Stochastik visuell verstehen: Ist meine Grundstrategie mit Skizzen, Erwartungswert, k, Alpha/Beta usw. sinnvoll?
Hallo zusammen,
ich bereite mich gerade auf Stochastik im Mathe-Abitur vor und versuche mir das Ganze über sehr einfache Skizzen und eigene Eselsbrücken zu erschließen. Ich bin mir nicht sicher, ob meine Theorie mathematisch sauber ist, deshalb würde ich gerne Feedback bekommen.
Meine Grundidee ist: Fast alles in der Stochastik kann ich irgendwie über einen Zahlenstrahl oder eine Verteilungsskizze verstehen. Also unten stehen mögliche Werte, zum Beispiel k oder x. Links steht die Wahrscheinlichkeit. Dann zeichne ich Erwartungswert, gesuchten Wert, Ablehnungsbereich usw. ein.
Meine bisherigen Hypothesen:
- Normalverteilung
Ich stelle mir die Normalverteilung wie eine symmetrische Glocke vor. In der Mitte ist der höchste Punkt. Der Wert darunter auf der x-Achse ist für mich der Erwartungswert. Links und rechts davon nimmt die Wahrscheinlichkeit ab.
Meine Skizzenidee:
* x-Achse: mögliche Werte
* y-Achse: Wahrscheinlichkeit beziehungsweise Dichte
* Mitte: Erwartungswert
* links und rechts: Abweichung vom Erwartungswert
* Standardabweichung Sigma: zeigt, wie stark Werte typischerweise vom Erwartungswert abweichen
Ich habe mir als Bild ein Glücksrad vorgestellt, bei dem ein Bereich die größte Wahrscheinlichkeit hat und die Bereiche daneben jeweils kleinere Wahrscheinlichkeiten haben. Ich weiß aber nicht, ob dieses Bild für Normalverteilung wirklich passend ist oder ob es eher irreführend ist.
- Binomialverteilung
Meine Idee zur Binomialverteilung ist:
Es geht um eine feste Anzahl von Versuchen n und eine Trefferwahrscheinlichkeit p. Die möglichen Trefferzahlen k sind ganze Zahlen, also zum Beispiel 0, 1, 2, 3 usw. Keine Kommazahlen.
Meine Skizzenidee:
* x-Achse: k, also Anzahl der Treffer
* y-Achse: Wahrscheinlichkeit
* Erwartungswert einzeichnen
* gesuchten Wert k einzeichnen
* dann schauen: geht es um genau k, höchstens k, mindestens k?
Ich sehe die Binomialverteilung also als eine Art Balkenverteilung für ganze Trefferzahlen.
- Poisson-Verteilung
Hier bin ich besonders unsicher. Meine bisherige Vorstellung ist:
Poisson benutzt man eher, wenn es um seltene Ereignisse in einem bestimmten Zeitraum oder Bereich geht. Zum Beispiel wie oft etwas passiert.
Meine unsichere Idee war: Wenn man mehr Versuche oder einen größeren Zeitraum betrachtet, steigt der Erwartungswert, und dadurch verändern sich auch die Wahrscheinlichkeiten. Ich weiß aber nicht, ob ich das richtig verstanden habe.
Kann man Poisson auch als Verteilung über k zeichnen, also unten Anzahl der Ereignisse und links Wahrscheinlichkeit?
- Erwartungswert, Varianz, Standardabweichung
Meine einfache Vorstellung:
* Erwartungswert: der Wert, um den sich alles ungefähr sammelt
* Varianz: wie stark die Werte vom Erwartungswert abweichen
* Standardabweichung: auch Abweichung vom Erwartungswert, aber anschaulicher als Varianz
Kann man sich merken: Varianz und Standardabweichung sagen mir, wie breit oder gestreut die Verteilung ist.
- Hypothesentest
Meine bisherige Skizzenstrategie:
Ich zeichne eine Binomialverteilung oder einen Zahlenstrahl. Dann zeichne ich den Erwartungswert ein. Danach schaue ich, ob der Ablehnungsbereich links oder rechts vom Erwartungswert liegt.
Meine Hypothese:
* linksseitiger Test: Ablehnungsbereich links
* rechtsseitiger Test: Ablehnungsbereich rechts
* zweiseitiger Test: Ablehnungsbereich links und rechts
Ich denke mir bei der Nullhypothese:
Die Nullhypothese ist erstmal die alte oder angenommene Behauptung. Dann prüft man, ob das beobachtete Ergebnis so extrem ist, dass man diese Nullhypothese ablehnen würde.
Was mir noch fehlt:
Ich verstehe Alpha und Beta noch nicht richtig in der Skizze.
Meine Eselsbrücke:
* Fehler 1. Art = Alpha
* Fehler 2. Art = Beta
* Alphabet: erst A, dann B
Aber wie genau zeichne ich Alpha und Beta in meine Verteilungsskizze ein?
Ich glaube:
* Alpha hat etwas mit dem Ablehnungsbereich zu tun, obwohl die Nullhypothese eigentlich stimmt.
* Beta hat etwas damit zu tun, dass man die Nullhypothese nicht ablehnt, obwohl sie falsch ist.
Aber ich brauche dafür ein sehr einfaches Bild.
- Laplace, Baumdiagramm, Vierfeldertafel
Meine Strategie bisher:
Laplace:
Wenn alle Ergebnisse gleich wahrscheinlich sind, kann ich günstige Möglichkeiten durch alle Möglichkeiten rechnen. Ich bin aber unsicher, wann Reihenfolge wichtig ist und wann nicht.
Baumdiagramm:
Gut für mehrstufige Zufallsexperimente und bedingte Wahrscheinlichkeiten. Entlang eines Pfades multipliziert man.
Vierfeldertafel:
Gut für zwei Merkmale und UND-Zusammenhänge. Innen stehen gemeinsame Wahrscheinlichkeiten. Die Ränder entstehen durch Addieren.
Meine Frage:
Ist diese Gesamtstrategie sinnvoll?
Also:
- Erst erkennen: Binomialverteilung, Normalverteilung, Poisson, Laplace, Baumdiagramm oder Vierfeldertafel?
- Dann Skizze machen: x-Achse, Wahrscheinlichkeit, Erwartungswert, k, Ablehnungsbereich
- Dann entscheiden: genau, höchstens, mindestens, linksseitig, rechtsseitig, UND, ODER usw.
Ich suche vor allem ein sehr einfaches Skizzensystem, das ich im Abi schnell anwenden kann. Wenn jemand Alpha/Beta, Hypothesentest und Fehler 1./2. Art extrem einfach in so eine Skizze einordnen kann, wäre das sehr hilfreich.