Postpartum, Baby, Schwiegerfamilie und keine Grenzen — brauche ehrliche Meinungen
Mein Mann möchte diesen Sommer mit unserem Baby für zwei Wochen zu seinen Eltern nach Süditalien fahren.
Das Problem ist: Die Vorstellung, dort im Haus seiner Eltern zu wohnen, überfordert mich ehrlich gesagt postpartum total. Es gibt kaum Privatsphäre, nicht mal wirklich eine gute Schlafsituation für uns und das Baby, und ich war dort letztes Mal emotional schon sehr erschöpft. Seine Eltern sind eigentlich freundlich, aber die Familiendynamik ist sehr intensiv und emotional eher wenig feinfühlig.
Zur Einordnung: Seine Eltern waren schon 3 Wochen nach der Geburt bei uns in Deutschland zu Besuch. Sie hatten zwar ein Hotel, waren aber trotzdem täglich ungefähr 12 Stunden bei uns in der Wohnung — eine ganze Woche lang. Ich habe meinem Mann damals gesagt, dass mir das körperlich und emotional zu viel ist, aber er hat es nicht geschafft, Grenzen zu kommunizieren oder die Situation etwas zu steuern.
Vor einer Woche meinte er dann, wir könnten vielleicht in der leeren Wohnung seines Bruders nebenan wohnen, was für mich nach einem super Kompromiss klang. Seitdem hat er seinen Bruder aber immer noch nicht gefragt oder irgendetwas organisiert, obwohl die Reise näher rückt.
Das Ganze ist Teil eines größeren Musters: Ich habe oft das Gefühl, die emotionale und organisatorische Verantwortung tragen zu müssen. Und wenn ich Themen erneut anspreche, wird es schnell als „Nörgeln“ wahrgenommen.
Mittlerweile merke ich, dass ich emotional auf Distanz gehe, weil ich mich gerade in dieser vulnerablen postpartum Zeit einfach nicht wirklich getragen fühle.
Bin ich unreasonable, weil ich vor der Reise klare Planung und etwas privaten Raum brauche?