

















2,5 Wochen auf dem lykischen Weg in der Türkei
Hallo zusammen,
ich habe meinen letzten Urlaub genutzt, um das erste Mal in der Türkei Urlaub zu machen. Mit dem Flieger ging es von Hamburg nach Antalya und von dort aus mit dem Bus nach Fethiye. Die Flugpreise sind auch kurzfristig recht günstig und das Flugangebot umfangreich aufgrund der vielen Pauschalreisenden.
Der offizielle Weg geht Ovacık los, ich bin aber zu Fuß von Fethiye aus los gewandert. Von Fethiye aus schlängelt sich der Weg entlang der Küste über ~ 460 km und ~ 20 000 hm bis nach Geyikbayırı bzw. Antalya. Unterwegs kommt man durch viele kleine Bergdörfer, begegnet vielen Ziegen, Schildkröten, Bienen und auch Hunden und Katzen. Toll sind auch die vielen antiken Ruinen z.B. in Xanthos, Patara oder Olympus mit reicher Geschichte geprägt durch Lykier, Griechen, Römer, Byzantiner etc. (u.a. Hadrian war zu Besuch, Brutus führte Krieg, der heilige Nikolaus ist hier geboren und hatte hier seinen Bischofsitz).
Ich habe vor allem wild gecampt, was zwar nicht offiziell erlaubt ist, aber geduldet wird (kein offenes Feuer). Auf OpenStreetMap sind viele gute Plätze verzeichnet, wodurch man die tägliche Planung sehr flexibel gestalten kann. Dazu habe ich vor allem zur Erholung, für vernünftige Duschen und um meine Geräte wieder voll aufzuladen einige Male Stops in Pensionen eingelegt. Die haben mich in der Regel 30-35€ für ein einfaches Einzel bzw. Doppelzimmer gekostet.
Einkaufen kann man immer wieder entlang der Strecke. Größere gut ausgerüstete Supermärkte sind zwar seltener, aber es gibt immer wieder kleine Dorfläden, die das nötigste haben. Außerdem bieten viele in den Dörfern oder neben ihren Ziegenweiden einfache Mahlzeiten und Getränke zu günstigen Preisen an.
Die Menschen waren super gastfreundlich. Ein paar Mal wurde ich trotz Sprachbarrieren von der Straße gerufen und zum Essen eingeladen. In touristischeren Gebieten muss man aber natürlich mit den Preisen aufpassen und ggfs. im Vorhinein verhandeln, um keine unangemessenen Preise zu bezahlen.
Manche Abschnitte des Weges sind sehr trocken. Ich bin den Weg in der zweiten Septemberhälfte gelaufen. Vom Wetter her war das gut. Im Vergleich zu Juli und August ist es schon etwas abgekühlt, aber es reicht immer noch, dass man vor allem an den Küstenabschnitten viel schwitzt und dementsprechend viel trinken muss.
Der Weg ist an sich nicht technisch. Es gibt einige vereinzelte Stellen, an denen man auf jeden Fall die Hände braucht. Weite Teile führen aber über steinige und unebene Pfade, die eine gewisse Trittsicherheit und Aufmerksamkeit erfordern. Wenn man große Angst vor Hunden hat, sollte man den Weg ebenfalls meiden, da sie einem in jeden Dorf freilaufend begegnen.
Die Wegmarkierungen sind teilweise sehr gut und teilweise leider sehr schlecht bzw. nicht vorhanden. GPS ist aus meiner Sicht unerlässlich, wenn man längere Stücke des Weges laufen möchte, ohne verloren zu gehen.
Insgesamt war die Strecke ziemlich leer. Ich bin viele Stunden ohne jede Begegnung gewandert. In der Regel traf ich 5-10 andere Wanderer pro Tag.