ich hasse euch so sehr (3)

Da die lieben Philosophen,

zu dämlich sind zum Sprechen,

alles nehmen und im Ofen

dort die Menschen brechen,

#

sie nehmen sich das Leben

und die Sprache fort,

why not, die können's eben,

rotzen's raus dann dort,

+

die stärksten Beiträge

dieser Wissenschaft

sind direkte Wege

in keine Geisteskraft

+

und als das Feld geräumt,

legt der Addi los,

aufgeklärt, aufgebäumt,

das Geheule groß,

+

halb Europa abgemetzelt,

Kant legt Hände auf,

die Seelen weggeschnetzelt,

auf weiter, auf, auf

+

also zur Sozialarbeit,

wo sie Menschen lieben,

unter fett und breit

ist das Wort geblieben,

+

das Neue ist Klient,

ich frage: warum,

wer die Profis kennt,

Profi! Klar. Saudumm.

+

Und dann wird gedealt:

Opfer nennt sich krank,

der den Helfer spielt

ist als Arzt die Bank

+

und Problem ist gelöst.

Gut sind Psychologen,

alles innen eingedöst,

ganz ohne Drogen,

+

einfach durch Sprachen,

auf unter null gekühlt,

wo einst Herzen brachen,

wird nicht mehr gefühlt,

+

genauso der Patient

der eingeschläfert wird,

bis die Seele pennt

und aus dem Fenster irrt,

+

vor allem die Lektüre

Mensch nicht im Spiel

ich lese und spüre

verlangen nach Stihl,

+

einfach das Bein absägen,

es tut richtig weh,

oder unter Zug legen,

Augen raus, auch okay,

+

irgend ein Philosoph,

alt, längst in Rente,

offensichtlich doof

wie eine Plastikente,

+

Lego oder Playmobil

oder Kuscheltier,

hat nicht so sehr viel

von dem Mensch in mir.

+

Es fehlt die Psychatrie,

bricht mal ein Kind

frag nicht wo und wie,

wenn sie drei dann sind

+

und am Leben brechen

vor der Entscheidung,

vor richtig sprechen,

klar, die Einweisung,

#

dort trifft sie Gott,

soll sich Arzt nennen,

Sicherung fliegt flott.

sauber Geist austrennen,

#

"ich habe Angst!", "nein!"

Anschlag Oberstube,

das Baby, es nässt ein,

einfach eine Tube

+

halt's Maul und friss rein,

direkt aus dem Brutkasten

in Schweineeimer rein,

um die Seele totzufasten.

+

Machen sie's geschickt,

geht es bei vielen

hoch her, da wird gefickt

weil sie gerne spielen,

Leute, keinen Stress,

der gute Mann

wär früher zur SS,

klar, auch hier kann

+

er unendlich verfügen

er hat alle macht,

er muss niemals lügen

er kriegt sie gebracht

+

unschuldig und frei Haus,

kleine, kranke Kinder

oder süße Zuckermaus,

turnt an nicht minder.

+

Doch, ganz schön gemacht.

Alles Dreckschweine.

Seelen-Scheißeschacht.

Sorgen macht es keine

+

draußen, doch es zieht

ist das Fenster offen

umher ein finstres Lied,

sucht schwaches Hoffen,

+

leckt das kalte Herz,

sucht die Seelensplitter,

sucht großen Schmerz

und die Hirngewitter,

+

an Kindern saugen

macht es gern,

bis sie taugen

pfeift's von fern,

+

ist die Zeit gekommen.

Bis sie mit leerer Brust

irgendwann wieder mitgenommen

irgendwann, nur ohne Lebenslust.

reddit.com
u/Pitiful_Ad_6188 — 12 days ago

ich hasse euch so sehr (2)

Warum Marx nicht gehen kann?

Erstens steht sein Name drauf,

was Arbeitern, nehm ich an,

irgendwie dann doch fällt auf,

#

zweitens eine andre Klasse,

er nur wieder eine Zahl

einer Druntermasse,

die ist am Ende Kapital,

#

wenigstens für einen

der ihn objektiv betrachtet,

der's zumindest wollte meinen

und als Subjekt so missachtet,

#

so wäre er ja wieder Ware,

wieder eine dumme Nummer,

der Weg zur neuen Bare

wäre Zusatzkummer,

#

dazu war's nicht hell,

zuerst ein Narzisst zu sein

Intellektuell

scheißt du so ganz sicher rein,

#

zwangsläufig - ohne Stimme,

nur von oben runter

Richtung Bauarbeiterkimme

gehst du als Denker unter

#

und ohne Wissen um das Wesen,

dass Entwicklung immer endet,

kann sie an dir zwar ungenesen,

was nicht kann: sie wendet,

#

also entweder weggeschmissen,

oder bleibst Hosenscheißer

auf dem Ruhekissen,

bleib ruhig, Wadenbeißer,

#

werd allein doch Führer,

1000 Jahre auf dem Posten,

Demagoge und Verführer

such Lebensraum im Vollpfosten,

#

schreibe ruhig kein Kampf,

hoffe, du bleibst unverletzt,

hol dir keinen Wadenkrampf.

150 Jahre nichts umgesetzt,

#

Egoonaniestunden,

in Gedanken an die Arbeiter

durch die du dich für gut befunden,

schlaf nur, lieb', schön weiter,

#

träum deinen Radikalentraum.

Der Pöpel wird dich lieben,

vor allem mit dem Maul vor'm Schaum.

Sorry. Hab die Scheiße nicht geschrieben.

reddit.com
u/Pitiful_Ad_6188 — 12 days ago

Folgefehler

Ja, wer von einer Lösung träumt,
der sollte vorab einsehen,
dass Mensch nur das Problem wegräumt,
als dessen Teil wir uns verstehen.

Viele nahmen sich für viel zu voll
und fühlten sich berufen,
auf einen Thron, von dem sie toll
nicht merkten, was sie schufen.

Sie kamen, sahen und sie spielten
sich als Trumpf aus in die Meute;
dass sie sich für die Lösung hielten,
macht Probleme uns noch heute.

reddit.com
u/Pitiful_Ad_6188 — 20 days ago

Bis bald, mein Kind

Der Deutsche, er ist gern so frei
und sperrt ein, lagerweise,
weshalb Kinder nach dem ersten Schrei
gehen manchmal kreischend leise

in seinen Knast aus Stahlbeton.
Alles riecht nach letzter Reise.
Ein lauter Hieb auf keinen Gong.
Wie groß zur Hölle ist die Meise,

wenn sie nie das erste Wort frei sprechen,
sie niemals ehrlich offen hoffen,
sie vor dem ersten Tag schon brechen,
die nie Entscheidungen getroffen,

wenn sie welken, brechen, eingehen,
als wär ihr Herz schon ewig alt,
als ließ Leid sich durch den Nabel sehen,
als wär's im Mutterleib schon kalt,

als würd's flüsternd zu den Bäuchen sprechen.
Sie sind noch kerngesund geboren
und doch verdammt sofort zu brechen,
und Dank uns direkt verloren

und vor dem Namensschild schon ausradiert,
und vor lebendig schon verreckt
und bevor es jemals was verliert,
verschwindet's, wird bezweckt

in klirrend kalt, schneebedeckt,
und hinter Mauern und
im nichts wird ausgeleckt,
machen wir ein gesund

aus dem ersten, letzten krank.
Weil wir kranke Schweine sind.
Der nicht vorhandnen Kraft sei Dank.
Tut mir Leid. Bis bald, mein Kind.

reddit.com
u/Pitiful_Ad_6188 — 24 days ago
▲ 24 r/einfach_schreiben+3 crossposts

Stiller Protest!

Anfänglich war sie sachlich-nüchtern,

vor zehn Jahren am Gymnasium

unaufgeregt und schüchtern,

Weder blind, noch taub, noch dumm,

bis mehr der bösen Worte fielen,

da blieb ihr oft nur traurig gucken –

sie sah’s auf Herz und Nieren zielen

und du sahst sie zusammen zucken,

bis ihre Eltern noch Streit anfingen,

da überlegte sich das Menschenkind,

als ihr Worte durch den Kopf gingen,

dass Menschen besser schweigend sind.

Seit zehn Jahren nun ist sie verstummt.

Nicht einen Mucks, kein Laut, kein Lachen.

Vor dem Leben in sich selbst vermummt,

hat sie aufgehört, es mitzumachen.

https://makaveli85.wordpress.com/?s=Stiller+protest&submit=Suchen

u/Pitiful_Ad_6188 — 13 days ago

eiertanz

ich weiß ja ja ich weiß
wie lange ich nun schon deine augen
mit rum trage in meinem gesicht
hackfresse
ich erinnere mich genau
als ich dich zum ersten
mal vor mir sah und deine stimme
ohne dich zu hören
und wie daraus ein neues
lebensziel erwuchs an dessen ästen
irgendwann nichts mehr hängen sollte außer
worte nur meine worte
und mit ihm keimten zart
erste flammen des kampfes
gegen ein leben mein leben
das versucht mich zu töten
und meine Hoffnung und mein werk
seit ich die erste brise seiner
schweren luft zu atmen bekam
nur manchmal nachts alleine schon
bin ich eingeschlafen und deine augen
suchten nach mir in den worten
die wie der regen vom spätabend
vom ende des daches
ins ewige tropften
und noch glaubte das leben
die stetige dosis
tödliches gift würde reichen
um mich einschlafen zu lassen
längst bevor es zu spät ist
noch merkte das leben nicht
dass ich durch dich in mir
durch die Tragödie
links faust
und rechts seinen besten freund
als Helfer als Helfer in der Hand
hatte und die deckung so
bereits zum angriff erhoben
und es erhöhte die dosis
und ich erhöhte die dosis
und es wurde nacht und ich begann
dem regen zu folgen zum ende der dächer
und ich begann ihn zu sammeln
und ich begann zu laufen und den tag
endgültig zu verlassen und das leben
merkte das zum ersten mal etwas
nicht mehr verlief wie gewohnt und
ich schrieb meinen namen in den wind
dem ich folgte und wurde so zu dem
was mich abtrug von der kalten straße
mich entlang des regens tropfend von
all den dächern vom letzten abend davor
durch die Dunkelheit führe bis ich dich
endlich deine worte wieder vor mir sah
wie ein licht das mich leiten konnte ohne ein leuchten
und alles, alles was ich umarmen
und nie wieder los lassen wollte schickte
mich weg und auf in den kampf der mich bis
hierher schon auf schritt und
in tod jagend verfolgte

und so ging ich auf das freie feld
mit offenen wunden durch schnitte
von gestern so scharf dass sie heute erst
aufzubrechen und bis auf die knochen zu reissen
und es schickte euch um mir seinen Tod
unter die nase zu reiben
und es schickte euch mir um mir euren schlaf
in die träume zu streuen
und offene wunden
und es schickte mir euch um mir eure worte
ins wort fallen zu lassen doch
wusste ich längst dass ich bloß aufhören muss
zu sterben und anfangen muss
mich zu töten um dich in mir leben zu lassen
um mit deinem feuer in ihrer kälte
sengenden sand in mir oase zu zaubern
aus denen auch der zehnte tag nach der neunten
nacht noch jeder schluck leben irgendwie lebendig schmeckte
endlos ließ es mich sterben
bis ich endlich wieder den tod wählte
und du begannst den müll den sie in mich stopften
den ich bereitwillig schluckte als wäre
mein ende längst medizin durch dich durch dich
und du ließt ihn brennen den müll
und ich sah die zeichen am himmel der über mir
seit jahren nicht mehr existierte nur noch blut
das über meinen Körper strömte und von meinen lippen
durch meinen stift begann
den ich einzig fest an mich hielt
die seiten von morgen
mit leben zu füllen
und längst ging es nicht mehr ums überleben
nur noch um blut
das ich vergießen musste
um die wunde die ich längst war
nicht ausbluten zu lassen
jahrelang
jede begegnung mit leben gesegnet mit schmerz
und mehr davon am verdammten morgen danach
bis ich eines schönen abends
als gerade die sonne aufging
und ein jahr unter oder alles
wir saßen wie immer
ich mit mir ganz alleine, selbstversändlich
zehn tage wach
zitternd und in gedanken verloren
zwischen koks und kuchen
ich weiß es noch als wärs gestern gewesen
obwohl es eben erst passierte
setzten die wehen ein
und der schmerz all der schmerz
ergab sich in einer geburt und machte sinn
als wir das leben zur welt brachten
das wir so doch nicht umsonst suchten
ich weiß es noch
als wäre es gestern gewesen
wie stolz du den kleinen ansahst und sagtest
schatz schau doch schau
es ist
es ist
ein verdammtes crackbaby
und ich weiß noch genau wie ich stolz sagte
ooooooooooooooooooooooooooooohhh
wie süß und das wasser in deinen augen
halten wollte für tränen der Freude
weil es uns so ähnlich sah
bis mir auffiel
es gibt keinen grund zur Freude
weil es uns so ähnlich sieht
blutgruppe positiv
motortyp kämpferherz
form der fresse schlechter scherz
futternd bloß die not nur
windel voll mit fetter rußspur
vom ersten atemzug direkt
die lunte im hals
wegbrennend direkt
beiderseits her

ganz die alten
ganz die alten

und jetzt wo unser kleines leben
noch aus dem Häuschen ist
zieh doch die schuhe
oder was fürsten so tragen
an den dingern die fürsten
daunten so haben
ziehs aus und
komm einmal ganz aus dir raus
und ganz einfach ganz rein
sollte dir heiß sein
stell dich nicht so an
ist bloß selbstgemachter
Raumduft
der nicht nur nach hochofen riecht
nach vielen kalten wintern
verdammter einsamkeit
lass uns in ruhe nun
mit der familienplanung beginnen
um endlich anzufangen
sie abzuschließen
schick doch die vögel wieder
zurück an den himmel und lass sie
ihre raketen mit liedern bombardieren
und wenn sie liebe brauchen die spinner
schau aus meinen augen
kleines
und lass dir von deiner stimme aus
dem oberstübchen der bude gegenüber
deine geschichte erzählen
vielleicht sind die reißenden trommelfelle
der neuorientierung bereits dienlich
während die taubenscheiße hagelartig
auf ihren wackelnden wellblechen einschlägt und
sie so nicht merken
wie ich dabei bin ihnen
auf die dächer zu steigen
sind sie bereits klein
und unser leben groß und stark und
als es flügge wird und wieder
nach hause zurückkehrt
ist es verschwunden nachdem
es uns den ort
an dem wir lebten
vom leib reißt
als wäre es nichts außer geil auf ein darunter
und uns rausschmeißt
aus mittendrin am ende

in die mitte eines anfangs
an dem ich nackt stehen werde
vor zitternden rüstungen
die in dem saustall der ich bin
hinter unseren augen und durch unsere stimme
alles finden werden was sie je brauchten
und niemals je suchten
eine seele in zwei brüsten
unter einer kippe danach
alles an kraft
alles, alles an verstand
und so die verdammte krone
ihrer verdammten Schöpfung
endlich ihren meister in mir
und alles für eins
und alle in einem
und als sie mit einem mal
im Moment feststellen
das nicht alles war wie es schien
und so plötzlich klar wird
dass vieles verdammt nochmal
genau das ist
wonach es aussieht
und endlich so
alles wieder in allem
alle in jedem
und alles und jeder

dann wird’s zeit
für das alte eisen
etwas zurückzugeben so lange
wir noch heiß sind
freund, bruder, familie
lass uns gehen
zurück auf die suche
die nun endlich wieder
ewig
heim auf den alten weg
im nichts veschwindend
überall zu sein
mit dem alten lied
nicht endend mehr
endlich
nach morgen
den neuen zu finden

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u/Pitiful_Ad_6188 — 1 month ago

Dichter! Dichter!

Dichter! Dichter! Ja! Du! Da!
Dichter! Dichter! Geh mir nah!
Dichter! Dichter! Näher ran!
Fackel ab! Und zünde an!

Lüfte Schleier! Lüfte Nebel!
Lehn zurück und drück den Hebel,
dichter! Dichter! Lass es sein!
Holt’s dich ab, dann lädt es ein,

dichter! Dichter! In die Tiefen!
Dichter! Wo die Träume riefen,
hinter Hirnen, unter Häuten,
lass es krachen, lass es läuten!

Dichter! Dichter! Lass es klingen,
lass es schwirren, lass es schwingen,
Dichter! Knirsche mit dem Kiefer,
kratz mit Nägeln über Schiefer,

dichter! Dichter! Lass es schütteln,
lass es beben, lass es rütteln,
Dichter! Dichter! Bis sie fallen,
lass die Worte nach dir krallen,

Dichter! Dichter! Hab sie lieber,
steck mich an mit deinem Fieber,
stell mir Haare auf im Nacken,
dichter! Dichter! Lass dich packen!

Dichter! Dichter! Ja! Du! Da!
Dichter! Dichter! Geh mir nah
und lass es Spreu und Weizen trennen,
wo sie züngeln. Lass es brennen!

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u/Pitiful_Ad_6188 — 1 month ago

eier! wir brauchen eier!

Mit den Worten, die wir lasen,
gab man nicht mal mehr mit hin?
Heute les ich all die Phrasen,
nur was drauf steht, ist auch drin.

Mir war es, als ob dieser Funken
irgendwann mit Rauch verflog.
So hat es jedenfalls gestunken.
Das Wort wetzte sich am Monolog,

wie die Affen, die am Schleifstein sitzen.
Nun ist es lustlos. Und wirkt leer.
Es kann stöhnen. Es kann schwitzen –
doch Eier hat es keine mehr!

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u/Pitiful_Ad_6188 — 1 month ago
▲ 2 r/einfach_schreiben+1 crossposts

come get some

Was du willst, ist all das haben?
Was es hier für mich nie gab?
Dich tot zu schweigen und zu laben?
Von der Wiege bis ins Grab
stand ich auf und komm nicht wieder.
Nur ihr ward da, die ganze Zeit.
Euer Herz und unsre Lieder.
Was ihr ansaht, tut mir Lied!

Ihr saht, wie sie mich rupfen.
Ihr ließt es Federn regnen.
Ich hörte euch die Saiten zupfen.
Ich hört euch Leid durch Noten segnen.
Ihr seht mich fallen, seht mich rennen,
ihr hört mich klagen, singen,
ihr saht mich lügen, saht mich flennen.
Unser Lied, nun lasst es klingen.

Seht ihr es durch’s Leben heizen?
Während Zylinderträger, Schicksen,
während sie die Beine spreizen
das eigne Ego anzuwichsen,
während die Verlierer loosen
laufen zwölf Töpfe, selbstgebaut,
Vollgas Richtung Ende cruisend
durch all das, was sich aufgestaut.

Könnt ihr sie hören, unsre Lieder?
Ihr müsst ans Fenster gehen!
Legt sie auf und hört sie wieder!
Fangt mit an, den Film zu drehen!
Hört ihr die Motoren heulen?
Seht ihr Aufruhr, blaue Lichter,
die Ratlosigkeit der Pestbeulen,
das Ätzende, die Arschgesichter?

An jedes Lächeln, echtes Lachen,
an jeden, den sie rümpfend meiden,
an die Trauer und das Sorgenmachen,
an jeden Schmerz und all das Leiden,
an die Getretenen, Getoppten
die sie einsperren und halten –
an die Geschlagnen und Bekloppten!
Lasst es uns nun selbst gestalten!

Die Flügeltüren stehen offen!
Dreht eine Proberunde! Bald!
Den Schlüssel habt ihr! Euer Hoffen!
Wer’s nicht kann? Lernt laufen halt.
Was euch hält, das lasst links liegen!
Wir werden auf dem Teppich bleiben,
denn unser Teppich, der kann fliegen!
Leben heißt, es wild zu treiben!

Scheißt auf alles, was ihr solltet!
Wir bitten euch, ein Teil zu sein,
zu tun, was ihr schon immer wolltet.
Wenn’s euch abfuckt, dann haut rein,
wenn’s euch quält, dann lasst es wissen,
nehmt euch endlich, was euch fehlt,
wenn’s egal scheint, drauf geschissen –
lernt es lieben, wenn’s beseelt.

Was du liebst, musst du nun lassen.
Verlerne, dich dafür zu schämen.
Bald hörst du auf, dich selbst zu hassen.
Wenn es will, dann lass es nehmen.
Am Ende ist mir nichts geblieben,
dem Leben sag ich: Danke sehr!
Ihr habt gelernt, euch selbst zu lieben,
ich weiß nun: es liebt mich mehr.

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u/Pitiful_Ad_6188 — 1 month ago

lippen, haut und licht

Ein kaltes Bad in kühler Menge,
ihr Weg macht für mich keinen Sinn.
Mit Augen gerade durchs Gedränge,
wie bald da und doch nie hin

und sowas von schnurgeradeaus,
als liefen sie vor Umsicht weg.
Ständig fort und doch nie raus,
wenig Leben. Viel Gepäck

und dazwischen ja, fallen auf
zwei lange Beine und ein Wahnsinnspo.
Die Verfolgung, sie nimmt ihren Lauf
und ich tipp sie an und sie sagt so,

du läufst mir also hinterher?
Sie dreht sich, ich seh das Gesicht
kaum und will doch direkt mehr,
seh nur Lippen, Haut und Licht

und wunderschöne, braune Locken.
Vom Scheitel bis zur Zehe Frau,
links auch grüne Hoffnungssocken.
Ihre Augen tief begehrlich blau,

die Brüste heiß, das Becken schlank.
Ihr Atem riecht nach Krankenhaus,
top steril und so leicht krank.
Ich hak sie ein und führ sie aus

und hör von Liebe, Lust und Zank.
Sie müsste mir erzählen müssen
von 1001 Aktenschrank.
Bei zwei fang ich sie an zu küssen

und hör bei nie mehr wieder auf.
Das Leben steht auf, raus und ab.
„Hoffentlich gehst du bald drauf!“,
wir küssen uns und ich hab

sie im Arm, durch grün und Dreck.
Sie wünscht auf Handgelenk aus Handgepäck
ein bisschen Fernweh. Ich bloß Luft und ein Besteck.
Wir schließen Augen, träumen weg

bis die Stille klingt nach Licht
in dem wir uns lang lieben
hier hat das Leben kein Gewicht
ohne das wir bis hinaus getrieben

es riecht, als wären Fenster offen
wir schwimmen durch ein Meer aus Klee
tauchen ein in grünes Hoffen
tauchen auf und ich geh

Richtung Strand und ich dreh
mich um und blick in eine leere Hand.
Ich blicke nochmal auf die See,
lächle in die schwarze Wand,

wo ein paar Sterne flackern trist,
wo eine Möwe fliegt hinaus.
Wo immer es vielleicht je ist.
Vielleicht wartest du auf mich zu Haus.

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u/Pitiful_Ad_6188 — 1 month ago