Lassallestraße Zebrastreifen StVO Nachhilfe
▲ 17 r/radwien

Lassallestraße Zebrastreifen StVO Nachhilfe

Hallo Alle. Ich bin zuletzt das erste Mal auf der Lassallestraße gefahren und war bei der Stelle hier verwirrt. Foto stammt aus Google Maps. Es gibt hier einen Zebrastreifen mit Ampel für die Fußgänger der über die Straße führt. Direkt links daneben einen Zebrastreifen über den Radweg. Gilt jetzt die Ampel auch für diesen Zebrastreifen? Oder dürfen die Fußgänger - also zB ein Strichmännchen in Rot - jederzeit drüber und müsste ich als Fahrradfahrer daher jederzeit anhalten? Auch wenn dann bei der Ampel über die Straße Rot ist? Danke!

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u/Odra_dek — 8 days ago
▲ 263 r/Austria

FPÖ, AfD usw. - wieso verstehen das viele immer noch nicht?

Anlässlich des AfD-Siegs in Sachsen-Anhalt: Sowohl in Deutschland bei der AfD als auch bei uns bei der FPÖ gibts seit vielen, vielen (...) Jahren regelmäßig die altbekannten Artikel, Kommentare, Diskussionen wie schlimm das alles ist, wie das alles sein kann, wie ur arg Rechts die Wähler doch sein müssen, wie Schwurblerisch, pro-Russisch und überhaupt.

Ich frag mich dann immer, wie es bitte sein kann, dass offenbar der Großteil der ach so moralisch guten, gebildeten, intelligenten "Wähler der Mitte" den evidenten Punkt einfach nicht sieht, nicht sehen will. FPÖ, AfD usw. sind primär eines: Protest. Klar gibts überall auch versprengte "Überzeugte", der typische Wähler einer solchen Partei ist aber nicht *für* etwas sondern *dagegen*. Gegen was? Gegen die aktuellen Politiker, den aktuellen Zustand. Was genau? Lässt sich oft gar nicht konkret Festmachen. Zu hohe Preise. Unleistbare bessere Wohnungen. Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt usw. usf. Viele kommen dann immer daher und meinen obergscheit, dass die FPÖ/AfD diese Themen doch nicht besser lösen wird!111!einselfz!1. Leute. Darum gehts nicht. Das wissen sogar die meisten FPÖ/AfD-ler, dass alles vermutlich nicht wahnsinnig besser werden wird.

Ein klassischer FPÖ oder AfD-Wähler ist vergleichbar mit einem grantigen Kind, das exakt das macht, was Mama und Papa zur Weißglut treibt. Je mehr sich Mama und Papa ärgern, desto besser. Je mehr "wir" uns drüber ärgern, dass "die anderen" FPÖ bzw AfD wählen, desto wirkungskräftiger. Jede Diskussion darüber, dass man das "verbieten" muss, wie dumm die doch sind, wie abartig, gießt Öl ins Feuer, verhärtet die Front, führt dazu, dass die Faust noch ein bisschen stärker geballt wird. Und wenn man schon selber die A-Karte hat, dann kann man die Gesamtsituation für die anderen zumindest auch verschlechtern. Dann gehts zumindest allen schlecht(er), nicht nur einem selber. Wie das Kind, das beim Spielen am Verlieren ist und dann das Spielbrett durchs Zimmer schmeißt. Wenn man schon selber nicht gewinnt, kann man zumindest allen anderen auch das Spiel ruinieren.

Daher ist die Antwort auf die Farce auch unaufgeregt und direkt langweilig: Man "besiegt" diese Protestparteien indem man nüchterne, fade, funktionierende Sachpolitik macht. (Nur) damit entzieht man den Nährboden. Die Leute brauchen Perspektive, müssen sehen, dass das tägliche Hackln irgendein Ziel hat. Inflation, Wohnen, Infrastruktur, Gemeinschaft, Kultur - das muss einfach nur funktionieren. Und das schaut aktuell halt eher mäßig aus, sowohl bei uns als auch in DE...

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u/Odra_dek — 1 month ago
▲ 10 r/Austria

Was ist eure "nominelle" Wochenarbeitszeit all-inclusive?

Zur Abwechslung mal kein weitwendiger Diskussionartikel sondern eine simple Frage, weils mich interessiert. Wie viel arbeitets ihr "auf dem Papier" all-inclusive in der Woche? Dh. nein, mir gehts nicht um die oft diskutierte Frage, wie viel Stunden jeder "effektiv ist", sondern schlicht um die ganz normale Arbeitszeit gemäß Zeitaufzeichnung. Also einerseits, wie viel diejenigen von euch mit All-In im Durchschnitt stehen haben, bzw natürlich auch andererseits wie viele einzelverrechnte Überstunden so anfallen. (Selbstständige dürfen auch mitmachen, wobei hier oft Arbeit und Freizeit ineinander überfließt, wenns um Abrechnung, Steuern usw. geht...)

Ich fang an. All-In-Vertrag. Aktuell steh ich durchgerechnet aufs Jahr bei 46h/Woche im Schnitt.

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u/Odra_dek — 1 month ago
▲ 58 r/wohnen

Buchwert ist nicht gleich Verkehrswert (Ablösen bei Küchen usw.)

Hallo alle. Ich lese hier regelmäßig mit, weil mich die Themen interessieren. Eines kommt immer wieder, wo es mir aber oft die Zehennägel aufdreht: Nämlich Ablöse und Wert. Typischerweise bei der Küche.

Wie das Amen im Gebete kommen dann Poster und rechnen vor, wie viel die Küche "nach typischer Abschreibung" wert wäre. Und setzen genau das an. Leute. Der Buchwert und der Verkehrswert ist NICHT dasselbe! Der Buchwert muss die Prinzipien der Buchhaltung, der Bilanzierung, respektieren; u.a. gehts hier um Stringenz, Vergleichbarkeit, Kontinuität. Man soll sich drauf verlassen können, dass sich jeder mit seinen Vermögensgegenständen nicht irgendwie arbiträr schönrechnet. Andererseits gehts beim steuerlichen Buchwert (der nicht ident sein muss!) um gesetzeskonforme Besteuerung. Eine Abschreibung gibts dementsprechend auch nur beim Buchwert.

Der Verkehrswert hingegen ist der "am Markt" typischerweise erzielbare Wert. Braucht man den (zB für ein Gerichtsverfahren) wird nicht auf den Buchwert geschaut, sondern ein Sachverständiger kommt und verwendet (zB) Vergleichswert-, Ertragswert- oder Sachwertverfahren. Es gibt im Wirtschaftsleben jede Menge Dinge, die komplett auf Null abgeschrieben sind aber trotzdem noch einen ordentlichen Verkehrswert haben. Wenn ein Geschäftsführer sowas verschenkt, macht er sich potentiell haftbar. Wenn du sowas stiehlst, begehst Diebstahl, egal ob die Bilanz sagt, das Trumm ist wertlos. usw.

...was uns zum Ursprungsthema bring. Wie viel eure Gegenstände bzw eure Küche wert ist, hat wenig bis gar nichts damit zu tun, wie weit sie schon "abgeschrieben" ist. Zumal die idR stark individualisierte Planung, der Einbau usw. hier auch eingepreist werden muss. Wer eine Küche herausreißt (herausreißen muss) wird sie am Markt nur für einen winzigen Bruchteil loswerden, weil die dann nirgends genauso passt. Oft ist der Verkehrswert hier tatsächlich Schrott (Geräte evtl ausgenommen). Wenn aber die Möbel grds. noch gut tauglich sind ists völlig egal, ob das billigstes MDF ist - weil allein schon für den Einbau/Wasserinstallation/Elektroanschluss bei einer Ersatzbeschaffung oft ein paar Tausender fällig sind. Also bitte. Können wir bitte aufhören, starr immer nur auf "die Abschreibung" zu schaun? Danke...

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u/Odra_dek — 1 month ago

Das "Stockholm Syndrom" unserer Gesellschaft macht mich mental fertig

Zunächst. Ja ich weiß, Regel 4, keine P0litik. Soll auch eigentlich keine Diskussion dazu sein, sondern ein frustrierter Rant zu meinem mentalen Gesamtzustand. Ich beschäftige mich jetzt seit. ca. 15 Jahren mit Verteilungspolitik - Makroökonomie, Wirtschaftswachstum, Kaufkraftstandards, etc. (Ich bin Österreicher, daher österreichische Zahlen.) Vor kurzem etwa wieder veröffentlicht:

https://orf.at/stories/3432351/

Österreich hat jetzt knapp 200.000 Millionäre (selbstenutzte Immobilie nicht mitgezählt). 500 Superreiche haben rund 39 Prozent des heimischen Finanzvermögens.

...und einem Großteil der Leute ist das einfach völlig egal. Nein. Nicht egal, mehr noch, es wird gerechtfertigt als etwas, das wichtig und richtig ist. Das sind "Leistungsträger", die sich das alles selbst mit harter physischer Arbeit, Fleiß, Intelligenz aufgebaut haben. In der Sozialwissenschaft gibts einen Namen dafür: System Justification Bias. Wens näher interessiert, hier ein detailliertes, extrem gutes Video dazu:

https://www.youtube.com/watch?v=g3_TB6NBViE

Ich persönlich sag immer "politisches Stockholm Syndrom" dazu. Früher mal, in der Feudalzeit, ists den Leuten auch besch...eiden gegangen. Es wäre aber wohl kaum ein leibeigener Bauer am Abend zum Wirten gegangen und hätt sich mit seinen anderen leibeigenen Bauernfreunden darüber unterhalten, wie extrem gut es ihnen doch geht, wie super es ist, dass es die Adeligen mit ihren Schlössern gibt, die sich das alles hochverdient haben. Und wenn sich alle nur kräftig anstrengen, können eigentlich alle zum Baron oder Grafen aufsteigen. Wenn mans nicht schafft, liegt das nur an einem selber, jawohl!

Das ist der Punkt, die bottom line, von dem Thread hier. Mir gehts weniger um den desaströsen Zustand an sich, sondern dass ich mich zunehmen verloren fühle in dieser Gesellschaft, umgeben von Leuten, die das Ganze nicht nur schulterzuckend hinnehmen, sondern als notwendig und richtig rechtfertigen. So als wäre ich mit 100 anderen Leuten in einer Fabrik eingesperrt, täglich kommen zwei Chefs vorbei und treten jedem von uns ein paar Mal kräftig in die Weichteile. Und alle 100 Mitarbeiter erklären mir dann, dass das schon in Ordnung so ist, sich dagegen wehren wäre ganz schlecht, weil wer weiß, vielleicht schließen die dann die Fabrik und ziehen ins Ausland, was soll dann nur aus uns werden?

Dabei gabs vor gar nicht allzu langer Zeit ein "Experiment", das gezeigt hat, wie es gehen könnte. Nämlich die Nachkriegszeit. Damals konnte ein einzelner Vollzeit-Angestellter seine gesamte Familie ernähren, Immobilien erwerben, Kinder großziehen, Vermögen aufbauen. Heute haben wir exponentielles Wirtschaftswachstum hinter uns und es wird als absolut selbstverständlich angesehen, dass es zwei beruflich erfolgreiche Lebenspartner braucht, um auch nur ansatzweise in die Nähe dessen zu kommen. Und anstatt dass dieses Thema an der Spitze der Schlagzeilen steht, an der Spitze dessen, was politische Parteien beschäftigt, haben sich alle einfach damit abgefunden. Und benebeln sich mit Social Media. So wie SOMA in Brave New World.

Manchmal will ich einfach nur alles hinschmeißen und in eine Hütte im Wald ziehen. Ich bin müde.

u/Odra_dek — 1 month ago

Laufzeit-ETF als Ergänzung zum Bundesschatz?

Hello alle - wie die meisten hier bespare ich brav meinen All-World-ETF und hab daneben etwas Cash im Bundesschatz. Da ich für die nächsten 1-2 Jahre aufgrund von regelmäßiger Investitionspläne (Wohnung etc.) etwas Geld aber ganz gerne etwas "sicherer" parken würde, hab ich mich nach Alternativen bzw Ergänzungen umgesehen und bin auf die Laufzeit ETF gestoßen. Insbes. der iShares iBonds Dec 2027 Term USD Treasury UCITS ETF USD (Dist) ISIN IE0006UGU3X3 würde mir zusagen (EDIT: um von den aktuell recht hohen Zinsen auf USD Treasuries zu profitieren). Wichtig: Das ist kein "normaler" Anleihen-Index, der eine gewisse Anleihen-Laufzeit abbildet, sondern der ETF enthält strikt ausschließlich Anleihen mit angegebener Fälligkeit (hier eben Dezember 2027). Danach wird geschlossen.

Klingt für mich eigentlich recht stabil, man bekommt die fixe US Treasury Verzinsung bis Ende 2027 und hat "nur" das USD Risiko (bzw Insolvenzrisiko der USA...) Mich schreckt aber das sehr niedrige Fondsvolumen ab (7 Mio.), was ist der Haken, den es anscheinend gibt, den ich aber überseh?

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u/Odra_dek — 2 months ago

Verhindert Vermögensungleichverteilung (künftig) größere Kurskorrekturen?

Ok, ein paar Vorbemerkungen, damit die Diskussion nicht von Beginn an in völlig falsche Richtungen geht. Das soll kein Thread sein, um Vermögensungleichverteilung, Vermögenssteuern usw. zu diskutieren. Das Thema ist bekannt, die Positionen klar, darum gehts mir hier nicht. Ich gehe einfach vom status quo aus, nicht mehr, nicht weniger. Weiters geht es mir hier auch nicht darum, die Verzweigungen der AI Bubble nochmal durchzukauen. Auch hier, das wird in allen Verästelungen überall gemacht, von Hardcore-Fanatikern bis zu den Ed Zitron Jüngern ist hier ja alles vertreten. Also, worum gehts mir?

Bekanntlich haben wir schon seit langer Zeit eine K-Shaped Economy, insbes. die Vermögenskonzentration ganz oben ist massiv. Weiters fragen sich viele Beobachter der Märkte schon seit vielen Jahren, wie lange das circular financing der AI-Unternehmen eigentlich gut gehen kann. Nvidia baut signifikante Teile ihrer PnL auf AI auf, finanziert über drei Ecken aber ihre eigenen Kunden, die keinen wie immer gearteten Profit erzielen und komplett auf konstante Geldflüsse zur Finanzierung der capex Investitionen angewiesen sind. Im Gegensatz zu Enron/etc. ist hier alles völlig transparent, alles völlig bekannt.

Jetzt sagen einige, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis spätestens die Fremdkapitalgeber die Reißleine ziehen. Ich frage mich bei diesen Prognosen aber immer: Zeigen nicht gerade Beispiele wie Aschenbrenner / Situational Awareness, dass das nicht der Fall ist? Kennt ja jeder hier die Story, der hat einen 5x leverage auf chips laufen lassen, ohne einen vernünftigen Hedge dazu zu bastlen. Zack, alles weg. Im Gegensatz zu rationalen Märkten, wo das einfach einen Kollaps bedeutet hätte, haben aber die Silicon Valley Dagobert Ducks das als "buy the dip" Okkasion wahrgenommen? Und stopfen weiterhin Unsummen dort rein?

Wie entstehen normalerweise starke Kurskorrekturen? Indem Bubbles durch irgendwelche Trigger-Events zum Platzen gebracht werden. Ein paar Halter werden nervös, verkaufen. Kurse gehen runter, noch mehr werden nervös, verkaufen. Bis sich das zu einer Panik auswächst. Jetzt haben wir aber heute die Situation, dass ca. 10% der Menschen ca. 90% der Aktien besitzt. Ich frage mich - und das ist keine rhetorische Frage, sondern eine tatsächlich ernst gemeinte - wo hier die "Panik" herkommen soll? Was konkret soll jemanden, der hunderte Millionen, Milliarden hat, zu einem "Zwangsverkäufer" machen, wo soll der sell pressure herkommen? Eine Wirtschaftskrise? Die berüht diese Leute doch nicht. Nach 2008 hat man den "infinite money glitch" erfunden, und ihn 2020 dann in Echtzeit getestet. Was eigentlich eine jahrelange Rezession hätte sein sollen, wurde mit Unsummen von Zentralbankgeld einfach erschlagen. Jetzt steckt dieses Geld in den Aktien. Wo konkret sollte dieses Geld denn hinflüchten, was sind die Opportunitätsinvestments? Staatsanleihen? Gold? Bitcoin? Immobilien? Alles zusammen doch nicht attraktiv genug?

Last but not least werden die Märkte auf Retail Seite auch immer stärker von ETF/Index Käufern gestützt. Leuten, die auch nicht wirklich Panikverkäufer sind, sondern einfach ihre Sparpläne laufen lassen. Daher die simple Frage in die Runde: was konkret müsste, könnte, passieren, damit es (wieder) zu einer massiven Kurskorrektur kommt? Ist das im aktuellen monetären Umfeld, in der aktuellen Vermögensallokation, überhaupt noch möglich?

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u/Odra_dek — 2 months ago

Der "Netto-Anteil" wird systematisch überschätzt

Vorweg: Sorry, wenn das zu sehr an Regel 3 anstreift, ich glaube trotzdem, dass es sich lohnt, das einmal plakatik durchzurechnen. Das Ganze bezieht sich zwar primär auf Ö Steuerrecht, in DE aber vermutlich nicht großartig anders. Es geht mir hier ums "große Bild", nicht um Detailzahlen. Daher auch sehr abstrakt gehalten.

Worum gehts mir? Immer dann, wenn darüber gesprochen wird, wie viel (zB) jemandem Netto übrig bleibt, wie viel der Staat abkassiert usw. wird typischerweise aufs Brutto geschaut. Manchmal auf die effektiven Lohnkosten, das ists dann aber auch schon. Selten bzw nie nimmt man die effektive Wertschöpfung, die der Arbeitnehmer tatsächlich generiert hat. Daher hier folgendes Beispiel aus der Anwaltei (weil ich da herkomm).

Es gibt die Grundregel, dass ein angestellter Anwalt ca. das Dreifache verrechnen sollte, wie er selbst bekommt. Also nehmen wir mal an, Anwalt Stephan verrechnet 360.000 im Jahr. [Absolut realistisch, das sind 30.000 im Monat, je nach Stundensatz irgendwas um die 100 Stunden.] Wenn wir (der Einfachheit) davon ausgehen, dass alles umsatzsteuerpflichtig ist, gehen da schon mal stolze 72.000 Umsatzsteuer an den Staat. Zack. Weg. Stephan bekommt 95.000 brutto, das sind bissl über 120.000 effektive Lohnkosten. Dh. Etwas über 50% schnappt sich der Staat, 60.000 gehen jeweils an Stephan sowie in den Abgabentopf. Für die Kanzlei bleiben 240.000. Davon ziehen wir mal 120.000 für Deckung der Betriebskosten ab, sind extrem großzügig und schlagen da mal keine Steuer drauf (auch wenn eigentlich falsch, aber sonst wirds zu kompliziert). Bleiben 120.000 Gewinn für den Chef. Sagen wir, er ist Einzelanwalt ohne GmbH, zahlt also normale Einkommensteuer und hat in öffentliche GSVG optiert. Wieder kassiert der Staat ca. 40-45%, sagen wir mal 55.000, 65.000 Gewinn bleiben.

Zählen wir zusammen: Basierend auf der Leistung, die Stephan fürs Unternehmen erbracht hat, hat die öffentliche Hand absurde 187.000 kassiert. Selbst bleiben Stephan 60.000. Natürlich könnte man jetzt argumentieren, zB die 55.000 Steuern auf den Unternehmensgewinn ist ja was anderes. Ändert halt nichts daran, dass es Stephan war, der das erwirtschaftet hat. Und nichts davon hat.

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u/Odra_dek — 2 months ago

Wiener Linien: so klimatisiert man richtig!

Ja ich weiß, 790815ster Beitrag zur Hitze usw. Das was die Wiener Linien in ihrer unendlichen Inkompetenz aufführen, ist aber echt nochmal eine neue Liga.

"Aberr W1En istt d0cH die Beste stAdt der Weeltt!!" Ja geh in Oasch. Die verfluchten Sche1ßdrecksstraßenbahnen haben allesamt Klimaanlagen, die offenbar nur bis zu 25 Grad funktionieren und danach entweder defekt sind, abgeschaltet werden oder in Urlaub gehen. Und die Wiener Linen besitzen dann auch noch die widerwärtige Frechheit, den Leuten einzureden, dass sowas halt "technisch bedingt" so sein müsse.

Was hat man stattdessen? Geöffnete Mini-Fensterchen, die original einen absoluten F1ck nützen. Foto ist ein Symbolbild für gefühlt ca. 90% der Öffentlichen Verkehrsmittel aktuell. Drinnen hats je nach Befüllungsgrad dann 35-45 Grad.

Die uralten Straßenbahnen vor Jahrzehnten hatten zumindest noch gscheite FENSTER. Die konnte man öffnen. Und hatte dann zumindest beim Fahren ein bisschen Wind. Jetzt musste man für wasweißichwieviele Millionen diesen Siemens-ULF-Dreck kaufen und hat dann beste Saunabedingungen, weil nie irgendwas funktioniert

Besser wers, sie würden die Fenster zumachen und noch die Heizung aufdrehen, dann kippt man wenigstens weg und hats bis zur Endstation hinter sich.

u/Odra_dek — 2 months ago
▲ 39 r/Austria

China besteuert Off-Shore Stiftungen - bei uns unmöglich oder?

Heute ausnahmsweise mal kein philosophischer Wall-Of-Text sondern ein simpler Artikel. China führt 20% Vermögenssteuer für Offshore Trusts ein. Einfach so. Man kann von dem Regime halten was man will, aber wenn die was machen, dann gscheit. Da wird nicht jahrelang diskutiert, jahrzehntelange "Übergangsfristen" vorgesehen. Das wird entschieden. Und gemacht. Bis 22. Oktober dieses Jahres muss das Vermögen deklariert werden. That's it.

Fragesteller: "Ok, und was wird jetzt konkret besteuert, die Einbringung, die Ausschüttung...?"

China: "Ja"

>Now a 20% levy will be collected at nearly every stage of a trust’s life, from establishment to profit distribution and termination. 

Aber kann man das nicht trotzdem umgehen? Tja, anscheinend will niemand das Risiko eingehen. Weil das ist halt auch so ein Aspekt mit dem chinesischen Regime, wennst dich dort blöd anstellst spielts Knüppel aus dem Sack.

Der endgültige Treppenwitz der Geschichte, dass wir uns in unserem Neofeudalismus so dermaßen festgefahren haben, dass selbst menschenrechtsverachtende Diktaturen heute schon besser und fairer gegen Steuerflucht vorgehen als wir.

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u/Odra_dek — 2 months ago

The Tale of Two Economies

>The key to understanding the U.S. economy is to understand that we have two economies, not one. The economy of rich Americans is booming. Salaries are high. Profits are soaring. Luxury brands and upscale restaurants are packed. There is no recession.

>The economy of the middle class and poor is in crisis. Poverty and near-poverty are spreading. Unemployment is rampant. Household incomes have been falling sharply. Millions of discouraged workers have dropped out of the labor force entirely. The poor work at minimum wages to provide services for the rich.

https://www.jeffsachs.org/newspaper-articles/mkgs4tjklsh5f8dy59946y7lwzjmpb

Would you guess when this article was written? 2011. In the year two thousand fkin eleven.

I read a lot about wealth inequality, both from an economics and sociology perspective and one of the most flabbergasting aspects is, that economies are still treated everywhere as a singular coherent entity. Which is obviously not the case anymore and has not been the case for decades.

There is one economy for the superrich. They hoard the wealth, they own the assets, they have literally more passive income than they could ever spend. Then there's the economy for the rest of 80-90% of people, who own very little (or in the case of the lower half, next to nothing), work their whole lives without any chance of ever achieving anything at all. And the irony? The superrich even "carry" the economy because without their demand for luxury items, many of the poor would even be out of work. This is the same mechanism as in the Feudal Ages, where the royalty basically "employed" the whole town, because nobody else could afford metalwork, carpentry, craftsmenship, not even talking about art and music.

Yet especially economic literature still completely ignores this. There is one GDP. One unemployment rate. One CPI. One Interest Rate. Simply fascinating.

u/Odra_dek — 2 months ago
▲ 58 r/Austria

Der verfehlte Fokus auf "den Arbeitsplatz" - wann denken wir endlich um?

Nachdem ich sonst immer über Vermögensverteilung schreibe, hier einmal ein etwas anderes Thema. Nämlich der irrgeleitete Fokus auf „den Arbeitsplatz“ oder „Jobs“. Sowie die Frage, wann hier endlich ein fundamentales Umdenken stattfindet.

Das Konzept, dass die allermeisten ein Fixum ihrer Lebenszeit als Arbeitszeit an einen Dritten verkaufen, dafür Geld bekommen um ihr Leben zu bestreiten, ist in der heutigen Ausprägung recht jung. Die Grundlage ist die protestantische Arbeitsethik. Entgegen alten Konzepten wie bei den alten Griechen, wo Arbeit eigentlich fast schon verpönt war, stellt dieses Konzept die tägliche Arbeit in den Mittelpunkt des persönlichen Seins. Und ist natürlich eng verzahnt mit dem Aufstieg des Kapitalismus.

Wir spulen etwas vor zur Industrialisierung. Jedem ist bekannt, dass dies ein dunkles Zeitalter für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerrechte war, man erst im 20. Jahrhundert mühselig einzelne Rechte für die Arbeitnehmerschaft zurück erkämpft hat. Was aber idR deutlich weniger Leute wissen, dass zu Beginn der Industrialisierung die horrenden Tages- und Wochenarbeitszeiten keineswegs die Norm waren. Arbeiter haben Freizeit über (mehr) Arbeit bevorzugt und schlichtweg nicht gearbeitet, wenn sie genug zum Leben verdient hatten. Erst als Reaktion darauf hat der Kapitalismus mit der Ausbeutung begonnen, Löhne drastisch gekürzt, Schichtarbeit eingeführt. Sir William Temple hat schon Ende des 17. Jahrhunderts vorgeschlagen, lebensnotwendige Güter so hoch zu besteuern, damit Arbeiter schlichtweg gezwungen waren, 14-16h pro Tag zu arbeiten, um zu überleben. Oder auch zwei Zitate.

Arthur Young (1771). „Everyone but an idiot knows that the lower classes must be kept poor, or they will never be industrious”

Patrick Colquohoun (1806). “Poverty Is therefore a most necessary and indispensable ingredient in society, without which nations and communities could not exist in a state of civilization…It is the source of wealth, since without poverty, there coulb be no labour; there could be no riches, no refinement, no comfort…”

Hervorragender Artikel zu dem Thema auch: E.P. Thomspon „Time, Work-Discipline, and Industrial Capitalism“, der präzise aufgearbeitet hat, wie wir uns weg entwickelt haben von einer Arbeitswelt mit Fokus auf ein Ergebnis hin zu Fokus auf Zurverfügungstellung von Zeit.

http://reparti.free.fr/thompson67.pdf

So, jetzt sind wir im Jahr 2026. BS Jobs sind überall, AI erlebt exponentielles Wachstum. Alles steckt noch in den Kinderschuhen. Für mehr und mehr Menschen ist evident, dass der Beitrag, den jeder von uns zum „Endprodukt“ (wasauchimmer das ist) in vielen Fällen stark am sinken ist. Mit dem Problem, dass unsere Gesellschaften überhaupt nicht auf die Folgen des Ganzen vorbereitet sind. Weil alles sich nach wie vor auf den „Job“ fokussiert.

Dazu illustrativ folgendes Beispiel: 20 Menschen, eine Maschine, drei Szenarien. A) Alle arbeiten, Endprodukt 100; B) zwei Menschen arbeiten, Endprodukt 150; C) sechs Menschen arbeiten, Maschine arbeitet, Endprodukt 200. Es ist völlig evident, dass niemand ernsthaft Szenario A) gesamtgesellschaftlich bevorzugen sollte. Exakt dort sind wir aber nach wie vor. Es ist für uns nach wie vor unvorstellbar, eine Welt zu gestalten, wo tatsächlich die Maschinen für einen Gutteil des Endprodukts verantwortlich sind.

Oder anders. Wir wissen nicht, wie wir die Erträgnisse des Ganzen vernünftig auf alle verteilen sollen. Also erfinden wir BS Jobs, weil ein „Job“ immer noch das Beste ist, das uns einfällt. Auch wenn viele von uns vergleichsweise mehr und mehr unproduktiv sind.

Oben hab ich geschrieben, das ist kein Posting über Verteilung. Ups. Sorry. Ich hab gelogen. Weil natürlich ist es das. Früher oder später werden wir den Punkt erreicht haben, wo wir schlichtweg nicht mehr genug BS Jobs für alle erfinden können, wo der automatisierte Kapitalismus in seiner gnadenlosen Effizienzmaximierung immer mehr und mehr Menschen überflüssig macht. Was dann?

Für mich ist die Antwort recht klar. Wir müssen ehestmöglich hin zu einem System, das „den Job“ eben nicht länger als Basisvoraussetzung für die Befriedigung der alltäglichen Grundbedürfnisse hat. Das kann ein „Grundeinkommen“ sein, in Wahrheit geht aber selbst das nicht weit genug, weil es die Ressourcen immer noch ins bestehende Geldsystem einbettet. Bessere Ideen? Hab ich aktuell leider selber keine. Anyone?

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u/Odra_dek — 3 months ago

[KCD1] I love the save game system

I realise I am very late to the party. Initially thought I would skip this franchise due to lack of time (I'm old), only got it after the second game got great reviews. I play all games more or less completely blind. The only thing I remembered from the original reviews was that so many seemingly took offense with the save game system. So I went into it, expecting the worst.

And I love it, and wanted to share. It reminds me of the old GTA titles where you could only save in your garage. Die during a mission? Bad luck, everything from the beginning again. Here the game even has save states during most missions *and* savior schnaps. Which I used probably only 3-4 times in my now 60h ongoing playthrough. Fast travel makes travelling to a bed easy enough. To me, this game achieves the perfect balance where everything you do directly after a save state incurs a certain amount of risk. Want to go on a stealing expedition? Well, you can't quicksave after every lockpick. Have to battle some bandits on the way home? Better make sure you survive somehow. Makes everything more immersive to me.

Please no spoilers for the second title...but I just hope it stays this way.

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u/Odra_dek — 3 months ago

Falschgeld Scam?

Evtl. bin ich nur paranoid, ich frag daher zur Sicherheit, ob euch das auch schonmal passiert ist.

Zuletzt wirklich zweimal hintereinander. Ich schreib paar Mal hin und her, tauziehen um ein paar Euro, man einigt sich und vereinbart Abholung. Kommen die Typen und haben zufällig den ausgemachten Betrag nicht genau dabei. Einmal hat der (Verkaufsbetrag 80 Euro) nur einen Zweihunderter-Schein (?), ein anderes Mal - evtl. etwas glaubwürdiger - beim Betrag von 20 Euro nur einen Fünfziger. Beide Male Glupschaugen und ob ich nicht wechseln könnte.

Ich hab beide zum Bankomaten geschickt und vorgegeben, überhaupt kein Bargeld zum Wechseln daheim zu haben.

Bin ich da der Alman? Weil ich mein, ganz koscher ist das doch nicht, oder? Wenn ich mir einen konkreten Fixbetrag ausmach, dann nehm ich das Geld doch schon vorher abgezählt mit.....?

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u/Odra_dek — 3 months ago
▲ 149 r/Austria

Vermögenssteuer - das Vorbild Norwegen

Hallo ihr dummen Kinder! Odradek ist aus dem Urlaub zurück und weiter gehts mit Fortbildung zur Vermögenssteuer. Heute einmal kein theoretisch-abstraktes Thema, sondern zur Abwechslung mal ein ganz konkretes Beispiel.

Norwegen.

Bekanntlich neben Nordkorea, China und Cuba einer der kommunistischsten Staaten überhaupt. Norwegen hat seit 1893 eine Vermögenssteuer. Entgegen kümmerlicher populistischer Propaganda sprechen die Zahlen eine ganz klare Sprache. Die Erträge sind hoch und steigen kontinuierlich. Zuletzt auf 31,4 Milliarden Kronen, was 2,75 Milliarden Euro entspricht.

https://www.momentum-institut.at/grafik/norwegen-vermoegensteuer-aufkommen-nach-erhoehung-weiter-gestiegen/

Sehen wir uns das Konstrukt etwas näher im Detail an. Norwegen hat nämlich sämtliche Probleme, die hier und anderswo immer als "völlig unlösbar" hingestellt werden, längst gelöst.

https://blog.aiderlegal.com/norwegian-wealth-tax

https://nlsnorwayrelocation.no/the-reality-of-the-norwegian-wealth-tax-formuesskatt/

Man zahlt 1 Prozent für Vermögen zwischen 1,7 und 20 Millionen Kronen, für alles darüber 1,1 Prozent. Was ist das umgerechnet? Eine Freigrenze von erstaunlichen umgerechnet (gerundet) 155.000 Euro. Nein, da fehlt keine Null. Das ist tatsächlich so. Vermögen selbstverständlich abzüglich Verbindlichkeiten, also Schulden.

Für Immobilien gibts aber eine wichtige Ausnahme. Für den Hauptwohnsitz wird die Immobilie bis zum Betrag von umgerechnet 900.000 Euro mit einem Prozentsatz von 25% "bewertet". Dh. du hast eine normale Wohnung, ein normales Haus, Wert 1.000.000? Dann "zählt" es so als wärs 250.000 Wert. Dh. es wird 1% für die Differenz 150.000-250.000 fällig. Also 1% von 100.000. Also 1.000 Euro im Jahr. Wahrhaft katastrophal, da reiten die leninistischen Reiter ein. (Und für alles über den Betrag wird die Hauptwohnsitzimmobilie immer noch "nur" mit 70% bewertet). Bei allen weiteren Immobilien, insbesondere Zweitwohnsitzen, fährt die Steuer aber mit 100% Bewertung voll rein.

Dabei aber nicht genug: Norwegen gewährt einen Discount in der Bewertung für Aktien, Anleihen und ETFs, diese werden mit 80% bewertet. Kein großer Discount, aber immerhin 20% Abschlag gegenüber Immobilien. Damit will man Immobilieninvestments die Attraktivität vs Aktien etwas nehmen.

Aber Odradek, das Hauptproblem sind doch die Shares in den "privaten" Unternehmen, das würde doch den armen kleinen Startups ganz fürchterlich schaden? Ähem. Nein. Vgl hier ab Seite 9.

https://www.wealthandpolicy.com/wp/BP138_Countries_Norway.pdf

Eigentlich ganz simpel: Basis für die Steuer ist das Nettoaktivvermögen, der "net asset value". Dh. wenn irgendein Angel Investor auf Basis des Goodwills, Forecasts, etc. eine extrem hohe Bewertung zugrundelegt und das Unternehmen aufm Papier auf einmal Milliarden wert ist? Egal. Insbes. Goodwill wird nicht in die Besteuerung miteinbezogen.

Und selbst das wird schon hinterfragt und über Reformen nachgedacht:

https://nsfr.se/wp-content/uploads/2025/06/Skaar_KoerverSchmidt.pdf

Wäre das auch in Österreich umsetzbar? Selbstverständlich. Unsere bestehenden Steuerregime sind hochkomplex, dagegen wäre so etwas eigentlich eher simpel. Ist es realistisch, dass zu meinen Lebzeiten so etwas realpolitisch möglich ist? Selbstverständlich nicht. Weil hm.

u/Odra_dek — 3 months ago

Was sind eure langfristigen Investitionsziele?

Vorweg: Ja, ich weiß, das Thema wird hier immer mal wieder angesprochen. Aber meiner Wahrnehmung nach immer relativ spezifisch. Also zB bzgl Altersvorsorge, FIRE, Immobilienfinanzierung, etc. Nie auf einer grundlegenderen Meta-Ebene. Das will ich hier versuchen.

Hintergrund: Ich/wir (Ehepaar Anfang 40) haben eine kreditfinanzierte Wohnung in Wien, daneben ca. 100k in ETF und 100k im Bundesschatz (quasi Staatsanleihe für Private ohne separates Depot). Wieso 100k de facto Tagesgeld? Weil wir schon seit längerer Zeit diverse Dinge bei der Wohnung und bei meinem Elternhaus machen wollten, aber schlicht zeitlich nicht dazu gekommen sind. Naturgemäß ist der erste Gedanke: "Sofort einen Großteil in einen All-World-ETF, gar nicht viel nachdenken".

Seitdem wälze ich aber tatsächlich die Frage, wofür ich eigentlich investiere? Das ist unterm Strich ja sogar weniger eine Investitionsfrage, sondern eng verzahnt mit Lebensplanung. Das Geld ist bei weitem nicht genug für vorzeitiger Teilzeit-Ruhestand, aber auch mehr als genug für alles andere. Wenn jetzt meine rationale Hirnhälfte sagt "steck das Geld doch endlich in einen All-World-ETF" antwortet die andere: wozu? Warum nicht zB alles in Bitcoin, wenns massiv raufgeht, super, wenn nicht, eigentlich auch egal?

Daher: Was sind eure ganz generellen, wirklich langfristigen, Investitionsziele? Wofür habt ihr euren ETF Sparplan? Fürs Alter? Wenn ja, in welcher konkreten Form? Absicherung gegen Zusammenbruch des Pensionssystems, der gelegentliche Luxus, oder extremere Formen wie Auswandern? Für Kinder? Für Altersteilzeit? Oder mittelfristiges persönliches Immobilienupgrade?

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u/Odra_dek — 3 months ago