Mein Partner: mehr Kind als ein Mann. Hilfe bin lost.
Hallo Reddit, ich brauche mal eure Einschätzung.
Ich (m27) bin seit knapp 8 Monaten mit meinem Partner (25) zusammen. Anfangs lief alles super, aber mittlerweile ist die rosarote Brille wohl abgefallen.
Kurz zu uns: Ich bin Metalhead, gehe gerne auf Konzerte, Festivals und in den Moshpit, trinke am Wochenende gerne mal ein Bier mit Freunden und genieße auch meine Zeit alleine – beim Zocken oder Zeichnen. Ich wohne alleine.
Er ist das komplette Gegenteil: keine Konzerte, kein Alkohol und ziemlich judgy gegenüber Leuten, die in den Pit gehen oder Alkohol trinken. Einen richtigen Freundeskreis hat er auch nicht, eher lose Bekanntschaften. Außerdem wohnt er noch bei seiner Mutter und ist in Therapie. Er ist grundsätzlich ein toller Mensch, aber manchmal habe ich das Gefühl, eher mit einem Kind als mit einem Partner zusammen zu sein.
Mein eigentliches Problem sind die ständigen Diskussionen, teilweise wegen absoluter Kleinigkeiten:
Sexleben: Ziemlich eintönig und wenig auf meine Wünsche abgestimmt. Selbst wenn ich mal dran bin, verliert er mittendrin die Lust. Das kratzt natürlich auch am Selbstbewusstsein.
Freiraum: Er betont, dass wir unabhängige Menschen sind, ist aber verletzt, wenn ich alleine etwas mit Freunden unternehme, ohne ihn einzuladen. Gehen wir gemeinsam aus und ich möchte länger bleiben, wird er wiederum wegen der späten Uhrzeit zickig.
Freizeit: Ich plane meine Wochenenden teilweise Monate im Voraus um ihn herum, damit Fahrten und Unternehmungen für ihn passen. Eigene Zeit mit Freunden ohne ihn hatte ich dadurch seit Monaten kaum noch.
Geld: Er schuldet mir seit einem halben Jahr rund 200 €. Sobald ich das Geld anspreche, weil ich es selbst brauche, fühlt er sich angegriffen und ist wieder verletzt.
Meine Zukunftspläne: Ob neues Auto, Thailand-Urlaub, Tattoo oder eigene Wohnung – vieles davon hat er schlechtgeredet, ohne sich dafür zu entschuldigen. Gleichzeitig spricht er von gemeinsamen Urlauben, obwohl es finanziell bei ihm eigentlich nicht drin ist.
Kommunikation: Manchmal verdreht er Aussagen oder behauptet im Nachhinein, Dinge nie gesagt zu haben. Auch meinen Freunden erzählt er teilweise andere Versionen als mir.
Dazu kommt, dass meine letzten Beziehungen nach etwa sechs Monaten aufgrund von psychischem Druck gescheitert sind. Deshalb bin ich mittlerweile vorsichtiger. Er hat mir mehrfach versucht zu erklären wie eine langfristige Beziehung funktioniert, aber in einem Ton, der mich dumm fühlen lässt.
Was mich besonders beschäftigt, ist die Zukunft.
Wenn wir jetzt schon ständig über dieselben Dinge diskutieren und sich nichts verändert, wie soll das erst werden? Seine Aussage dazu ist, dass mit einem gemeinsamen Zusammenziehen sowieso alles entspannter wird.
Ich sehe das ehrlich gesagt anders. Als ich angesprochen habe, dass ich mir aus finanziellen Gründen noch unsicher bin, hat er angefangen zu weinen und meine eigentlichen Bedenken komplett ausgeblendet. Am Ende stellte er es so dar, als würde ich unsere gesamte Beziehung infrage stellen.
Ich möchte ihn nicht verletzen, aber ich kann auch nicht ständig alles in mich hineinfressen. Durch sein häufiges „Ich bin verletzt“ oder „Ich verstehe das nicht“ ertappe ich mich mittlerweile dabei, jedes Wort fünfmal zu überdenken, bevor ich überhaupt etwas anspreche. Dabei versuche ich bereits, ruhig, freundlich und reflektiert zu kommunizieren.
Bin ich mittlerweile zu kritisch oder übersehe ich hier etwas Grundlegendes? Wie würdet ihr mit so einer Situation umgehen?
Peace out ✌🏻