Eingewöhnung lief erst gut, plötzlich viel Weinen – Kita möchte bis Okt. pausieren
Hallo zusammen. Ich bin keine Muttersprachlerin, also entschuldigt bitte eventuelle Fehler.
Unser Sohn hat vor 2,5 Wochen mit 16 Monaten in der Kita angefangen. Ich glaube, die Eingewöhnung läuft nach dem Tübinger Modell.
Er ist ein sehr energiegeladener, fröhlicher und alberner kleiner Junge. Natürlich kann er auch mal frustriert sein, inklusive typischem Kleinkind-Stampfen usw., aber wir wissen inzwischen ganz gut, wie wir ihn innerhalb von ein oder zwei Minuten wieder da rausholen können. Er ist super sozial, liebt ältere Kinder und Erwachsene, interessiert sich nicht besonders für Spielzeug, dafür liebt er es zu rennen und zu klettern. (Er läuft seit er 9 Monate alt ist, und dieser Junge ist SCHNELL.)
Während meiner Elternzeit waren wir außerdem fast jeden Tag in Spielgruppen, er hatte Babysitter und würde zum Beispiel im Restaurant einfach mit der Kellnerin davonspazieren. Er ist außerhalb der Kita in KEINER Situation besonders anhänglich – weder bei mir noch bei seinem Papa. Deshalb dachten wir, dass die Eingewöhnung wahrscheinlich gut klappen und ziemlich unkompliziert sein würde.
Am Anfang lief auch alles gut. Ich war mit drei anderen Eltern und ihren Kindern in einer Gruppe. Ein paar Tage lang haben wir einfach alle zusammen gespielt. Dann bin ich für 5 Minuten rausgegangen. Er hat ungefähr eine Minute geweint, danach war alles okay. Dann wurde die Zeit schrittweise erhöht: 10, 15, 20, 30 Minuten … und jedes Mal dasselbe. Er weint eine Minute, aber dann gehen sie zum Beispiel mit ihm in den Garten oder schauen sich xxx an, und dann ist alles wieder gut.
Letzten Donnerstag, bei den 30 Minuten, ist er dann völlig ausgerastet, genau als ich wieder reinkam. Deshalb haben sie ihn rausgebracht, um mich zu holen. Am Freitag war es genauso.
Dann kam Montag, und sobald ich gegangen bin, hat er wohl 10–15 Minuten lang wütend und wie am Spieß geschrien. Sie meinten, es sei eine andere Art von Weinen gewesen als vorher.
Am Dienstag ist sein Papa mit ihm hingegangen. Dasselbe: wütendes Schreien und Weinen.
Heute hatten wir ein Gespräch, und sie haben uns erzählt, dass sie mit einer Fachberaterin gesprochen haben. Diese hat vorgeschlagen, die Eingewöhnung komplett abzubrechen und erst im Oktober wieder anzufangen – und dann nur mit zwei Tagen pro Woche.
Sorry, aber ist das nicht ein ziemlich extremer Vorschlag? Ich arbeite momentan noch nicht, muss aber Fortbildungen/Zertifizierungskurse machen, sobald die Eingewöhnung abgeschlossen ist, bevor ich wieder in meinen Job einsteige. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass dieser Vorschlag vor allem deshalb gemacht wird, weil sie wissen, dass ich momentan noch nicht arbeite – und nicht unbedingt, weil es ihm tatsächlich helfen würde?
Für mich fühlt es sich außerdem so an, als wären es bisher einfach zwei schlechte Tage gewesen. Wir haben noch gar nichts anderes ausprobiert – zum Beispiel, ihn mit der anderen Nestgruppe bzw. mit älteren Kindern zusammenzubringen, uns im Garten zu verabschieden, den Abschied anders zu gestalten usw.
Am Ende hatten wir aber ein gutes Gespräch, und sie haben zugestimmt, zumindest nächste Woche weiterzumachen, allerdings deutlich langsamer. Damit bin ich auch völlig einverstanden. Ich habe nämlich das Gefühl, dass er bisher noch keine richtige Bindung zu einer der beiden Erzieherinnen in diesem Raum aufgebaut hat. Deshalb wäre für mich die Priorität, etwas an der Situation zu verändern bzw. ihnen die Möglichkeit zu geben, gezielt eine Beziehung zu ihm aufzubauen, bevor man die ganze Eingewöhnung einfach auf Oktober verschiebt.
Ich wollte einfach mal fragen, ob jemand von euch etwas Ähnliches erlebt hat. Und ergibt dieser Vorschlag, bis Oktober komplett zu pausieren, für euch überhaupt Sinn – wenn man bedenkt, wie die ersten zwei Wochen bisher gelaufen sind?