Ostberliner Gourmets und andere Fancy Pants: Wo finde ich Trüffel?
Idealerweise irgendwo in Friedrichshain oder Prenzlberg. Gelegentlich gibt es wohl welche im Frischeparadies, aber ich hoffe noch auf eine bessere Quelle.
Idealerweise irgendwo in Friedrichshain oder Prenzlberg. Gelegentlich gibt es wohl welche im Frischeparadies, aber ich hoffe noch auf eine bessere Quelle.
10 Jahre Planungsverfahren, für 1200 Wohnungen, Gewerbeflächen und eine neue Schule - aber der Artikel beginnt natürlich mit dem Fokus auf die "knapp zwei dutzend" Demonstranten mit ihrer "Mahnwache für die Tiere und Pflanzen" ...
Na drücken wir mal die Daumen.
Mit Pony und sogar einem kleinen Schwimmbecken.
950 Euro für 5 Übernachtungen auch preislich in Ordnung ... denke ich, bis ich sehe: PRO PERSON.
Ist das Schwimmbad mit Champagner gefüllt? Darf ich das Pony mitnehmen? Was zum Henker ist hier los? Über Alternativvorschläge wäre ich sehr dankbar.
Das SEZ muss sterben, damit wir leben können.
Ciao Carbonara-Chabos, ich bin Psychotherapeut. Wie ihr vielleicht mitbekommen hat, brennt bei uns gerade berufspolitisch der Baum. Viele - angeblich etwa ein Drittel - der Vertragspsychotherapeuten (also Kollegen mit Kassensitz) überlegen ihren Sitz abzugeben. Die Kassensitze sind ein kurioses Wirtschaftsgut: Wer mit gesetzlichen Krankenkassen abrechnen will, braucht eine Zulassung; die Zahl der Zulassungen ist pro Region gedeckelt (Bedarfsplanung, echte Zahlenmagie, mit der die Kassen darlegen, wieso die Versorgung mit Psychotherapieplätzen eigentlich zu gut ist).
Wer rein will, muss warten, bis ein Kollege aufhört, und dessen Praxis im Nachbesetzungsverfahren übernehmen. Dafür werden je nach Region bis deutlich über 100.000 Euro gezahlt. Juristisch kauft man "die Praxis", faktisch bezahlt man die Zulassung. Ein vollausgelasteter Sitz sichert grob 160.000 Euro p.a. (mit Gruppentherapie auch mehr) allerdings nur, solange man selbst darin arbeitet. Verpachten geht nicht, verkaufen nur über einen Zulassungsausschuss, der theoretisch auch jemand anderen nehmen kann.
Mich interessiert nicht primär, ob sich der Kauf lohnt. Mich interessiert vor allem: Was ist das für eine Anlageklasse? Der Wert entsteht ja ausschließlich durch staatliche Verknappung, oder? Ohne Bedarfsplanung wäre der Sitz nichts wert, damit gleicht er dem New Yorker Taxi-Medallion.
Meine Fragen an euch:
Hallihallo, ich bin selbst Psychotherapeut und Mitgründer einer Agentur für Psychotherapeuten: Helfers Helfer (https://www.helfershelfer.net/). Wir haben ein Tool entwickelt, das beim berüchtigten Kostenerstattungsverfahren hilft: Der KEVER. Klickt euch gerne einfach mal durch, es ist wirklich ziemlich selbsterklärend. Mehr Info hier:
Was zum Henker ist das Kostenerstattungsverfahren?
Wenn du gesetzlich versichert bist, Psychotherapiebedarf hast und keinen Therapieplatz bei einer Kassenpraxis findest, ist das ein Fall von Systemversagen. In so einem Fall darfst du zu einer Privatpraxis gehen und dir die Kosten von deiner Krankenkasse erstatten lassen (§ 13 Abs. 3 SGB V). Die Logik dahinter: Die Kasse ist verpflichtet, dir eine Behandlung zu ermöglichen. Schafft sie das nicht, musst du dir selbst helfen dürfen, ohne auf den Kosten sitzen zu bleiben.
Der Haken sind die bürokratischen Hürden: Du musst einen umfangreichen Antrag stellen.
Schritt 1: Privatpraxis finden
Du brauchst eine Praxis mit approbierten Psychotherapeutinnen oder Psychotherapeuten, die Kostenerstattung anbieten. Viele Privatpraxen schreiben das auf ihre Website. Einfach anfragen. Das Erstgespräch zahlst du in der Regel erst mal selbst (grob 100 bis 150 Euro), wobei manche Kollegen ... "kreativ" sind bei den Rechnungsdaten um Patienten entgegenzukommen. Ist das Kostenerstattungsverfahren erstmal bewilligt, ist ein Therapeutenwechsel für gewöhnlich kein Problem.
Schritt 2: Bei deiner Kasse anrufen
Die Anforderungen der Kassen unterscheiden sich teils immens. Manche wollen, dass du über die Terminservicestelle (116 117) gesucht hast. Andere wollen eine Liste mit Absagen. Ruf an und frag konkret: "Was brauchen Sie von mir für einen Antrag auf Kostenerstattung nach § 13 Abs. 3?" Notier dir Datum, Name und Antwort. Wir haben die entsprechenden Infos gesammelt und eingepflegt in den KEVER.
Schritt 3: Absagen sammeln
Ruf bei Kassenpraxen an und dokumentiere die Absagen. Datum, Praxis, Wartezeit oder "kein Platz". Je nach Kasse brauchst du drei bis zehn Absagen. Das nervt tierisch, aber diese Liste ist das Herzstück deines Antrags. Der Fachbegriff dafür ist "Systemversagen": Das System hat für dich keinen Platz.
Schritt 4: Sprechstunde in einer Kassenpraxis (PTV 11)
Klingt widersprüchlich, ist aber nötig: Du brauchst einen Termin in einer psychotherapeutischen Sprechstunde bei einer Kassenpraxis. Die sind meist kurzfristig zu bekommen, z.B. über 116 117. Dort bekommst du ein Formular namens PTV 11, auf welchem der Therapiebedarf eingeschätzt wird. Wichtig ist, dass der Therapiebedarf als dringend eingeschätzt wird.
Schritt 5: Unterlagen von der Privatpraxis
Die Privatpraxis gibt dir eine Bestätigung, dass sie einen Platz für dich hat und wann es losgehen kann, einen Kostenvoranschlag mit Stundensatz und Sitzungszahl sowie ihre Qualifikationsnachweise (oder das sogenannte Institutionskennzeichen, das reicht vielen Kassen).
Schritt 6: Antrag schreiben und abschicken
Der Antrag ist formlos. Du beantragst Kostenerstattung nach § 13 Abs. 3 SGB V, verweist auf deine Suche und legst alles bei: Absagenliste, PTV 11, Unterlagen der Praxis. Schick ihn per Einschreiben oder gib ihn persönlich ab. Der Eingang muss nachweisbar sein.
Wenn die Kasse ablehnt?
Kommt recht oft vor. Du hast einen Monat für einen schriftlichen Widerspruch. Verweis auf deine Nachweise und frag, welchen konkreten Therapieplatz die Kasse dir stattdessen anbietet. Kann sie keinen nennen, stehen die Chancen gut.
Wie zahlt man?
Meist bekommst du von der Praxis eine Rechnung, zahlst sie und reichst sie bei der Kasse ein. Manche Praxen rechnen direkt mit der Kasse ab, dann musst du eine Abtretungserklärung unterschreiben.
Und wozu der KEVER?
Unsere Agentur Helfers Helfer versucht Psychotherapeut:innen zu helfen und damit Geld zu verdienen. Der KEVER soll dabei helfen, uns bei Kolleg:innen bekannt zu machen. Er ist und bleibt für Patient:innen kostenlos, aber man kann am Ende etwas spenden.
Datensicherheit?
Alles läuft im Browser, nichts wird gespeichert oder an einen Server geschickt.
Fragen zum Verfahren beantworte ich gern in den Kommentaren.
Ich bin Freiberufler, deshalb betrifft mich das Thema nicht direkt. Unterm Strich ist Kündigungsschutz ja ein benefit und benefits kann man eigentlich immer direkt in Geld ummünzen. Mich interessieren konkrete Zahlen, bitte nicht dieses allgemeine Gemecker. Und bitte, bitte verschont mich mit Gerede über die bevorstehende Apokalypse.