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Axel Springer und die Techmilliardäre – Die Lobbyforen eines Medienkonzerns
Der Axel Springer Award ist nur eines von einer ganzen Reihe von Netzwerkevents, in denen Springer als Veranstalter von Lobbyforen auftritt. Dabei spielen auch Mathias Döpfners Verbindungen zu US‑Techmilliardären eine Rolle. Das wirft Fragen über die Unabhängigkeit von Berichterstattung und Medienmacht auf.
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Döpfners gute Verbindungen zu US-Tech-Milliardären nutzen wohl auch dem Springer-Konzern. Denn Axel Springer beschränkt sich nicht darauf, mit seinen Medien über Politik und Wirtschaft zu berichten, sondern veranstaltet regelmäßig Events wie Preisverleihungen oder „Gipfel“. Oft dabei: die US-Techmilliardäre.
Besonders auffällig ist das beim Axel Springer Award. Seit 2016 werden jährlich „visionäre Persönlichkeiten aus der Welt von Wirtschaft und Technologie“ damit ausgezeichnet. Der Preis soll laut eines Sprechers des Unternehmens „außergewöhnliche unternehmerische, technologische und gesellschaftliche Wirkung“ würdigen. Zugleich biete er „Raum für journalistische Neugier, kritische Fragen und die öffentliche Auseinandersetzung mit den Ideen und Positionen der Preisträger.“ Gleichzeitig bedeute die Einladung einer Persönlichkeit für Springer aber „keine Zustimmung zu ihren politischen oder gesellschaftlichen Positionen“.
Unter den Preisträgern finden sich auffällig viele Tech-Unternehmer aus den USA: Nach Meta-CEO Mark Zuckerberg (2016) folgten Amazon-CEO Jeff Bezos (2018), SpaceX- und Tesla-CEO Elon Musk (2020), Microsoft-CEO Satya Nadella, (2023) und OpenAI-CEO Sam Altman (2025). In diesem Jahr erhält Tech-Investor Peter Thiel den Axel Springer Award. Mit diesen Veranstaltungen kann Döpfner seinen Draht zu den Techmilliardären verstärken. Gleichzeitig bieten diese Veranstaltungen den Tech-Milliardären eine Bühne für ihre Positionen – und sowohl ihnen als auch Springer Prestige.
Dass dieses Jahr ausgerechnet Peter Thiel einen Preis erhält, ist geradezu grotesk. Thiel bezeichnet sich zwar selbst noch harmlos als Libertären. Doch wenn dazu gehört, möglichst wenig Staat und viel wirtschaftliche und politische Freiheit zu wollen, meint er das wohl eher nur für sich und eine Tech-Elite, denn wirtschaftlicher Wettbewerb sei etwas für Verlierer. Machtkonzentration beschreibt seine Vorstellung wohl besser. Andere beschreiben ihn als Tech-Oligarchen oder sogar Technofaschisten, der nach autoritärer Macht und technologischer Kontrolle strebt.
Deshalb fällt besonders auf, dass Axel Springer in seiner Begründung für den Preis die Überwachungssoftware Palantir auch noch als Beitrag für resiliente Demokratien erwähnt. Palantir steht wie kein anderes Unternehmen für den Versuch, staatliche Sicherheitsaufgaben und -macht zu privatisieren. Durch Verträge mit Polizei- und Sicherheitsbehörden drohen die sensibelsten Daten von Behörden auf der ganzen Welt in die Hand eines einzigen multinationalen Konzerns zu fließen – und werden so demokratischer Aufsicht entzogen. Auch deshalb wurden Verträge einzelner Landesbehörden mit Palantir zuletzt stark kritisiert.
Meistens fällt das Wort „Demokratie“ im Kontext von Thiel, wenn sein berüchtigtes Zitat angebracht wird: Er schrieb in einem Essay einmal selbst, dass er Freiheit und Demokratie für unvereinbar hält. Er äußerte, keine Hoffnung in demokratische Beteiligung oder Wahlen zu haben, und will staatliche Strukturen am liebsten auflösen. Mit autoritären Vorstellungen von einem CEO als Präsidenten beruft er sich auf Vorbilder wie den rechtsextremen Blogger Curtis Yarvin.
Peter Thiel steht für eine Politik, in der demokratische Gleichheit gegenüber der Macht von Unternehmen, Technologie und Exekutive zurücktritt. Zusammen mit den Problemen mit Palantir birgt das die Gefahr einer hochgerüsteten, profitorientierten Überwachungsinfrastruktur, die sich demokratischer Kontrolle entzieht. Dass eine solche Entwicklung als "Beitrag zur Resilienz von Demokratien" durchgehen soll, wie es in der Springer-Begründung für die Preisverleihung heißt, überzeugt nicht. Deshalb verleihen wir feierlich den Nicht-Peter-Thiel-Preis – an alle, außer Peter Thiel.
Die Preisverleihung an einen demokratiefeindlichen US-Milliardär wie Thiel ist aber noch aus einem anderen Grund problematisch. Denn so umstritten sie sind, Aufmerksamkeit und Interesse für die Veranstaltungen generieren sie allemal. Und der Axel-Springer-Verlag unter Döpfner ist derjenige, der den Zugang zu Ihnen über seinen Konzern vermittelt und gestaltet. Der Preis schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Tech-CEOs werden umgarnt und aufgewertet. Gleichzeitig profitiert der Springer-Konzern vom Prestige und der Aufmerksamkeit.
Events als Lobbyforum
Die Preisverleihungen sind nur eine Sparte der Events bei Axel Springer. Regelmäßig finden Expertengipfel als Treffen zwischen Wirtschaft und Politik statt. Axel Springer bezeichnet sie auch als „Plattformen für journalistisch geführten Diskurs“. Veranstaltungen wie der „Welt-Wirtschaftsgipfel“ oder „Welt-Sicherheitsgipfel“ werden über die Springer-Vermarktungseinheit Media Impact mit Sprüchen wie „Werden Sie Teil des exklusivsten Entscheider-Umfeld Europas“ oder „exklusiv für CEOs“ beworben.
Sie locken mit einem Gästekreis aus amtierenden Politikern, 55 Top-Level CEOs und 75 Beisitzerinnen und Beisitzern aus der Wirtschaft oder mit „exklusive[m] Zugang zur Politik“. Trotz dieser expliziten Bewerbung in den hauseigenen Vermarktungsmaterialien sagt Axel Springer, dass „zu keiner Zeit konkrete Zugänge verkauft oder versprochen“ würden. Die Finanzierung des WELT-Wirtschaftsgipfels erfolgt laut Axel Springer über „Werbeumfelder“. Wie genau sich diese „Werbeumfelder“ von Sponsoringpaketen oder Tickets für die Veranstaltung unterscheiden, ist nicht klar.
Deutsche Spitzenpolitiker*innen sind regelmäßig Teil solcher Springer-Events. Beim diesjährigen Welt-Wirtschaftsgipfel war mit Friedrich Merz, Lars Klingbeil, Johann Wadephul, Karsten Wildberger, Alexander Dobrindt und Katherina Reiche ein großer Teil des aktuellen Kabinetts vertreten. Beim Gipfel trafen sie auf Unternehmensvertreter von Firmen wie Rheinmetall, Airbus, BMW, Siemens, Schwarz und der Deutschen Bank, um nur einige Beispiele zu nennen. Auch Rahmenprogrammpunkte wie Abendessen oder Gästekreise gehören zu dem Angebot an Unternehmen, und auch crossmediale Berichterstattung durch Springer-Medien wird beworben.
Kickls Schwurbelsender: Österreichs Rechte ist ein Fiebertraum | mit Toxische Pommes
tube.funfacts.deSachsen-Anhalt: Hinweise auf erste konkrete Absprache zwischen CDU und AfD
Die Zerstörung der CDU ist in vollen Gange:
Hat es in der Magdeburger Landespolitik eine erste bedeutsame Absprache zwischen Vertretern von CDU und AfD gegeben? Recherchen der ZEIT zufolge deutet mehreres darauf hin.
Am gestrigen Montag erfuhr die ZEIT aus Kreisen der AfD, dass mehrere CDU-Abgeordnete bereit seien, dem AfD-Landtagspräsidentenkandidaten Tobias Rausch ihre Stimme zu geben. Im Gegenzug will die AfD versprochen haben, einen Mann der CDU zum Landtagsvizepräsidenten zu wählen.
Das, so sagen es zwei AfD-Vertreter, sei als Vorspiel für die Wahl des Ministerpräsidenten gedacht.
In der vergangenen Woche hatte AfD-Fraktionschef Ulrich Siegmund angekündigt, sich im Dezember einer Ministerpräsidentenwahl im Landtag zu stellen. Seiner Fraktion fehlen drei Sitze zur absoluten Mehrheit. Das BSW hat angekündigt, Siegmund zwar teilweise unterstützen zu wollen. Aber nicht, für ihn zu stimmen bei einer Ministerpräsidentenwahl, sondern sich zu enthalten.
Woher die fehlenden Stimmen kommen sollen, dazu hielt Siegmund sich bedeckt. Er habe, so sagte er es, feste Zusagen erhalten. Aus der AfD heißt es nun: Man wisse, wer aus der CDU mit der AfD stimmen wolle, werde aber die Namen im Geheimen lassen.
Kann diese Erzählung stimmen? Oder handelt es sich dabei um bloßes Spekulieren der AfD, in der Hoffnung darauf, so eine sich selbst erfüllende Prophezeiung zu schaffen?
Die CDU-Fraktion verweist darauf, dass die Wahl zum Landtagspräsidenten geheim gewesen sei. Eine Absprache mit der AfD will man nicht bestätigen.
Auffällig ist das Ergebnis dieser Wahl. Tobias Rausch (AfD) erhielt in der geheimen Abstimmung offenbar nicht nur die Stimmen von AfD und BSW, die zusammen 44 Sitze im Parlament haben. Er bekam 48 Stimmen – also mutmaßlich vier aus anderen Fraktionen. Welche das sind, lässt sich nicht nachvollziehen, neben AfD, CDU und BSW sitzen auch Linke, Grüne und SPD im Landtag.
CDU-Fraktionschef Schulze hatte zuvor angekündigt, man werde sich geschlossen enthalten. Die Fraktion zählt 15 Mitglieder, wobei eines bei der Abstimmung am Dienstag fehlte. Enthaltungen gab insgesamt nur fünf aus dem Plenum.
Eine Sprecherin der CDU-Fraktion sagt, dass bei der Fraktionssitzung am Dienstagmorgen mehrere Abgeordnete angekündigt hätten, sich nicht wie geplant zu enthalten, sondern mit Nein zu stimmen.
Aufschwung sei nicht zu erwarten: Industrieverband warnt: "Die AfD ist keine Wirtschaftspartei"
n-tv.deWir sollten mehr auf Betroffene von Antisemitismus hören
Rainer Lehmann (73 Jahre, Enkelkind einer Jüden & eines Kommunisten) über die Rote Hilfe, Antisemitismus & den Genozid in Gaza
Thema war "Wer regiert die Hauptstadt: Kommt die "Brandmauer" nach links?"
Wurde dann abgewürgt und gab dann keine passende Antwort ab Minute 46: https://www1.wdr.de/daserste/presseclub/sendungen/Linke-Berlin100.html
ZDF-Show mit Florian Schroeder soll Satire gegen Linke und Grüne machen
sueddeutsche.deMatrix – Wie der Kultfilm unsere Welt vorwegnahm | Doku HD Reupload | ARTE
Die Matrix-Filme stehen für die Zwischengeneration, die zwar ohne Internet aufgewachsen ist, aber stark mit der digitalen Welt verbunden ist. Die Kultsaga nimmt die Konflikte des heutigen Digitalzeitalters vorweg und thematisiert unser gespaltenes Verhältnis zur Realität. Zwei Jahrzehnte nach dem ersten Film hat die damalige Fiktion die Realität eingeholt ... Die Dokumentation betrachtet die heutige Zeit durch das Prisma eines visionären Werkes, das 1999 einschlug wie eine Bombe. "Matrix" wurde zum Popkultur-Phänomen und zum Sinnbild jener Zwischengeneration, die ohne Internet aufwuchs und dennoch stark mit der digitalen Welt verbunden ist. Der Science-Fiction-Mehrteiler katapultierte das Publikum ins 21. Jahrhundert und nahm viele aktuelle politische und soziale Fragen vorweg, wie die massive Nutzung von Technologien, Hacking, Geschlechter- und Identitätsfragen, Fake News sowie Verschwörungstheorien. Hinter der Kultsaga steht ein außergewöhnliches Duo, fest in seiner Zeit verankert: die Schwestern Lana und Lilly Wachowski. Die Regisseurinnen setzten dem Hollywood-Kanon einen einzigartigen Stil entgegen, der die westliche Kultur nachhaltig prägen sollte. Ihre Filme stellen die Grenzen zwischen Realität und Virtualität, freiwilliger Knechtschaft und Rebellion, Bindung und Entmenschlichung sowie bürgerschaftlichem Engagement und Konsum infrage. Die Filme spielen in technisierten Welten, leben von Gender-Hybridisierung sowie ausgefeilten Figuren und Handlungssträngen. Sie enthüllen unser widersprüchliches Verhältnis zur Wirklichkeit, und ihre emanzipatorische Botschaft inspiriert ganze Generationen in ihrer Suche nach Wahrheit, Entscheidungsfreiheit und Selbstbestimmung. "Matrix" ist nicht nur ein spektakuläres Mainstream-Filmereignis, sondern auch ein erzählerisch, technisch und ästhetisch anspruchsvolles Werk von zunehmender Relevanz: Wie Trinity und Neo stecken auch wir bis zum Hals in der Matrix!
Doku: Betrug mit Impfpässen – und die Debatte um eine Petition gegen das Masernschutzgesetz
Der Passauer Frauenarzt Ronald Weikl war „ein bekanntes Gesicht in der Verschwörungsszene der Corona-Pandemie“ (Tagesspiegel):
>Er wurde vom Landgericht Passau schuldig gesprochen, weil er zahlreiche Atteste ausgestellt hatte, um Menschen von der gesetzlich vorgeschrieben Maskenpflicht zu befreien. Wegen der „unrichtigen Gesundheitszeugnisse“ wurde er zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr Haft verurteilt.
Auf seiner Praxishomepage finden sich Verfahren wie „Biologische Krebstherapie“, „Ozon-Eigenblut-Therapie“, die naturheilkundliche Behandlung „von Schäden nach COVID-Impfung“, orthomolekulare Medizin und natürlich Homöopathie.
„Der Blick über die traditionelle Schulmedizin hinaus hat dem Arzt jetzt große Öffentlichkeit in Form eines Auftritts im Deutschen Bundestag beschert“, schreibt der Nordkurier. Weikl hatte mit einer Petition „die sofortige Aufhebung des sog. Masernschutzgesetzes bzw. der Masern-Impfpflicht“ gefordert und dafür 38.000 unterstützende Personen gefunden. Am vergangenen Montag befasste sich der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags in einer öffentlichen Sitzung mit Weikls Anliegen. Begleitet wurde der Arzt von der Rechtsanwältin Beate Bahner (ebenfalls mit eigenem Psiram-Eintrag).
Die Gesundheits-Staatssekretärin Christiane Schenderlein (CDU) verteidigte die Masern-Impfpflicht, während Weikl allen Ernstes „den aus seiner Sicht hohen Wert der Immunisierung durch eine Maserninfektion“ anführte: Infizierte Kinder seien im späteren Leben besser vor anderen Erkrankungen geschützt, behauptete der Passauer Gynäkologe. Das Gegenteil ist der Fall: Masern schwächen das Immunsystem auf Jahre hinaus.
Die Ausschussmitglieder werten nun die Anhörung aus und formulieren eine Beschlussempfehlung für den Bundestag. Da Schenderlein beziehungsweise das Bundesgesundheitsministerium die Argumente des Petenten offiziell als unbegründet zurückgewiesen hat, gilt eine politische Umsetzung als sehr unwahrscheinlich.
ZärtLickeit und Gartenarbeit für ein gesundes Wurzelchakra sonst scheitert deine Beziehung
Frauen als Zielgruppe von Esoterik:
Laut der bevölkerungsrepräsentativen Autoritarismus-Studie von 2020 stimmen 18,4 Prozent der Frauen Aussagen über Aberglauben zu – und nur 8,8 Prozent der Männer. Diesen Befund bestätigen auch internationale Studien.
Dafür gibt es unterschiedliche Erklärungsansätze.
„Jedes Angebot schafft seine Nachfrage“, mutmaßte schon im 19. Jahrhundert der französische Ökonom Jean-Baptiste Say. Es ist keineswegs so, dass Frauen mit einer stärkeren Affinität für Esoterik geboren werden. Vielmehr werden viele bereits in jungen Jahren mit esoterischen Ansätzen konfrontiert.
Kammergericht gibt CORRECTIV Recht: Dritter Erfolg gegen Ulrich Vosgerau
Damit hat CORRECTIV in der Auseinandersetzung um dieselbe Passage zum dritten Mal vor Gericht Recht bekommen. Zuvor hatten bereits Hamburger Gerichte die angegriffene Passage in zwei Instanzen als zulässig beurteilt. Erst das Landgericht Berlin war in erster Instanz zu einer anderen Einschätzung gekommen. CORRECTIV hatte gegen diese Entscheidung Berufung eingelegt.
Die angegriffene Passage betrifft eine Äußerung Vosgeraus zur Freiheit der Wahlentscheidung junger Wählerinnen türkischer Herkunft.
„Der Kläger hat gegenüber CORRECTIV selbst schriftlich erläutert, was er in Potsdam gesagt hat. Die angegriffene Passage gibt seine Äußerungen sachlich und journalistisch sauber wieder. Dass der Kläger diese Darstellung dennoch dreimal angegriffen hat, ist presserechtlich bemerkenswert. Das Kammergericht hat nun klargestellt, dass die Berichterstattung zulässig ist“, sagt Thorsten Feldmann, Prozessbevollmächtigter von CORRECTIV und Rechtsanwalt bei JBViniol.
Die Auseinandersetzung über eine einzelne Passage über mehrere gerichtliche Instanzen an zwei Gerichtsorten zeigt exemplarisch, wie Klagen gegen einzelne Formulierungen strategisch genutzt werden, um öffentlichen Druck auf journalistische Arbeit auszuüben und Zweifel an einer Recherche zu säen.
„Der Wert der Pressefreiheit zeigt sich gerade dann, wenn Journalismus politisch unbequem wird. Das heutige Urteil ist deshalb trotz der Banalität des eigentlichen Streitgegenstands ein wichtiges Signal“, sagt CORRECTIV-Chefredakteur Justus von Daniels. „Wir lassen uns von taktischen Klagen nicht davon abhalten, weiter kritisch über die Strategien und Netzwerke der Neuen Rechten zu berichten.”
KI-Chatbots verändern die Sprache, die Logik und das wirtschaftliche Fundament der Medien. Mit etwas Pech geht’s gleich in die nächste Abhängigkeit.
mdr.de„Wir reden viel zu viel über ostdeutsche Identität“: Warum die Debatte über den Osten nicht weiterhilft
>Je länger ich auf die ganzen Ost-Formate schaue, desto weniger glaube ich, dass Deutschland an einem Mangel an ostdeutscher Repräsentation leidet. Eher fehlt die Bereitschaft, das immer gleiche Versprechen an seinem Ergebnis zu messen. Noch ein Gespräch, noch ein Film, noch ein Buch über das Unverstandensein: Wie lange soll die Einladung, endlich zuzuhören, ihre eigene Wiederholung überleben? Denn vielleicht hat sie längst einen Preis: Die deutsche radikale Rechte erhält einen besonders gut ausgeleuchteten Schauplatz namens „der Osten“ und eine fertige Geschichte vom missachteten Kollektiv. Ihre westdeutschen Wähler, ihre Organisationen und die gesellschaftlichen Verhältnisse, aus denen sie dort gewinnt, verschwinden leichter im Hintergrund.
>Ich finde daher, die medialen Fürsprecher einer Ostidentität müssen sich die Frage durchaus gefallen lassen, wie diese Wahlergebnisse wohl ohne ihr Engagement aussehen würden. Sollen wir wirklich glauben, ohne die intensive Ost-West-Debatte, die sie immer und immer wieder neu anstoßen und am Laufen halten, hätte die AfD noch mehr Stimmen? Läge sie dann „im Osten“ bei 60 Prozent? Oder ist das Ganze ein riesiger Trugschluss?
AfD-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt: Staatsrechtler zweifeln Gültigkeit der Wahl an
Grund sind diesmal nicht Schlampereien bei der Wahlorganisation, sondern der zumindest hemdsärmelige Umgang einer Partei mit der Wahlkampffinanzierung. Gemeint ist die AfD.
»Der Wahlkampf der AfD in Sachsen-Anhalt wurde Großteils aus Fraktionsmitteln finanziert«, sagt die Berliner Juraprofessorin und Parteienrechtsexpertin Sophie Schönberger. »Das war offensichtlich rechtswidrig und könnte in der Konsequenz dazu führen, dass die Landtagswahl erfolgreich angefochten werden kann.«
Hintergrund ist, dass die AfD in Sachsen-Anhalt ihren erfolgreichen Wahlkampf auch auf die sogenannten »Bürgerdialoge« der Landtagsfraktion stützte, die es im ganzen Land gab. Das Format gibt es bereits seit Jahren, worauf die AfD in ihren Einladungen auch hinweist. In diesem Jahr aber fanden sie gehäuft statt, mit klarem Eventcharakter.
Allein zwischen Februar und Juni gab es in zahlreichen Orten solche »Bürgerdialoge«, von Salzwedel bis Sangerhausen, von Halberstadt bis Coswig. Mindestens 18 solcher Veranstaltungen wurden organisiert und offenkundig auch finanziert von der Landtagsfraktion.
Fraktionen bekommen für solche Zwecke staatliche Mittel. Diese Mittel dürfen aber nicht eingesetzt werden, um die dahinterstehende Partei zu finanzieren. Denn dies würde die Chancengleichheit der Parteien verletzen, die eine eigene staatliche Förderung bekommen, die wiederum nach eigenen Regeln berechnet wird. Fraktionszuschüsse sollen parlamentarische Arbeit ermöglichen, nicht aber einer Partei zusätzliche, steuerfinanzierte Wahlkampfmöglichkeiten verschaffen.
Siegmund im Mittelpunkt
Auch der Freiburger Staatsrechtler Fabian Michl erklärt auf SPIEGEL-Anfrage: Wenn die Fraktion finanziell Wahlkampfkosten der Partei übernimmt, wie Saalmieten für Wahlkampfveranstaltungen, sei das rechtswidrig. Es handele sich dann um eine »unzulässige Parteispende«: Parteien dürften nach dem Parteiengesetz keine Spenden von Parlamentsfraktionen annehmen; und Werbemaßnahmen zugunsten einer Partei gelten nach einer relativ neuen Vorschrift des Parteiengesetzes als Spenden an die Partei, so Michl. Zudem untersagt das Fraktionsgesetz Sachsen-Anhalt ausdrücklich, Leistungen an Fraktionen »für Zwecke der Parteien« zu verwenden.
Das Wort »Bürgerdialog« ist eine bürokratisch anmutende Bezeichnung für das, was auf den Veranstaltungen geschah. Die AfD lud ins Köthener Schloss ein, in ein Amphitheater in Sangerhausen, in einen Golfclub, ein Schützenhaus, ein Hotel. In der Regel saßen die rechtsextremen Gastgeber auf einem Podium vor ihrem Publikum – meist mehrere Hundert Menschen, meist Fans.
Das kranke Geschäft mit Deepfakes in Medizin
Viktorja Müller-Eiben, leidet seit Jahren an diversen Erkrankungen. Als sie im Internet ein Mittel entdeckt, dass gegen all ihre Beschwerden helfen soll, beworben von einem falschen Dr. Eckart von Hirschhausen, bestellt sie direkt. So wie sie fallen täglich Tausende Menschen in Deutschland auf Medfakes herein. In dieser Folge von „Diagnose und Debatte“ geht es um medizinische Deepfakes, Fake-Gesundheitswerbung und die Frage: Wie gefährlich wird es, wenn gefälschte Expert:innen für dubiose Produkte werben? Die Sendung wurde im Rahmen der expopharm in München Mitte September 2026 aufgezeichnet.
Amerikas Geschlechterkampf: Grundrechte bedroht.
Der Dokumentarfilm berichtet aus den USA, einem Land, in dem in einigen Bundesstaaten Frauen für die Verbrechen ihrer Ehemänner ins Gefängnis gehen und ein Mann eine Zehnjährige zur Frau nehmen darf. Abtreibungen sind mancherorts selbst in Fällen von Vergewaltigung und Inzest illegal. Der Dokumentarfilm beleuchtet die Mechanismen hinter Donald Trumps freiheitsbeschränkender Politik.
Der Aufstieg der konservativ-puritanischen Ideologie des christlichen Nationalismus führte in den USA zu einer massiven Einschränkung der Grundrechte von US-Bürgerinnen. Vielerorts sterben Frauen, weil es an gynäkologischer Versorgung fehlt. In Bundesstaaten mit radikalem Abtreibungsverbot sahen sich bereits mehr als 100.000 Frauen dazu gezwungen, nach einer Vergewaltigung ein Kind zu gebären. Seit der Rückkehr von Donald Trump als US-Präsident sieht die Zukunft der Frauen in den USA düster aus.
Der Dokumentarfilm blickt auf die Machenschaften der Anti-Abtreibungszentren und enthüllt in Interviews die Mechanismen dieser freiheitsbeschränkenden und rückwärtsgewandten Politik. Doch er zeigt auch den Widerstand all jener, die sich mit diesen Entwicklungen nicht abfinden wollen.
Israel: Den Krieg unter der Haut | ARTE Reportage
Seit dem Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023, bei dem in Israel über 1.200 Menschen starben, führt Israel Krieg in Gaza, im Libanon, in Syrien und im Iran. Über 300.000 Reservisten hat das Land zu den Waffen gerufen. Es ist der bislang längste Konflikt in der Geschichte Israels. Und er hinterlässt auch tiefe seelische Wunden bei den Soldaten.
Die Reservisten verstärken die Reihen einer Armee, in der ab dem 18. Lebensjahr Wehrpflicht besteht. Von der internationalen Öffentlichkeit an den Pranger gestellt und von UN-Ermittlern der Kriegsverbrechen beschuldigt, soll die Armee laut einem hochrangigen israelischen Vertreter über 70.000 Palästinenser im Gazastreifen getötet haben.
Was passiert mit diesen jungen Wehrpflichtigen, wenn sie ihre Uniform wieder ausziehen dürfen?
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums leiden offiziell etwa 10.000 von ihnen unter posttraumatischem Stress. Um ihre seelischen Wunden zu heilen und Abstand vom Krieg zu gewinnen, reisen viele Reservisten auf der sogenannten „Hummus-Route“ durch Indien. Mit Hilfe von Alkohol, Drogen, Yoga und Meditation versuchen sie, ihre Kriegsdämonen zu vertreiben. Fast ein Jahr lang brauchte Antoine Védeilhé, um diese Soldaten, die ins zivile Leben zurückgekehrt sind, davon zu überzeugen, vor seiner Kamera über ihre Geschichten und ihren Schmerz zu reden. In Begleitung des Fotojournalisten Yonathan Weitzman (World Press Photo Award 2008) sammelte er die raren Erfahrungsberichte junger Männer, die monatelang im Gazastreifen kämpften. Ein Fallschirmjäger berichtet sowie ein religiöser Zionist, dem ein Hamas-Scharfschütze die Schulter zerschoss, und ein Elitesoldat… An den Stränden Südindiens und in den Vororten Jerusalems erzählen sie, wie der Krieg sie innerlich zerstörte – Reue aber zeigen sie nicht.