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Die Menschheit wird einen Großteil ihrer Ressourcen auf Klimaschutz und Klimaanpassung fokussieren müssen - oder untergehen.

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich fühlte mich die letzte Zeit unglaublich hilflos, wütend und ängstlich vor der Zukunft. Ich sehe die Nachrichten und die Reaktion der Politik und vieler Menschen und bekomme nicht den Eindruck, dass die Bewohnerinnen und Bewohner dieses Planeten verstanden haben, in welcher Situation sie sich befinden. Darum ist das leider wohl tatsächlich eine unbeliebte Meinung (wurde dennoch von r/Unbeliebtemeinung und vermutlich genau deswegen von r/de gelöscht).

Für viele Menschen ist Klimawandel immernoch eine Frage des persönlichen Hitzeempfindens. Wie reden jetzt viel über Klimaanlagen, was nicht grundsätzlich falsch ist, aber den Kern des eigentlichen Problems überhaupt nicht adressiert. Es geht nicht darum, ob es uns im Sommer zu heiß wird, sondern um die Lebensgrundlagen der Menschheit. Wir mögen uns einreden, dass es eine Trennung zwischen Kultur und Natur gibt, aber die Wahrheit über diese Fehlvorstellung wird uns auf bitterböse Weise einholen.

In den letzten Tagen und Wochen überschlagen sich die Horrormeldungen. Etwa die verheerenden Waldbrände in ganz Europa, die teilweise vollständigen Ernteausfälle in der Landwirtschaft oder die historischen Tiefstände vieler essentieller Flüsse und Seen. Im Herbst und Winter werden wir den womöglich stärksten El Nino der Geschichte erleben, der unzählige Leben kosten und globale ökonomische Folgen haben wird.

Aber all das wird uns schon in 20 Jahren als kleine Unannehmlichkeit vorkommen. Es ist heute schon klar, dass die ökologischen und gesellschaftlichen Verluste gigantisch sein werden. Und je mehr wir die Situation eskalieren lassen, desto gigantischer werden sie werden. Wer heute davon spricht, dass der Klimawandel jetzt da ist, Maßnahmen dagegen also unnötig sind, versteht nicht, dass es immer noch viel schlimmer werden kann.

Es werden Situationen entstehen, in denen ihr den Wasserhahn aufdreht, aber nichts herauskommt, weil die Versorger rationieren. Straßen werden unbenutzbar sein, weil der Asphalt den Temperaturen nicht gewachsen ist. Arbeit im Freien wird wochenlang unmöglich werden. Global werden hunderte Millionen von Menschen ihre Heimat verlieren und zu Flüchtlingen werden. Überall werden Konflikte um mangelnde Ressourcen ausbrechen, die leicht zu globalen Kriegen führen können. Die Menschen werden ihr Überleben im Zweifel der parlamentarischen Demokratie vorziehen und autoritäres Durchgreifen und Durchsetzen gegenüber anderen, mit all seinen Folgen, fordern.

Klimaanlagen werden nichts daran ändern, dass Insekten (und mit ihnen die Bestäuber und existenzielle Bestandteile globaler Ernährungskreisläufe) durch Hitze, Wassermangel und Zusammenbruch ihrer Lebensträume verschwinden. Was machen wir, wenn globale Hungersnöte auftreten, große Teile der Erdoberfläche, auch in Europa, durch Wassermangel unbewohnbar werden, klimabedingte Naturkatastrophen unzählige Existenzen vernichten?

Wir werden nicht mehr darüber sprechen, ob man Veggie-Days einführt; pflanzliche Ernährung wird ganz einfach das einzige sein, wofür die globale Lebensmittelproduktion noch ausreicht. Auch Verbrennerautos in der Innenstadt, die ja eigentlich nur Heizungen sind, die einen kleinen Teil der Hitze in Bewegung umsetzen, werden die Leute die da wohnen nicht mehr tolerieren. Urlaub im Süden wird den Menschen wie ein schlechter Witz vorkommen. Und das sind nur ein paar Beispiele. Der Klimawandel wird jeden einzelnen unserer Lebensbereiche mit steigender Intensität betreffen (und tut das ja schon heute).

Ich will hier gar nicht auf den zynischen, wenn auch wahren Gedanken hinaus, 'wir haben das seit Jahren so vorhergesagt'. Aber dennoch werden die Kosten die wir jetzt tragen müssen sehr viel größer sein, als es konsequenter Klimaschutz in den letzten 40 Jahren gewesen wäre.

Die Menschheit hat noch eine Chance. Die bedeutet aber, dass wir viel, viel mehr unserer verfügbaren Ressourcen auf den Kampf um unser buchstäbliches Überleben zu verwenden. Klimaschutz und Schutz vor dem Klima muss der größte Posten in den Haushalten der Staaten sein. Wir reden hier nicht von ein bisschen Förderung von Gebäudesanierung, Elektromobilität oder Klimaanlagen.

Ich will kommunale, nationale und globale Programme sehen, die alle bisher bestehenden Anstrengungen in den Schatten stellen. Flächendeckende und riesige Wasserreservoirs auf lokaler Ebene werden genauso eine Rolle spielen wie Carbon Capture auf globalen Skalen.

All das wird Unsummen an Ressourcen (Geld, Rohstoffe, Arbeitskraft usw.) verschlingen, die an anderen Stellen fehlen. Aber selbst wenn wir nichts tun wollen, wird der Anteil der verfügbaren Ressourcen, den wir zu Bewältigung der Schäden aufwenden müssen jedes Jahr steigen. Und zwar ganz gleich, wer regiert. Selbst eine faschistische Regierung müsste die zerstörte Infrastruktur reparieren und mit den gesundheitlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Folgen umgehen. Selbst wenn sie natürlich versuchen werden, sich und ihre reichen Geldgeber zu schützen und profitieren zu lassen. Die normative Kraft des faktischen wird diese Meinung zu einer existenziellen Notwendigkeit machen.

Die Linken haben dieses Thema aktuell noch viel zu wenig auf dem Schirm. Denn es müssen aus meiner Sicht natürlich diejenigen den größten Teil dieser Kosten tragen, die von der bisherigen Untätigkeit am meisten profitiert haben: Die Top 1 Prozent, die schon heute fast die Hälfte des Vermögens der gesamten Menschheit auf sich vereinen. Wahrscheinlich werden wir uns irgendwann zwischen unserem Überleben auf der einen und Kapitalismus sowie Nationalismus auf der anderen Seite entscheiden müssen.

Edit: Sorry an alle, denen der Text ein bisschen zu lang war. Aber es tut gut, sich mal den Frust von der Seele zu schreiben.

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u/rufuseles — 5 days ago

Das Lied von Danger Dan ist das Beste, was der linken Bewegung passieren konnte!

Ich teile die Ablehnung seiner Person und einen großen Teil der Kritik an der antifaschistischen Praxis die er vorschlägt. Auch wenn ich finde, dass sie meistens zu zynisch und destruktiv ausfällt. Aber die wichtigste Konsequenz ist, dass zum ersten mal seit vielen Jahren wieder in dieser Ernsthaftigkeit und Breite über linke und antifaschistische Praxis diskutiert wird. Das ist genau das, was es jetzt braucht.

Dieser Prozess muss jetzt weitergehen. Alles was Leute dazu bewegt, über bessere Wege für die Zukunft nachzudenken und zu debattieren ist sinnvoll. Denn einer starken und immer stärker werdenden rechten Bewegung steht eine schwache antifaschistische Bewegung gegenüber, deren bisherige Strategien einen viel zu geringen Effekt hatten.

Die Voraussetzung dafür, dass bei dieser Entwicklung etwas Gutes herauskommt ist allerdings, dass sie konstruktiv und sachlich abläuft. Es bringt absolut nichts, andere zu erniedrigen oder lächerlich zu machen. Es wird viel zu schnell der Hammer herausgeholt und sein Gegenüber als dummer Linksliberaler bezeichnet oder ihm eine hoffnungslose Staatstreue unterstellt. Als ob die Mehrheit der Menschen ein geschlossenes und theoretisch konsequentes politisches Weltbild hätte. Die meisten sind verständlicherweise gerade ein bisschen verloren und fühlen sich ratlos. Mir geht es jedenfalls so. Und niemand kommt als Linker auf die Welt. Linke werden gemacht, was Zeit braucht. Antifaschismus ist daher gerade der vielleicht beste Ansatzpunkt um Leute, die ein sehr legitimes Problem mit Rechtsextremismus haben, als neue Genoss:innen zu gewinnen.

Wer bessere Ideen als Danger Dan hat, möge sie äußern und versuchen, andere ebenfalls davon zu überzeugen. Aber bitte verzichtet darauf, andere zu beleidigen oder mit Theorie-Gemacker klein zu machen. Theorie ist ein Werkzeug, die Welt besser zu verstehen und bessere Entscheidungen zu treffen. Nicht um das eigene Ego zu überhöhen, wie es mir bei einigen linken Influencern aber auch Kommentatoren hier und anderswo oft vorkommt.

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u/rufuseles — 24 days ago
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Jungfascho nach Mordversuch an Antifaschistem weiter auf freiem Fuß. Polizei und Staatsanwaltschaft lügen, relativieren die Tat und schauen weg

Vor nunmehr fast 3 Wochen stach ein Jungfascho zu (https://de.indymedia.org/node/746322). Ein Messerstich unvermittelt in die Brust eines unbewaffneten Antifaschisten. Ein Mordversuch, der glücklicherweise, wenn auch nur äußerst knapp, scheiterte. Wir wünschen ihm alle Kraft dieser Welt für die weitere Genesung und die Verarbeitung dieser Tat!

Nicht die Bullen, sondern engagierte Antifas ermittelten den Täter. Nur eine Indymedia-Veröffentlichung mit Namen und Adresse dürfte überhaupt erst dazu geführt haben, dass am Tag nach der Tat die Wohnung des Jungfaschos durchsucht, wichtige Beweise wie das verwendete Messer überhaupt erst beschlagnahmt werden konnten.

Direkt nach der Vernehmung ging es für Max D. bereits wieder nach Hause. Die Staatsanwaltschaft zeichnete das Bild eines unbescholtenen Jugendlichen, sprach gar davon, dass dieser bisher nicht polizeibekannt sei. Eine dreiste Lüge! So musste erst von Dritten ermittelt werden, dass es gegen den Jungfascho bereits 2025 wegen Körperverletzung und rassistischen Beleidigungen ein Verfahren gab. Nun gestehen die Ermittler das kleinlaut ein, faseln was von "fehlendem Eintrag zum Zeitpunkt der Abfrage".

Das Zerrbild eines ach so Unschuldigen, der rein zufällig nachts sein Messer am Start hat und versucht zu morden aus "angeblicher Notwehr", ist jedoch erst mal in der Welt und wird fleißig in der Stadtgesellschaft und rechten Online-Bubbles breitgetreten.

Ja, wir vertrauen beim Kampf gegen Nazis nicht auf den Staat und seine Behörden. Und doch sind wir fassungslos, wie Polizei und Staatsanwaltschaft weiterhin nicht ins Handeln kommen! Während das Opfer und dessen Umfeld mit den körperlichen und mentalen Folgen dieses Mordversuches konfrontiert sind, läuft der Täter noch immer in unserer Stadt frei umher und stellt für Linke, Queers und all jene, die nicht in sein Weltbild passen, eine reele Gefahr für Leib und Leben dar.

Organisiert den antifaschistischen Selbstschutz! Organisiert euch gegen diese Scheiße! Seid füreinander da, jenseits staatlicher Strukturen und Akteure!

Nazi sein heißt weiterhin Probleme kriegen, in Göttingen und anderswo!

Weiterleitung von https://www.instagram.com/p/DamrjAYjdNt/

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u/rufuseles — 1 month ago

Egal was Antifaschisten tun - Bürgis werden kommen und sich schützend und beschwichtigend vor die Faschisten stellen. Wenn eine AfD Regierung dann im Amt ist und Vergeltung an ihren Feinden üben will, werden sie schweigen.

Am Samstag werden wir den AfD Parteitag, der auf den Tag genau 100 Jahre nach dem NSDAP Parteitag in Weimar 1926 nur ein paar Kilometer weiter stattfindet, verhindern. Es reicht nicht mehr, nur zu demonstrieren und zu bitten, dass endlich was passieren muss. Hier noch ein Zitat von Erich Kästner zum Thema:

>Die Ereignisse von 1933 bis 1945 hätten spätestens 1928 bekämpft werden müssen. Später war es zu spät. Man darf nicht warten, bis der Freiheitskampf Landesverrat genannt wird. Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muss den rollenden Schneeball zertreten. Die Lawine hält keiner mehr auf. Sie ruht erst, wenn sie alles unter sich begraben hat.
Das ist die Lehre, das ist das Fazit dessen, was uns 1933 widerfuhr. Das ist der Schluss, den wir aus unseren Erfahrungen ziehen müssen, und es ist der Schluss meiner Rede. Drohende Diktaturen lassen sich nur bekämpfen, ehe sie die Macht übernommen haben.

u/rufuseles — 2 months ago

Freundschaften zu Frauen (als Mann) sind meistens besser, als zu anderen Männern.

Jedes mal, wenn ich (M37) irgendwo lese, dass Freundschaften zwischen Männern und Frauen nicht funktionieren würden, bin ich eine Mischung aus erstaunt und genervt. Denn es stimmt einfach nicht. Die meisten Freundschaften die ich habe und hatte, sind zu Frauen. Und meine Erfahrung sagt mir, dass solche Freundschaften oft genug tiefer, achtsamer, zuverlässiger, sinnstiftender, wertschätzender und vertrauter sind, als zu anderen Männern. Männerfreundschaften gelten als loyal und stabil. Aber ehrlich gesagt ist das oft nur Gerede. Echte Loyalität und Stabilität habe zumindest ich fast nur in Freundschaften mit weiblichen Freundinnen erlebt.

Männer, die in Frauen nur potentielle Partnerinnen oder Bettgeschichten, aber keine Freundinnen sehen, tun mir leid. Sie berauben sich dadurch von wundervollen und sehr glücklich machenden Verbindungen.

Natürlich ist nicht jede Frau toll und nicht jede Männerfreundschaft wertlos. Ich habe auch furchtbare Frauen und tolle Männer kennengelernt. Aber ich würde sagen, in der Mehrheit und in der Tendenz stimmt das eben Gesagte.

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u/rufuseles — 3 months ago