▲ 9 r/KI_de+1 crossposts

Die KI-Kennzeichnung wird alle Probleme lösen - aber nicht, wie gedacht oder geplant

Hot Take - oder ist das überhaupt einer?

Dieser Tage wird ja recht viel über die KI-Kennzeichnungspflicht nach Artikel 50 der EU-KI-Verordnung gesprochen. Der Sinn dahinter ist klar: Der Konsument soll wissen, welche Inhalte von Menschen erstellt wurden und welche von Maschinen. In der Praxis wird die Verordnung aber schnell dazu führen, dass KI als allgegenwärtig, unausweichlich und vor allem unproblematisch in unserem Alltag akzeptiert wird.

Der Grund dafür ist simpel: Je öfter man mit dem Satz "dieser Text/dieses Bild/dieses Video wurde mit Hilfe von KI erstellt" konfrontiert wird, umso mehr verliert er an Wirkung. Man stumpft ab. Bestes Beispiel dafür sind die Cookie-Banner, für deren Einführung die EU ebenfalls gekämpft hat. Inzwischen ist es für quasi alle Internet-Nutzer ein absolut lästiger Reflex, bei diesen Bannern auf "alles erlauben" zu klicken. Niemandes Daten werden dadurch zusätzlich geschützt, weil jeder aus Bequemlickeit einfach ungeprüft alles akzeptiert.

Und genau so wird es auch mit dem KI-Hinweis kommen. Es wird völlig normal sein, dass der irgendwo dran steht und man wird ihn genauso ignorieren wie die Copyright-Angabe bei einer Bildunterschrift. "Foto: Hans Müller/dpa", oder so ähnlich, steht unter jedem Bild einer Nachrichtenmeldung - wirklich wahrnehmen tut es schon seit Jahren niemand mehr. Wie sollte es mit "Bild: KI-generiert" anders laufen?

Zeitgleich wird die Präsenz von KI im Medienkonsum damit so normalisiert, dass sie künftig nicht mehr auffällt. Aktuell sieht jeder sofort, wenn der Dönerstand ein KI-Plakat draußen hängen hat. Aber künftig wird das normal sein und dementsprechend auch nicht mehr auffallen. Genauso bei Videos. KI-Stimmen werden völlig normal sein und niemanden mehr abstoßen, einfach weil man sich dran gewöhnt hat. Und den kleinen Hinweis "mit KI generiert" liest man ja sowieso nicht (mehr).

Bei Texten wird die Gewöhnung/Normalisierung sogar noch viel subtiler passieren, denn die EU hat in ihre KI-Verordnung eine gewaltige Ausnahme eingebaut. In Artikel 50 heißt es:

"Wer ein KI-System einsetzt, das Text generiert oder manipuliert, der zu dem Zweck veröffentlicht wird, die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu informieren, muss offenlegen, dass der Text künstlich generiert oder manipuliert wurde. Diese Verpflichtung gilt nicht, [...] wenn die KI-generierten Inhalte einer menschlichen Überprüfung oder redaktionellen Kontrolle unterzogen wurden und eine natürliche oder juristische Person die redaktionelle Verantwortung für die Veröffentlichung der Inhalte trägt."

Damit muss keine Redaktion einer Nachrichtenseite irgend einen KI-Text offensichtlich kennzeichnen, wenn sie einfach behauptet garantiert, dass alles nochmal von einem echten Redakteur kontrolliert wurde. Der Konsum von KI-generierten Texten wird daher immer weiter zunehmen, ohne dass man es überhaupt merkt. Und dementsprechend auch die Gewöhnung an KI-Formulierungen, Satzbauten oder Stilmittel.

Von daher: Wir werden so viel KI um uns herum haben, dass wir es als völlig normal hinnehmen und selbst wenn wir explizit darauf hingewiesen werden, wird es niemanden mehr interessieren. Erst recht nicht die jüngeren Generationen, die jetzt erst anfangen, Medien zu konsumieren.

reddit.com
u/AntiChris_666 — 4 days ago
🔥 Hot ▲ 5.0k r/fuckubisoft+3 crossposts

One of the co-founding brothers of Ubisoft has died while piloting his Cessna 421.

Claude Guillemot and his passenger died in the plane crash near the La Baule airfield in France.

Photo by Ouest-France

u/AntiChris_666 — 2 months ago

Duschgedanke: PersonAIlize - Das Netflix der nächsten Generation

Disclaimer: Der Gedanke kam mir nicht wirklich unter der Dusche. Und ich weiß, dass das Wortspiel Prime-Dadjoke-Material ist.

Nun, da das aus dem Weg ist: Wir alle wissen, dass KI gekommen ist, um zu bleiben. Und dass KI für eine gewaltige, geradezu unzählbare neue Menge Content sorgen wird. Bilder, Texte und Videos - heute schon möglich, wenn auch noch mit Einschränkungen. Aber wenn man sich anschaut, wo wir vor zwei Jahren standen, ist recht klar, wohin die Reise in zwei weiteren Jahren geht.

Und genau da sollte man ansetzen, um das nächste große Ding wie Netflix zu starten: Ein Dienst für personalisierten Content, basierend auf großen Lizenzen. Quasi Fanfiction on demand: Der Dienstleister lizensiert große Marken, wie zum Beispiel Star Wars (oder Disney bietet es selbst an - fürs Gedankenspiel egal). Die KI ist mit dem gesamten verfügbaren Star-Wars-Material gefüttert. Alle offiziellen Filme, Romane, Hintergrundbücher, Bilder, Hörspiele usw. Und der Nutzer kann sich on demand neuen, persönlichen Content generieren lassen. Eine Story, in der Luke den Verlockungen des Imperators erliegt und Vader tötet? Bitteschön - hier sind 15 wunderbare Kapitel deines What-If-Scenarios. Dich stört, dass der ursprünglich geplante zweite Han-Solo-Film nie gedreht wurde? Hier sit eine dreiteilige Mini-Serie für dich.

Die Lieblingsserie wurde gecancelt? Dann lösen wir hier für dich den Cliffhanger auf. Du wolltest immer, dass X und Y zusammenkommen? Bittesehr. George R.R. Martin ist verstorben, bevor Song of Ice an Fire fertiggestellt wurde? Macht nichts. Die Möglichkeiten sind unendlich. Die rechtlichen Fragen natürlich auch - man braucht schließlich nicht nur die Lizenz des Markeninhabers, sondern z.B. auch die Rechte, Darsteller zu reproduzieren. Aber die wollen die Studios ja eh derzeit schon haben. Muss man nicht gut finden, ist auf kurz oder lang aber vermutlich das, wo der Weg hinführt.

Und dann einfach wie aktuelle LLM-Modelle abrechnen. Für kleinere Aufgaben reichen verschiedene Flat-Pakete, für größere muss man leistungsbasiert zahlen.

Aktuell alles natürlich noch nicht umsetzbar. Aber würde mich nicht wundern, wenn wir in unter 10 Jahren so was in der Art sehen werden.

reddit.com
u/AntiChris_666 — 2 months ago