Ab wann sollte man einfach mal das Leben genießen und der Vermögen hinten anstellen?
Moin zusammen,
ich stecke gerade in einer kleinen Zwickmühle, was meine Finanzen und meine Lebensplanung angeht, und wollte mal hören, wie ihr das seht.
Kurz zu mir. Ich bin M29, Single, Software-Entwickler, ca. 4.300 € Netto. Fixkosten halte ich bewusst niedrig wohne noch in einer relativ günstigen 2-Zimmer-Wohnung für 750 € warm und fahre kein Auto. Meine Sparquote liegt aktuell bei knapp 50 %, der Rest wandert stur in den Heiligen Gral und mein Depot steht kurz vor den sechs Stellen.
Eigentlich die perfekte r/Finanzen-Bilderbuchkarriere. Aber in letzter Zeit frage ich mich immer öfter, wofür mache ich das Ganze eigentlich?
Ich merke, wie ich in eine Art Geiz-Spirale abrutsche. Ich ertappe mich dabei, wie ich Verabredungen mit Freunden im Restaurant absage, weil mir 30 € für ein Essen zu viel vorkommen, obwohl auf meinem Girokonto jeden Monat ein riesiger Überschuss bleibt. Ich würde gerne mal eine größere Reise machen, aber der Gedanke, dafür 4.000 € aus dem Cashreserven zu nehmen, was zwei Monats-Sparraten killt, blockiert mich mental komplett.
Wenn ich das hochrechne, kann ich mit Mitte 40 oder 50 vielleicht in Teilzeit gehen oder Lean FIRE erreichen. Aber was bringt mir das, wenn ich meine besten Jahre damit verbringe, wie ein Student zu leben, während mein Umfeld das Leben genießt?
Auf der anderen Seite habe ich totale Angst vor der Lifestyle Inflation. Wenn ich jetzt anfange, mir ein schickeres Auto zu leasen oder in eine teurere Wohnung zu ziehen, kann ich warscheinlich nicht mit 40-50 einen Gang runter schlaten.
Habt ihr auch diesen Punkt erreicht, an dem das Sparen von einer rationalen Entscheidung zu einer mentalen Bremse geworden ist? Wie habt ihr den Switch geschafft, Geld wieder als Werkzeug für Lebensqualität zu sehen und nicht nur als Highscore in der Banking-App?