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Warum erzählst du mir das?

Seit Jahren beschäftigt mich eine Frage.

Bevor ich sie stelle, möchte ich ein bisschen was klarstellen.

Niemand muss sich wegen dieses Textes schuldig fühlen.

Nicht der trockene Alkoholiker.

Nicht der nasse Alkoholiker.

Nicht der Mensch mit problematischem Alkoholkonsum.

Nicht der Partysäufer.

Nicht der Gelegenheits- oder Wenigtrinker.

Nicht der Abstinenzler.

Wenn ich sage: „Ich bin trockener Alkoholiker.“, dann sage ich nichts über dich.

Ich sage nicht, dass du zu viel trinkst.

Ich sage nicht, dass du abstinent leben solltest.

Ich sage nur etwas über mich: “Ich habe eine Alkoholsucht. Deshalb lebe ich abstinent.”

Die einzige Information, die für dich unmittelbar relevant ist, lautet eigentlich nur: „Bitte biete mir keinen Alkohol an.“

Ich verspreche übrigens: Ich werde keine Antwort auf meine Frage verurteilen. Ich möchte die Antworten verstehen.

Damit allerdings kein Missverständnis entsteht: Es gibt Menschen, an die sich meine Frage ausdrücklich NICHT richtet:

Wenn du Angst hast, dass dein Alkoholkonsum problematisch geworden sein könnte, dann erzähl, was du erzählen möchtest. Frag, was du fragen möchtest.

Ob bei mir oder bei irgendeinem anderen trockenen Alkoholiker.

Nicht, weil wir automatisch die richtigen Antworten hätten.

Sondern weil das Aussprechen dieser Sorge vor einem anderen Menschen manchmal wichtiger ist als jede Antwort, die du darauf bekommst.

Meine Frage richtet sich an alle anderen:

Wenn ich erzähle, dass ich trockener Alkoholiker bin, höre ich erstaunlich oft Sätze wie:

„Ich trinke ja nur drei- oder viermal im Jahr.“

„Ich trinke höchstens mal ein Bier.“

„Alle paar Wochen mal ein Glas Wein.“

„Ich trinke eigentlich fast nie.“

Und jedes Mal frage ich mich:

Warum erzählt ihr mir das?

Ich meine das wirklich als Frage.

Ich suche keine Bestätigung.

Ich suche keine Diskussion darüber, ob Alkohol gut oder schlecht ist.

Ich möchte einfach verstehen, warum so viele Menschen auf meinen Satz „Ich bin trockener Alkoholiker.“ mit einer Beschreibung ihres eigenen Alkoholkonsums reagieren.

Falls du das selbst schon einmal gemacht hast:

Warum?

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u/Fraktalrest_e — 14 hours ago

Social Media: Eine Übersicht über die bisherigen Texte

Social Media (insbesondere in Kombination mit Algorithmen) ist in meinen Augen das, was Rauchen in den 1950ern war. Ein Gift, dass wir uns fast ungebremst zuführen. Und im Fall von Social Media auch Kindern in großem Rahmen Zugang gewähren. Wir wissen irgendwie, dass es schadet, aber noch nicht genau wie und schon gar nicht wie man es handhaben kann. Es hat anscheinend sucht-auslösende Wirkung, aber wir bremsen nicht. Wir geben Gas.

Da diese Texte zum Teil älter sind, kann man manche nicht mehr kommentieren. Macht dann bitte einfach einen neuen Thread zum Thema auf, ihr könnt den alten Text verlinken, oder einfach selbst über das Thema oder den Teilaspekt schreiben...

Die Texte sind schlicht chronologisch geordnet.
Social Media - die Predigt der Plattformen
Resonanz, Bühne, Dopamin: Meine Geschichte mit Social Media
Warum Social Media so gut funktioniert...
Die rote 1
Parasoziale Beziehungen
Der Algorithmus ist nicht dein Helfer. Er verkauft deine Aufmerksamkeit.
Europäische Alternativen zu US Big Tech
Erfahrungsbericht zum Monat Abstinenz von US Big Tech und speziell Social Media ohne Algorithmen

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u/Fraktalrest_e — 11 days ago