Wie redet ihr mit Leuten, die finanziell eine komplett andere Sichtweise als ihr haben?
Ich hatte heute so ein Gespräch mit einer Kollegin, wo es auch über Motivation und Ziele im Leben ging.
Sie hat ganz viele Sachen genannt: Ins Ausland oder irgendeine Großstadt gehen, Selbstständig sein, Geschäftsführer werden, etc. pp mit dem Unterton, man müsse doch solche Ziele im Leben haben.
Ich hab aber überhaupt keine Lust auf sowas. Ich bin in meiner Sachbearbeiter-Position zufrieden, führe ein für viele Leute "langweiliges" Leben, und erfreue mich an jeder Sparrate in meinen ETF, der meine Zeit in der Arbeitswelt verkürzt - das kann ich so natürlich nicht auf Arbeit sagen.
Ich brauche keine teuren Autos, luxuriöse Wohnungen, etc. Ich würde mich als frugalistisch bis minimalistisch beschreiben, ich erfreue mich wirklich an der Einfachheit der Dinge in einer so komplexen Welt. Freunde, Familie und Natur, Kultur, Geschichte und Kunst sind mir wichtiger als solche materialistischen Dinge.
Es gibt für mich auch keinen Grund, sich den Stress von Karriere oder Umzüge für die Arbeit zu machen. Das Verhältnis von Aufwand zu zusätzlicher Sparrate ist es einfach nicht Wert. Ich habe mir mit dem Studium schon genügend Aufwand gemacht, der sich nicht wirklich ausgezahlt hat.
Meine Devise ist, wer sich ständig hohe Ziele setzt, wird immer enttäuscht und ist nie zufrieden.
Ich bin zufrieden im hier und jetzt, noch zufriedener wäre ich nur, wenn ich dauerhaft finanziell abgesichert wäre.
Sie hat das als antriebslos und ziellos interpretiert, ist es aber in meinen Augen nicht.
Es nervt, dass ich mich vor verschiedensten Leuten immer rechtfertigen muss, einen anderen "langweiligen" Lebensstil zu haben. Langweilig ist gut, denn es ist ruhig, sicher und gewinnt auf Dauer.