einkommensteuer und Erhöhung der Freibeträge für die Mittelschicht. = weniger wegnehmen
  • Substanzbesterung bei leistungsloser Vermögensübergabe (Erben) und Erträge direkt verwenden um die Einkommenssteuer zu senken
  • Verpflichtende Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmen über die Zeit (Demokratisierung von Kapital)
  • Beschränkung der Macht von internationalen Konzernen, um zu verhindern, dass Monopole entstehen und durch Lobbyisten Gelder abziehen

Umverteilung sollte die Verteilungsstruktur ändern und nicht Poltitikern Geld im Haushalt für Geschenke ermöglichen.

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u/rofolo_189 — 3 months ago

Die meisten Linken sind mittlerweile reine Lifestyle Linken

Fast alle Akademikerfreunde, gerade junge, sehen sich als tendenziell links. Als jemand der aus einer Arbeiterfamillie kommt ist das irritierend, war doch "links" mal für Arbeiter, die ihren fairen Anteil bekommen sollen.

Tatsächlich sind diese Linken auch eher kulturell links, also wie man so schön sagt "Lifestyle Linke". Ein großer Teil arbeitet selbst beim Staat oder in sehr staatsnahen Branchen, profitiert also direkt von der großen Abgabelast auf Arbeit, da diese über den Staat zu ihnen selbst umverteilt wird. Die meisten sind auch genau deswegen im Schnitt für paternalistische Staatseingriffe, nicht weil es den Arbeitern dadurch besser gehen würde, sondern weil Sie selbst davon profitieren.

Dabei ist es super sich moralisch überlegen zu fühlen und progressiv zu sein, während man doch direkt selbst profitiert.

Linke Parteien hätten mit der richtigen Ausrichtung praktisch die ganzen rechten Stimmen verdient, haben sich aber (absichtlich?) dafür entschieden sich von der "Klasse" zu entfremden. Nun sind Arbeiter praktisch mangels Alternative (haha) mehr oder weniger "gezwungen" eine Politik zu wählen, die Sie wirtschaftlich gar nicht wirklich stärkt, aber weil die kulturellen Themen (leider) so eine zentrale Rolle spielen, passiert genau das. Eigentlich ein ziemliches Dilemma, weil es praktisch keine vernünftigte Option gibt.

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u/rofolo_189 — 3 months ago

Eltern, die so tun als hätten Sie ihre Kinder zum Wohle der Gemeinschaft bekommen oder Nicht-Eltern die es für das "Klima" nicht tun sind Heuchler

Wer kennt es nicht, beim Gespräch über Demografie oder verwandte Themen gibt es immer wieder Eltern, die sich als moralisch auf eine höhere Stufe stellen, weil Sie mit ihrer Elternschaft die Rente sichern und die Gesellschaft retten. Oder noch besser Nicht-Eltern die sich moralisch erheben, weil Sie den Klimawandel aufhalten.

Ja Glückwunsch, danke, dass ihr euch für uns alle aufopfert und das alles nur aus staatsbürgerlicher Pflichterfüllung tut. Ich bin mir sicher bei der Entscheidung zur Familliengründung war das allergrößte Anliegen, dass ihr die Gesellschaft vor dem demografischen Kollaps/Klimawnadel bewahrt. Euer Altruismus ist bemerkenswert, danke für eure Größe und Selbstlosigkeit.

Dabei ist die Entscheidung für Kinder in aller Regel eine rein egoistische Entscheidung, um etwas in der Welt zu hinterlassen und ein ganz primitiver (und notwendiger) Reproduktionstrieb in From vom Kinderwunsch. Es ist eine rein persönliche Entscheidung, die ein Paar trifft und hat nichts heroisches. Dazu ist die Unterstützung in Deutschland für Famillien ist extrem groß. Auf die Schwachsinnigkeit Nicht-Kinderkriegen mit Überbevölkerung oder CO2 Emissionen zu begründen, weill ich gar nicht weiter eingehen.

Es würde uns allen gut tun, wenn wir aufhören würden, unsere privaten Lebensentwürfe als Beweis für moralische Überlegenheit zu verkaufen.

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u/rofolo_189 — 3 months ago

Ich habe verschiedene Freunde in Berlin und immer, wenn ich mal zu Besuch vorbeikomme ist es ein wahres Kunststück mit denen ein verbindliches Treffen auszumachen. Es scheint irgendwie so ein Großsstadt-Ding zu sein, (besonders in Berlin), dass man sich auf nichts mehr festlegen mag.

Selbst wenn ich ein paar Wochen vorher ankündige, dass ich vorbeikomme, schaffen die Freunde es nicht in ihrem Alltag einzubauen sich mal verbindlich zu verabreden. Alles wird immer super spontan ausgemacht, was für jemanden, der nur 2-3 Tage zum Arbeiten dort ist eine echte Herausforderung ist.

Selbst wenn man mal so einigermaßen verbindlich etwas ausmacht, passiert es häufig, dass Personen einfach doch spontan was anderes machen, man könne ja mitkommen.

Wenn es dann mal zu einem Treffen kommt muss man sichdas elendige Gejammer anhören, wie schlecht die Welt ist, dass man keine Zeit hat und alles so stressig ist. Und das von Persenen ohne Kinder und andere Verpflichutngen und mit 60% Teilzeit Job. WTF?

Das scheint auch kein individuelles Problem zu sein, sondern lässt sich so bei mehreren Personen beobachten, die nach Berlin gezogen sind und früher nicht so waren. Übrigens: Das scheint eine Art Krankheit zu sein, denn auch einfache Arbeitskollegen aus Berlin sind davon betroffen.

Also liebe Teilzeit-Träumer: Es ist respektlos gegenüber anderen deren Zeit mit vagen Arragements zu blockieren und nur weil ihr euren Alltag nicht auf die Reihe bekommt, ist nicht "das System" oder "der Kapitalismus" Schuld.

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u/rofolo_189 — 4 months ago