Depressive Verstimmung nach erfolgreichem Abitur
Ich bin ein optimistischer Mensch. Selten bringt mich etwas aus der Ruhe, ich bin oft gelassen.
Doch immer wieder kickt mich das Leben mental aus der Bahn. So wie am gestrigen Samstag. Der jüngste Sohn hat sein Abitur mit Bravour gemeistert. Es war ein schöner Tag, angefangen mit dem Gottesdienst in der Kirche, einer launigen, aber auch nachdenklichen Predigt.
Die feierliche Übergabe der Reifezeugnisse war ebenfalls sehr schön und jeder der Absolventen bekam die Bühne für den Auftritt. Unser Sohn hat neben einem klasse Abitur auch eine zusätzliche Auszeichnung im Fach Mathematik erhalten.
Das Highlight für die jungen Menschen war zweifelsohne die Feier in der hiesigen Stadthalle. Am frühen Abend wurden die 82 Abiturientinnen und Abiturienten gefeiert und haben sich gefeiert - so soll es sein und so war es auch.
Traurige Gedanken
Und doch hatte ich bereits am Samstag Morgen einen diffusen Emotions-Cocktail in mir, den ich nicht richtig begreifen und erfassen kann. Mit dem Adjektiv "schwermütig" war dieses Gefühl gut beschrieben.
Den Tag über ließen diese depressive Stimmungen mich in Ruhe, abgesehen von der Tatsache, dass mir bewusst geworden ist, dass es das Ende der Schulzeit ist. Dieses Gefühl verstärkte sich während des Einzugs der jungen Frauen und Männer, die bald auseinandergehen und neue Wege gehen.
Und so wurde es Abend. Während die Eltern sich gegen halb elf aus dem Staub gemacht haben, ging die Party für das Jungvolk erst richtig los. So soll es sein und so war es auch.
Der neue Tag
Während ich diese Zeilen schreibe, ist es Sonntag Morgen. Die Feier und die Party sind vorüber, die Sonne scheint. Es bahnt sich ein schöner Tag an.
Doch da ist sie wieder. Diese Schwermut, die sich in meinem Körper ausbreitet und mir die Augen mit Tränen füllt.
Ich bin in solchen Situationen stark am Wasser gebaut und schäme mich nicht dafür. Im Gegenteil. Es gehört dazu. Dazu im Leben.
Danke fürs Lesen.