
r/Energiewirtschaft

Stadt Nürnberg setzt beim Rückbau auf E-Baumaschinen
electrive.netDeutschland warnt: EU-Steuerpläne gefährden nationale Souveränität
de.euronews.comNeptune Energy startet Pilotphase II für Lithium aus der Altmark
neptuneenergy.deRaffinerie Heide: Wasserstoff-Großprojekt gescheitert
tagesschau.deDas EEG-Ziel für 2026 wurde jetzt erreicht
energy-charts.infoTürkei steigt in den Markt für Offshore-Windenergie ein - erste Ausschreibung über 1 GW in Vorbereitung
iwr.deWien: Tausende Haushalte noch ohne Smart Meter
wien.orf.atStrompreis: Wieder stabil und günstig durch Batteriespeicher?
zdfheute.deDas „Heizungsgesetz“ ist seit 29. Juli abgeschafft – und fast gleichzeitig wurde die Förderung gekürzt. Was das konkret kostet.
Seit dem 29. Juli 2026 ist das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) in Kraft. Der Bundestag hatte die Novelle am 10. Juli mit 323 zu 271 Stimmen beschlossen. In den Schlagzeilen stand danach überall "Heizungsgesetz abgeschafft". Das stimmt formal – führt aber in die Irre, wenn man daraus ableitet, dass Heizen jetzt billiger wird.
Was tatsächlich weggefallen ist: Die 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien ist gestrichen, die §§ 71 und 72 GEG sind aufgehoben. Es gibt keine neue Austauschpflicht für Bestandsheizungen, und der Betrieb fossiler Heizungen bleibt bis zum 31.12.2044 zulässig. Wer eine funktionierende Gasheizung hat, muss also nichts tun. Neu eingebaute Gasheizungen müssen ab 2029 allerdings eine Quote von 10 Prozent klimafreundlicher Brennstoffe erfüllen, die bis 2040 schrittweise auf 60 Prozent steigt – und wer diese Brennstoffe zu welchem Preis liefert, ist bis heute niemandes belastbare Zusage.
Der Teil, über den kaum jemand spricht, ist die Förderreform acht Tage vorher. Seit dem 21. Juli 2026 gelten für den KfW-Zuschuss 458 neue Konditionen (https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Heizungsfoerderung/): Die maximal förderfähigen Kosten sind von 30.000 auf 28.000 Euro für die erste Wohneinheit gesunken. Der Klimageschwindigkeitsbonus liegt bei 16 statt 20 Prozentpunkten. Der Einkommensbonus wurde auf bis zu 40 Prozentpunkte angehoben und stärker gestaffelt – der Höchstsatz liegt jetzt bei 80 Prozent, maximal 22.400 Euro. Wer wenig verdient, steht also besser da als vorher. Haushalte ab rund 50.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen bekommen dagegen spürbar weniger.
Entscheidend ist aber die Zeitachse, und die wird bislang kaum diskutiert. Die Grundförderung von 30 Prozent sinkt ab Anfang 2027 auf 15 Prozent. Zusätzlich fällt die förderfähige Höchstsumme ab dem 01.02.2027 alle sechs Monate um 750 Euro, bis sie zum 01.08.2030 bei 22.000 Euro liegt.
Ein Rechenbeispiel für einen Durchschnittshaushalt ohne Einkommensbonus, Wärmepumpe für 28.000 Euro: Heute Grundförderung 30 Prozent plus Klimageschwindigkeitsbonus 16 Prozent, macht 46 Prozent und damit 12.880 Euro Zuschuss. Derselbe Haushalt, dieselbe Anlage im Februar 2027: 15 plus 16 Prozent auf dann 27.250 Euro förderfähige Kosten, also rund 8.450 Euro. Eine Differenz von etwa 4.400 Euro für sechs Monate Warten.
Dazu kommt die Kostenseite, die unabhängig vom Gesetz weiterläuft. Der nationale CO2-Preis liegt 2026 im Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne. Ab 2028 greift der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr, und dort gibt es keinen politisch gedeckelten Preis mehr, sondern eine Menge. Wer heute eine Gasheizung einbaut, trifft eine Entscheidung über die nächsten 20 Jahre und kennt zwei der drei relevanten Preisgrößen nicht.
Aus der Praxis: Der Fehler, den ich am häufigsten sehe, ist nicht die Wahl der falschen Heiztechnik. Es ist die Reihenfolge. Erst wird die Heizung getauscht, dann fällt auf, dass die Hülle die Vorlauftemperatur nicht hergibt oder dass eine gedämmte Kellerdecke die halbe Anlagenleistung gespart hätte. Wer die Reihenfolge umdreht, spart in der Regel mehr Geld als jeder Bonus bringt.
Meine Frage in die Runde: Ist der Zeitdruck durch die sinkende Förderung nicht genau die Planungsunsicherheit, die man mit der Novelle eigentlich abschaffen wollte? Und wer von euch zieht einen Heizungstausch jetzt vor, den er sonst 2028 gemacht hätte?
Kurz zu mir: Ich bin Energieberater und arbeite mit 120 Energieberatern vor Ort im Bundesgebiet; wir sind in der Energieeffizienz-Expertenliste des Bundes gelistet und begleiten Sanierungsfahrpläne und Förderanträge quer durch alle Baujahrgänge. Dabei entstehen jedes Jahr 2000 Energieberatungen.
Wenn Atomkraft so teuer ist, warum baut dann die ganze Welt jetzt gerade?
Gerade im Handelsblatt gelesen, dass Italien nach 40 Jahren auf Atomkraft setzt und Atomkraftwerke plant. Polen baut seine ersten in der Geschichte. UK baut welche neu. Frankreich setzt schon seit vielen Jahrzehnten auf welche und trotz viel höherer Kosten, bleiben sie dabei. USA und China sind ein Thema für sich, dort sind kleine Atomwerke geplant, die private Firmen wie Meta mit Strom versorgen sollen usw.
Die Niederlande, die in so vielen Dingen wie Digitalisierung und moderne Gesellschaft weiter ist als Deutschland plant auch welche.
Nur Deutschland ist strikt dagegen.
Nur ein Kindergartenkind oder Schwurbler würde sagen, dass diese Länder dumm sind oder unüberlegt sind, oder die langfristigen Kosten unterschätzen. Gerade weil es darunter viel erfolgreiche Länder wie Niederlade oder Polen sind.
Wenn alle eine andere Meinung haben und ich der einzige bin, der meint, dass eine Technologie schlecht ist oder zu teuer, ist die Wahrscheinlichkeit nicht hoch, dass ich mich irre und nicht die anderen?
Börsenstrompreise (Day-Ahead) in Deutschland und Europa im aktuellen Hochsommer (gewichteter Tagesdurchschnitt)
Nächstes AKW-Problem
Ein Quallenschwarm setzt die Kühlung eines französischen Atomkraftwerks unter Druck. Experten sehen einen Zusammenhang mit wärmeren Meeren. https://www.fr.de/panorama/quallen-alarm-in-frankreich-dieser-schwarm-bringt-ein-akw-fast-zum-stillstand-zr-94439138.html?utm\_source=\_shared&utm\_medium=west&utm\_campaign=interactionbar
Keine Lust auf höhere Netzentgelte? Nutzt die Konsultation
Da ich grad die Kinder ins Bett bringe habe ich keine große Lust selbst zu schreiben, daher habe ich die KI gebeten mir den folgenden Text anhand einzelner Stochpunkte zusammen zu schreiben.
Wie viele von euch sicherlich mitbekommen haben, plant die Bundesnetzagentur (BNetzA) mit dem Verfahren AgNeS (Allgemeine Netzentgeltsystematik Strom) eine grundlegende Reform der Netzentgelte.
Unter anderem geht es darum, wie Prosumer mit PV-Anlagen, Speichern und steuerbaren Verbrauchern künftig an den Netzkosten beteiligt werden sollen (Stichwort: Kapazitätsentgelte / Grundpreisaufschläge).
Man liest hier im Sub immer öfters Frust darüber, dass "die da oben" den PV-Ausbau und die Eigenversorgung wieder unattraktiver machen wollen. Was viele aber gar nicht auf dem Schirm haben: Wir sind dem Entwurf nicht schutzlos ausgeliefert!
Bevor die BNetzA den Festlegungsentwurf final beschließt, ist sie gesetzlich verpflichtet, eine öffentliche Konsultation durchzuführen. Und hier kommen wir alle ins Spiel:
💡 Warum ihr mitmachen solltet:
- Jede Stimme zählt wirklich: Jede Privatperson, jeder PV-Betreiber hat das Recht, eine formelle Stellungnahme bzw. Einwendung zum Entwurf einzureichen.
- Der Masse-Effekt: Natürlich wird die BNetzA wegen einer einzelnen Mail nicht ihr ganzes Konzept über den Haufen werfen. Wenn aber hunderte oder tausende PV-Betreiber sachliche Argumente (z. B. Fehlanreize für Speicher, Entwertung von Bestandsanlagen, Ausbremsen der Energiewende) einreichen, entsteht enormer Druck. Die Behörde muss die Einwände prüfen und im finalen Beschluss begründen.
- Klagen bringen uns als Einzelpersonen nix – das hier schon: Gegen die fertigen Beschlüsse vor dem OLG Düsseldorf zu klagen, ist für Privatpersonen finanzieller Selbstmord (das überlassen wir Verbänden wie dem BSW Solar oder den Verbraucherzentralen). Das Konsultationsverfahren ist hingegen kostenlos, unbürokratisch und unser direkter Hebel.
Wie läuft das ab?
Entwurf abwarten: Der Entwurf wurde im veröffentlicht und liegt jetzt bis Mitte September online im Rahmen der öffentlichen Konsultation bereit.
Stellungnahme schreiben: Kein Juristendeutsch nötig! Es reicht eine sachliche Begründung, warum die geplante Regelung aus eurer Sicht als Betreiber fehlerhaft ist oder falsche Anreize setzt. (Tipp: Verbände stellen dafür oft auch Leitfäden oder Vorlagen bereit).
Abschicken: Direkt per Formular oder E-Mail an die BNetzA.
Lasst uns die Meckerecke verlassen und der Behörde zeigen, dass die Prosumer-Community laut und organisiert ist!
Bringt das was?
Aus beruflicher Sicht kann ich sagen, dass solche öffentliche Runden ein extrem guter Hebel sein können, um Vorgänge schnell eine ganz neue Dynamik zu verpassen. Warum? Da arbeiten letztlich auch nur Menschen. Sicherlich gibt es eine gewisse motivierte politische Agenda dahinter. Was ist aber das schöne in Deutschland und seinen Behördenstrukturen? Niemand, aber wirklich niemand, will letztlich Verantwortung übernehmen.
Wenn am Ende der Konsultationsphase also tausendfache, ggfs. Ja sogar negative, Kommentare/Anmerkungen eingegangen sind, wird sich was ändern.
Hier der Link:
https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Beschlusskammern/GBK/Ebene1\_Rahmen/AgNes/start.html
Heizungsmarkt legt zu – Wärmepumpen setzen positive Impulse
bdh-industrie.deVDE FNN: Warum die Beschleunigung des Rollouts über bestehende Smart-Meter-Infrastruktur gelingt
Positionspapier des VDE FNN zum Thema Smartmeter Light.