Wie wirds weiter gehen?
Ich (M45) komme sehr bald an einen Punkt, über den ich in den letzten gut zwei Jahren intensiv gegrübelt habe, aber ich finde keinen passenden Weg für mich...
Vor rund acht Jahren hatte ich auf meiner Arbeit, nach langem Stress und vielem mehr, einen Nervenzusammenbruch. Ich war mehrere Monate au, es folgte eine psychosomatische Reha, ich kehrte an meinen Arbeitsplatz zurück und knapp ein Jahr später, bekam ich endlich auch einen leidensgerechten Arbeitsplatz in meiner Firma. Eigentlich lief es beruflich ok.
Ich hatte zugleich auch eine ambulante Psychotherapie laufen. Seit nun gut drei Jahren aber nicht mehr und eine neuen Therapie steht derzeit nicht an; aus den üblichen Gründen: keine freinen Plätze, etc. Allerdings wäre dies sehr dringend nötig.
Privat bin ich seit über 18 Jahren, auch "dank" meiner sozialen Phobie, völlig isoliert. Keine Verwandten, Freunde oder Bekannte. Niemand würde mich vermissen, verschwinde ich plötzlich, oder es überhaupt merken. Diese Einsamkeit frisst mich auf. Die Hoffnung auf eigene Familie mit Frau, Kinder, Haus, etc. habe ich inzwischen begraben. Ich werde eines Tages alleine sterben.
Nun ist es so, dass mein AG mich 2023 von meinem leidensgerechten Arbeitsplatz, entgegen der BEM-Vereinbarung, wieder auf meine alte Stelle setzte. Das ging eine Weile lang gut. Schließlich aber, hatte ich wieder einen mentalen Zusammenbruch und bin nun seit über zwei Jahren au.
Mein AG versuchte mich auch zu entlassen, aber das Inklusionsamt (bin schwerbehindert, wegen Depressionen, ADHS und MS) verweigerte die Zustimmung.
In den letzten zwei Jahren war ich nun in einer Tagesklinik, auch stationär in einer psychosomatischen Akutklinik und kürzlich in psychosomatischer Reha. Geht es mir nun besser? Nicht wirklich. Bin ich arbeitsfähig? Ja.
Daher steht nun meine Rückkehr in die Arbeitswelt an. Eine Wiedereingliederung ist angesetzt und danach muss man sehen wie es weitergehen wird.
Mein Problem:
Ich weiß nicht was ich will:
Möchte ich zurück in meinen alten Job? Nein.
Möchte ich zurück zu meinem alten AG? Nein.
Möchte ich meinen Job bei einem anderen AG machen? Nein.
Möchte ich einen anderen Job machen? Nein.
Möchte ich weiter zu Hause rumgammeln und nichts tun? Nein.
Kann ich es mir leisten weiterhin nichts zu tun? Nein.
Ich weiß nur ganz genau, was ich alles NICHT will, habe aber keinen Plan, kein Ziel, keine Ambition, keinen Glauben, keine Hoffnung, dass es gut werden könnte, oder meine Bemühungen sich lohnen.
Also stehe, ich nun da. Gehe sehr bald zu einem AG zurück, der mich nicht wiederhaben will, mich aber nehmen muss. Habe ich Angst vor Mobbing/Bossing? Ja, sicher.
Ich habe aber keine Energie mir etwas anderes zu suchen oder überhaupt eine Idee, was ich mit mir anfangen soll.
Bleibt noch die "letzte Ausfahrt". Aber dafür bin ich, warum auch immer, noch nicht bereit.