Trockenes 2026

Letztes Jahr haben wir zur Weihnachtszeit herum bemerkt, wie regelmäßig wir zum Alkohol greifen. Eigentlich bei jedem besonderen Anlass. Und irgendwie fiel uns dann auf, dass wir die Defition von "besonders" immer mehr gebogen haben um öfter trinken zu können.

Also trinken wir dieses Jahr nicht. Für physische Entzugserscheinungen waren wir eh nicht abhängig genug, aber auch mental ist das echt locker.

Ich beobachte, dass ich zu Dingen die ich nur betrunken ertragen hätte, einfach gar nicht mehr hingehe. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, keine Ahnung. Spart aber Kohle.

Das einzige was ich vermisse ist die enthemmende Wirkung beim Sex. Leicht bläulich hatten wir manchmal die Art von degeneriertem Sex nach dem man sich erstmal nicht ins Gesicht gucken kann, ohne ist das alles leider etwas zahmer geworden.

Aber sonst geht es mir so gut damit, dass ich 2027 glaube einfach weiter mache.

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u/stefan_stuetze — 4 days ago

Wie geil einfach alles ist

Immer wenn sich am 15. Juli mein “zweiter Geburtstag” jährt, muss ich darüber nachdenken, wie geil einfach alles ist.

Gestern war ich am Wasser. Ein kleiner Strand, etwas abgelegen, blitzblank sauber.

Am Parkplatz steht ein Mülleimer. Hauptsaison, also ist er zum Bersten voll, und um ihn herum stehen Flaschen und liegen Müllbeutel, teils mit Steinen beschwert, damit sie nicht wegwehen.

Jedes Stück Müll, so scheint mir, ist eine stille Abstimmung. Dafür, dass wir noch immer in einer Gesellschaft leben, dass wir den Strand bewahren wollen, dass diese seltenen Orte unentstellter Natur allen gehören, dass meine Zeit nicht mehr wert ist als die derjenigen, die den Scheiß hinter mir wegräumen müssen.

Dann fahre ich nach Hause. Mein Auto ist ein Meisterwerk japanischer Ingenieurskunst, mit Reifen aus Afrika und Computerchips aus Taiwan. Entworfen von Japanern und Amerikanern, gebaut in Hiroshima. Ist das allein nicht schon fantastisch? Und diesem komplexen Wunder moderner Lieferketten und internationaler Zusammenarbeit kann ich jeden Tag mein Leben anvertrauen, wie jeder andere auf der Straße, und fast nie geht diese Wette schief.

Auf dem Heimweg noch kurz bei Lidl gehalten. Da tausche ich vier Stunden meiner Arbeitszeit gegen einen Einkaufswagen voll gesunder, vielfältiger und köstlicher Lebensmittel, der mich für ‘ne ganze Woche satt macht und von dem die meisten meiner Vorfahren nur hätten träumen können.

Abends dann in die Kletterhalle. Eine Sektion wurde kreativ neu geschraubt, wie jede Woche, von Fachleuten mit echter Leidenschaft für ihr Handwerk. Ich darf mich anstrengen und erfundene Probleme lösen, nicht weil mein Leben davon abhängt, sondern einfach weil es Freude bringt.

Und wenn ich dann am Ende des Tages müde, satt, befriedigt, dankbar und voller Zuversicht im Bett liege kommt eine Welle über mich. Diesmal nicht aus Ahrwasser und Schlamm und Trümmern, sondern aus Dankbarkeit:

Alles ist geil und ich darf’s erleben.

wenn ihr mehr von mir lesen wollt:

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u/stefan_stuetze — 3 months ago

Wie geil einfach alles ist

Immer wenn sich am 15. Juli mein “zweiter Geburtstag” jährt, muss ich darüber nachdenken, wie geil einfach alles ist.

Gestern war ich am Wasser. Ein kleiner Strand, etwas abgelegen, blitzblank sauber.

Am Parkplatz steht ein Mülleimer. Hauptsaison, also ist er zum Bersten voll, und um ihn herum stehen Flaschen und liegen Müllbeutel, teils mit Steinen beschwert, damit sie nicht wegwehen.

Jedes Stück Müll, so scheint mir, ist eine stille Abstimmung. Dafür, dass wir noch immer in einer Gesellschaft leben, dass wir den Strand bewahren wollen, dass diese seltenen Orte unentstellter Natur allen gehören, dass meine Zeit nicht mehr wert ist als die derjenigen, die den Scheiß hinter mir wegräumen müssen.

Dann fahre ich nach Hause. Mein Auto ist ein Meisterwerk japanischer Ingenieurskunst, mit Reifen aus Afrika und Computerchips aus Taiwan. Entworfen von Japanern und Amerikanern, gebaut in Hiroshima. Ist das allein nicht schon fantastisch? Und diesem komplexen Wunder moderner Lieferketten und internationaler Zusammenarbeit kann ich jeden Tag mein Leben anvertrauen, wie jeder andere auf der Straße, und fast nie geht diese Wette schief.

Auf dem Heimweg noch kurz bei Lidl gehalten. Da tausche ich vier Stunden meiner Arbeitszeit gegen einen Einkaufswagen voll gesunder, vielfältiger und köstlicher Lebensmittel, der mich für ‘ne ganze Woche satt macht und von dem die meisten meiner Vorfahren nur hätten träumen können.

Abends dann in die Kletterhalle. Eine Sektion wurde kreativ neu geschraubt, wie jede Woche, von Fachleuten mit echter Leidenschaft für ihr Handwerk. Ich darf mich anstrengen und erfundene Probleme lösen, nicht weil mein Leben davon abhängt, sondern einfach weil es Freude bringt.

Und wenn ich dann am Ende des Tages müde, satt, befriedigt, dankbar und voller Zuversicht im Bett liege kommt eine Welle über mich. Diesmal nicht aus Ahrwasser und Schlamm und Trümmern, sondern aus Dankbarkeit:

Alles ist geil und ich darf’s erleben.

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u/stefan_stuetze — 3 months ago

Abgesehen von Schach, was ist das "analoge StarCraft"?

Hi Leute,

wir suchen ein Spiel mit einem unendlich hohen Skill Ceiling, das man offline ohne Computer spielen kann.

Am liebsten 1vs1, skillbasiert und möglichst wenig RNG.

Kann ein Karten- oder Brettspiel sein, da sind wir für alles offen.

Schach fällt leider weg, da ich da einen zu großen Vorsprung habe. Sonst sind wir für alles offen.

Danke!

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u/stefan_stuetze — 3 months ago

Sport ü30, ein Sonett

Heute früh beim Joggen ist mir folgendes Gedicht in den Sinn gekommen:


Mein Körper ist geschunden:

Vom Wandern über Felder,

Über Felsen und durch Wälder,

Und vom Klettern über Stunden.

Merk das schwere-Sachen-Heben,

Merk das Ziehen und das Drücken

In den Knien und im Rücken

Fühle mich kaum noch am Leben

Manchmal fall ich und ich scheiter’,

Lieg auf Knien und auf Händen,

Seh nicht ein es zu beenden,

Klopf mich ab und mache weiter.

Und leg ich mich endlich nieder:

Wird es morgen, mach ich’s wieder.

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u/stefan_stuetze — 3 months ago

Sport ü30, lol

Heute früh beim Joggen ist mir folgendes Gedicht in den Sinn gekommen:


Mein Körper ist geschunden:

Vom Wandern über Felder,

Über Felsen und durch Wälder,

Und vom Klettern über Stunden.

Merk das schwere-Sachen-Heben,

Merk das Ziehen und das Drücken

In den Knien und im Rücken

Fühle mich kaum noch am Leben

Manchmal fall ich und ich scheiter’,

Lieg auf Knien und auf Händen,

Seh nicht ein es zu beenden,

Klopf mich ab und mache weiter.

Und leg ich mich endlich nieder:

Wird es morgen, mach ich’s wieder.

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u/stefan_stuetze — 3 months ago