
Europäischer Innovationspreis geht an: China
Ich bin es so leid. Ich verfolge das Thema seit mittlerweile über 15 Jahren. Wir waren in Deutschland wirklich gut aufgestellt. Es gab mehrere(!) heimische Firmen mit verschiedenen Ansätzen, die teilweise produktionsreife Anlagen hatten.
Es kam wie immer: die Politik hatte andere Prioritäten. Statt auf Recycling wurde auf Rumheulen gesetzt: das böse China hat die ganzen seltenen Erden, wie gemein. Bringt man Akkus heute bei uns zum Wertstoffhof, landen die noch immer beim Altmetall: kein Wunder, wenn der greise Geschäftsführer ehrenhalber (was nicht heißt dass er nicht bezahlt wird, es heißt nur, dass er sich für den Posten nicht wie andere qualifizieren musste) der Stadtwerke Elektromobilität für eine Modeerscheinung hält.
Die Banken waren ebenfalls unzufrieden: die wirklich interessanten Autoakkus hielten erst deutlich länger als (von den Banken und der Öffentlichkeit, belogen von den mittlerweile nachgewiesenermaßen gekauften Medien) erwartet und wurden dann auch noch als Heimspeicher zweitverwertet statt recycelt.
Und so gingen die Firmen eine nach der anderen pleite. Die Anlagen wurden verkauft. Wohin? An irgendwelche Idioten in Asien, die man mit dem nutzlosen Schrott über den Tisch zog.
Und jetzt wird Recycling doch langsam interessant. Die ersten großen Akkus werden 20 Jahre alt und damit langsam fällig. Leider ist das ein Zeitrahmen, der im westlichen Kapitalismus nicht en vogue ist. Für die Politik schon gar nicht, da ist höchstens die nächste Wahlperiode von Interesse, aber eigentlich auch nur einige Wochen vorher: kein Politiker hat mehr einen Planungshorizont größer als zwei Wochen. Manche erinnern sich am Abend nicht mehr, wofür sie am Morgen gestimmt haben (die SPD vergisst gar dass sie in der Regierung ist und die Arbeitnehmerrechte mitbeschnitten hat).
Daher: Glückwunsch an die Tüftler! Ein verdienter Preis.