Seit ich KI zum Programmieren nutze, verschiebt sich für mich das Bottleneck

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Ich arbeite als Softwareentwickler in einem mittelständischen Industrieunternehmen. Ich bin noch relativ jung im Vergleich zu vielen meiner Kollegen und beschäftige mich entsprechend ziemlich intensiv mit KI. Sowohl privat als auch beruflich nutze ich Agenten zum Programmieren und beschäftige mich auch damit, wie man solche Systeme in bestehende Anwendungen integriert.

Und ich merke mittlerweile ziemlich deutlich: Ich werde dadurch massiv schneller.

Teilweise sogar so schnell, dass sich für mich komplette Prozessdynamiken verschieben. Früher war ich selbst an manchen Stellen der Flaschenhals. Heute erledige ich bestimmte Aufgaben teilweise so schnell, dass plötzlich andere Dinge bremsen: Abstimmungen, Meetings, Freigaben oder Anforderungen.

Früher war beispielsweise ein neues Thema aus einem Meeting schnell mal zwei Wochen Arbeit. Heute ist ein Teil davon teilweise innerhalb weniger Stunden erledigt. Und bevor jetzt jemand denkt, ich sitze danach zwei Wochen gelangweilt herum: Die gewonnene Zeit wird natürlich sinnvoll genutzt. 😄

Aber genau das finde ich spannend: Wenn die eigentliche Entwicklungsarbeit immer schneller wird, müssten sich doch irgendwann auch die Prozesse drumherum verändern.

Ich frage mich deshalb, ob das nur meine persönliche Wahrnehmung ist oder ob andere von euch denselben Effekt beobachten.

Verschieben sich durch KI bei euch ebenfalls die Bottlenecks und Dynamiken in euren Entwicklungsprozessen? Gerade in Unternehmen mit gewachsenen Strukturen würde mich interessieren, ob ihr merkt, dass die Entwicklungsarbeit inzwischen deutlich schneller geht, während der Rest kaum mitzieht.

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Ich habe das Gefühl, ich habe nie wirklich gelernt zu leben

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Ich weiß gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll. Ich würde einfach gerne mal meine Geschichte aufschreiben und vielleicht ein paar Meinungen oder Ratschläge von Menschen bekommen, die sich darin wiedererkennen.

Als Kind war ich extrem hyperaktiv und habe das Leben sehr intensiv wahrgenommen. Ich war ständig mittendrin und konnte kaum stillsitzen. In der Schule war ich der typische Zappelphilipp und entsprechend gab es ständig Ärger. Irgendwann habe ich gemerkt, dass es scheiße ist, so zu sein, und habe angefangen, mich immer mehr zurückzuziehen.

Mit ungefähr 15 bin ich dann extrem in die PC-Welt abgerutscht. Ich habe eigentlich meine gesamte Jugend vor dem Rechner verbracht. CS:S, LoL, WoW usw., hauptsächlich mit Leuten aus dem Internet. Gute Freunde hatte ich auch vorher kaum.

Dadurch habe ich irgendwie nie richtig gelernt, was Freundschaft oder enge soziale Beziehungen überhaupt bedeuten. Und ich merke das heute noch.

Heute bin ich 31 und habe mein damaliges Hobby zum Beruf gemacht. Nach meiner Ausbildung arbeite ich mittlerweile seit über fünf Jahren in der Softwareentwicklung. Ich verbringe also im Grunde mein gesamtes Leben am PC.

Und langsam merke ich, was mir dadurch vielleicht fehlt.

Ich habe über die Jahre sehr viele Erfahrungen in dieser PC-/Nerd-Welt gesammelt, während mir gleichzeitig viele ganz normale Lebenserfahrungen fehlen. Kommunikation mit Menschen fällt mir grundsätzlich schwer und mittlerweile habe ich das Gefühl, eine ziemlich starke soziale Unsicherheit entwickelt zu haben. Nach außen kann ich das einigermaßen überspielen, aber ich glaube schon, dass man mir das anmerkt.

Ich wohne seit einigen Jahren alleine. Auf dem Papier bin ich komplett selbstständig: eigene Wohnung, Arbeit, Haushalt usw.

Aber innerlich habe ich das Gefühl, mein Kinderzimmer nie wirklich verlassen zu haben.

Mein Alltag besteht im Grunde aus Aufstehen, PC, Arbeit, Haushalt, YouTube, Essen, Schlafen. Und am nächsten Tag wieder von vorne.

Ich fühle mich manchmal wie ein Bär, der sein ganzes Leben in Gefangenschaft verbracht hat, irgendwann freigelassen wird und trotzdem weiter im Kreis läuft, weil er nie gelernt hat, etwas anderes zu machen.

Genau so fühle ich mich.

Eigentlich könnte ich mittlerweile alles Mögliche machen. Ich bin erwachsen und frei. Aber ich laufe trotzdem immer wieder denselben Weg, einfach weil ich nie einen anderen gelernt habe.

Dazu kommt, dass ich mittlerweile wieder länger Single bin und eigentlich niemanden habe. Über Jahre hatte ich kaum Besuch, außer von meinen Partnerinnen.

Und das Verrückte ist: Einerseits stört mich das gar nicht. Ich mag es teilweise sogar, alleine zu sein.

Andererseits frage ich mich, ob ich mir das einfach so lange eingeredet habe, bis ich es selbst geglaubt habe.

Denn eigentlich bin ich genauso ein soziales Wesen wie jeder andere Mensch.

Mit Alkohol hatte ich ebenfalls große Probleme. Mit ungefähr 20 hat sich daraus eine richtige Sucht entwickelt. Zeitweise habe ich jeden Tag eine Flasche Wodka getrunken. Mittlerweile ist es deutlich besser, aber ich merke, dass ich teilweise wieder in alte Muster zurückfalle.

Ich trinke inzwischen zumindest nicht unter der Woche. Für viele klingt das wahrscheinlich nach überhaupt nichts, aber für mich ist das tatsächlich etwas, worüber ich froh bin.

Trotzdem sitze ich teilweise jedes Wochenende alleine in meiner Wohnung und bin betrunken. Ab Samstag warte ich eigentlich nur darauf, dass es irgendwann Montag wird und es mir wieder einigermaßen besser geht.

Zwischendurch habe ich angefangen zu kiffen, weil es sich für mich wesentlich besser angefühlt hat als Alkohol. Aber natürlich weiß ich auch, dass das keine wirkliche Lösung ist.

Das Schlimmste daran ist für mich inzwischen gar nicht mehr unbedingt die Einsamkeit. Es ist dieses Gefühl, dass ich gar nicht weiß, wie ein anderes Leben überhaupt aussehen soll.

Ich würde es wahrscheinlich nicht einmal erkennen, wenn es direkt vor mir stehen würde.

Ich merke auch, dass mein Kopf auf bestimmte Emotionen mittlerweile fast automatisch mit bestimmten Gedanken reagiert. Als hätte mein Gehirn bestimmte Abläufe gelernt: bestimmter Trigger → bestimmte Emotion → immer wieder dieselben Gedanken.

Und einer dieser Gedanken ist immer wieder, dass ich nicht mehr leben möchte.

Ich habe teilweise das Gefühl, dass ich gar nicht mehr weiß, wer ich eigentlich bin. Ich habe mein ganzes Leben lang versucht, irgendwie in eine Rolle zu passen und zu funktionieren. Was ich selbst will oder fühle, weiß ich dagegen teilweise überhaupt nicht.

Manchmal fühle ich mich komplett von mir selbst getrennt.

Und dann denke ich über meine Vergangenheit nach und frage mich, ob das alles überhaupt noch zu ändern ist.

Ich kann die letzten 31 Jahre nicht zurückholen. Ich kann nicht plötzlich die fehlenden Freundschaften, Erfahrungen und sozialen Entwicklungen meiner Jugend nachholen. Mein Gehirn wurde durch genau dieses Leben geprägt.

Natürlich kann man sich theoretisch verändern.

Aber ein Teil von mir glaubt trotzdem, dass ich durch meine Vergangenheit inzwischen so weit von anderen Menschen entfernt bin, dass ich nie wieder richtig Anschluss finden werde.

Vielleicht ist genau das mein eigentliches Problem:

Ich habe mein ganzes Leben lang gelernt, wie ich funktioniere. Aber nie wirklich gelernt, wie man lebt.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich jetzt konkret machen soll.

Wie fängt man mit 31 an, ein Leben aufzubauen, wenn man das Gefühl hat, die Grundlagen nie gelernt zu haben?

Wie lernt man Freundschaften, soziale Kontakte und Nähe, wenn man jahrelang fast ausschließlich alleine gelebt hat?

Und wie findet man überhaupt heraus, was man selbst möchte, wenn man so lange einfach nur funktioniert hat?

Vielleicht gibt es hier Menschen, die irgendwann an einem ähnlichen Punkt waren. Mich würde wirklich interessieren, was euch geholfen hat, da wieder herauszukommen.

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u/Present_Historian_93 — 8 days ago

Ich glaube, ich habe nie wirklich gelernt, wie man lebt -was würdet ihr an meiner Stelle tun?

Ich frage mich schon länger, ob es anderen Männern ähnlich geht oder ob ich mir mein Leben einfach auf eine ziemlich ungewöhnliche Art verbaut habe.

Als Kind war ich extrem hyperaktiv und habe das Leben sehr intensiv wahrgenommen. In der Schule war ich der typische Zappelphilipp und entsprechend gab es ständig Ärger. Irgendwann habe ich gemerkt, dass es scheiße ist, so zu sein, und habe angefangen, mich immer mehr zurückzuziehen.

Mit ungefähr 15 bin ich dann extrem in die PC-Welt abgerutscht. Ich habe eigentlich meine gesamte Jugend vor dem Rechner verbracht. CS:S, LoL, WoW usw., hauptsächlich mit Leuten aus dem Internet. Gute Freunde hatte ich auch vorher kaum. Dadurch habe ich irgendwie nie richtig gelernt, was Freundschaft oder enge soziale Beziehungen überhaupt bedeuten.

Heute bin ich 31 und habe mein damaliges Hobby zum Beruf gemacht. Ich habe eine Ausbildung gemacht und arbeite mittlerweile seit über fünf Jahren in der Softwareentwicklung. Ich verbringe also im Grunde mein gesamtes Leben am PC.

Und langsam merke ich, was mir dadurch vielleicht fehlt.

Ich habe über die Jahre sehr viele Erfahrungen gesammelt, die hauptsächlich in dieser Nerd-/PC-Welt relevant sind, während mir gleichzeitig viele ganz normale Lebenserfahrungen fehlen. Kommunikation mit Menschen fällt mir grundsätzlich schwer und mittlerweile habe ich das Gefühl, eine ziemlich starke soziale Unsicherheit entwickelt zu haben. Nach außen kann ich das einigermaßen überspielen, aber ich glaube schon, dass man mir das anmerkt.

Ich wohne seit einigen Jahren alleine. Auf dem Papier bin ich komplett selbstständig. Eigene Wohnung, Arbeit, Haushalt usw.

Aber innerlich habe ich das Gefühl, mein Kinderzimmer nie wirklich verlassen zu haben.

Mein Alltag besteht im Grunde aus Aufstehen, PC, Arbeit, Haushalt, YouTube, Essen, Schlafen. Und am nächsten Tag wieder von vorne.

Ich fühle mich manchmal wie ein Bär, der sein ganzes Leben in Gefangenschaft verbracht hat, irgendwann freigelassen wird und trotzdem weiter im Kreis läuft, weil er nie gelernt hat, etwas anderes zu machen.

Genau so fühle ich mich.

Eigentlich könnte ich mittlerweile alles Mögliche machen. Ich bin erwachsen und frei. Aber ich laufe trotzdem immer wieder denselben Weg, einfach weil ich nie einen anderen gelernt habe.

Dazu kommt, dass ich mittlerweile wieder länger Single bin und eigentlich niemanden habe. Über Jahre hatte ich kaum Besuch, außer von meinen Partnerinnen. Und das Verrückte ist: Einerseits stört mich das gar nicht. Ich mag es teilweise sogar, alleine zu sein.

Andererseits frage ich mich, ob ich mir das einfach so lange eingeredet habe, bis ich es selbst geglaubt habe.

Denn eigentlich bin ich genauso ein soziales Wesen wie jeder andere Mensch.

Mit Alkohol hatte ich ebenfalls große Probleme. Mit ungefähr 20 hat sich daraus eine richtige Sucht entwickelt. Zeitweise habe ich jeden Tag eine Flasche Wodka getrunken. Mittlerweile ist es deutlich besser, aber ich merke, dass ich teilweise wieder in alte Muster zurückfalle.

Ich trinke inzwischen zumindest nicht unter der Woche. Für viele klingt das wahrscheinlich nach überhaupt nichts, aber für mich ist das tatsächlich etwas, worüber ich froh bin.

Trotzdem sitze ich teilweise jedes Wochenende alleine in meiner Wohnung und bin betrunken. Ab Samstag warte ich eigentlich nur darauf, dass es irgendwann Montag wird und es mir wieder einigermaßen besser geht.

Zwischendurch habe ich angefangen zu kiffen, weil es sich für mich wesentlich besser angefühlt hat als Alkohol. Aber natürlich weiß ich auch, dass das keine wirkliche Lösung ist.

Und irgendwann fragt man sich dann schon, wie man aus so einem Leben wieder herauskommen soll.

Das Schlimmste daran ist für mich nicht einmal unbedingt die Einsamkeit. Es ist dieses Gefühl, dass ich gar nicht weiß, wie ein anderes Leben überhaupt aussehen soll.

Ich würde es wahrscheinlich nicht einmal erkennen, wenn es direkt vor mir stehen würde.

Ich merke auch, dass mein Kopf auf bestimmte Emotionen mittlerweile fast automatisch mit bestimmten Gedanken reagiert. Als hätte mein Gehirn bestimmte Abläufe gelernt: bestimmter Trigger → bestimmte Emotion → immer wieder dieselben Gedanken.

Und einer dieser Gedanken ist immer wieder, dass ich nicht mehr leben möchte.

Ich habe teilweise das Gefühl, dass ich gar nicht mehr weiß, wer ich eigentlich bin. Ich habe mein ganzes Leben lang versucht, irgendwie in eine Rolle zu passen und zu funktionieren. Was ich selbst will oder fühle, weiß ich dagegen teilweise überhaupt nicht.

Manchmal fühle ich mich komplett von mir selbst getrennt.

Und dann denke ich über meine Vergangenheit nach und frage mich, ob das alles überhaupt noch zu ändern ist.

Ich kann die letzten 31 Jahre nicht zurückholen. Ich kann nicht plötzlich die fehlenden Freundschaften, Erfahrungen und sozialen Entwicklungen meiner Jugend nachholen. Mein Gehirn wurde durch genau dieses Leben geprägt.

Natürlich kann man sich theoretisch verändern.

Aber ein Teil von mir glaubt trotzdem, dass ich durch meine Vergangenheit inzwischen so weit von anderen Menschen entfernt bin, dass ich nie wieder richtig Anschluss finden werde.

Vielleicht ist genau das mein eigentliches Problem:

Ich habe mein ganzes Leben lang gelernt, wie ich funktioniere. Aber nie wirklich gelernt, wie man lebt.

Deshalb meine Frage an euch, gerade an die Männer hier, die vielleicht selbst schon einmal an einem ähnlichen Punkt waren:

Was würdet ihr an meiner Stelle konkret tun? Wo würdet ihr anfangen, wenn ihr das Gefühl hättet, euer bisheriges Leben komplett umkrempeln zu müssen, aber überhaupt nicht wisst, wie ein normales soziales Leben funktioniert?

Was hat euch geholfen, wieder mehr ins Leben zu kommen – Freundschaften aufzubauen, rauszugehen, Menschen kennenzulernen und überhaupt herauszufinden, was ihr selbst wollt?

Ich suche tatsächlich nach konkreten Ratschlägen und Erfahrungen von Männern, die vielleicht schon einen ähnlichen Weg gegangen sind.

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u/Present_Historian_93 — 8 days ago
▲ 12 r/ADHS

War eure Vorstellungskraft als Kind auch viel lebendiger?

Als Kind hatte ich eine extrem lebendige Vorstellungskraft. Ich konnte mir Dinge vorstellen, die ich teilweise gar nicht kannte, und in meinem Kopf entstanden komplette Szenen und Geschichten.

Vor allem Tagträume waren teilweise fast wie echte Erlebnisse. Ich konnte mir Situationen nicht nur bildlich vorstellen, sondern dabei richtig etwas fühlen. Die Szenen waren detailliert, hatten eine bestimmte Atmosphäre und haben tatsächlich Emotionen in mir ausgelöst.

Heute ist das komplett anders. Ich kann mir Dinge natürlich noch vorstellen, aber es ist viel abstrakter und weniger lebendig. Es fühlt sich eher so an, als würde ich wissen, wie etwas aussieht, anstatt es wirklich vor meinem inneren Auge zu erleben. Auch dieses richtige „Eintauchen“ in Fantasien funktioniert kaum noch.

Kennt das jemand von euch? Hat sich eure Vorstellungskraft mit dem Älterwerden ebenfalls so stark verändert?

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u/Present_Historian_93 — 8 days ago

Wie ist bei euch das Verhältnis zwischen dicken und normalgewichtigen Frauen bei Dating-Apps?

An die Männer auf Dating-Apps:

Wie ist bei euch das Verhältnis zwischen Matches/Likes von übergewichtigen und normalgewichtigen Frauen?

Bei mir ist das gefühlt extrem unausgeglichen. Ich habe den Eindruck, dass ein sehr großer Teil der Frauen, die mich liken, deutlich übergewichtig ist, während normalgewichtige Frauen vielleicht 10 % davon ausmachen.

Ist das bei euch ähnlich extrem oder ist das einfach mein persönlicher Algorithmus?

Ich bin selbst schlank..

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u/Present_Historian_93 — 10 days ago

Werden „FragMaenner“ und „Fragt_Frauen“ immer extremer?

Hi, mir geht es um r/FragtMaenner und r/Fragt_Frauen.

Ich lese schon ziemlich lange in beiden Subs und habe in letzter Zeit zunehmend das Gefühl, dass sich die beiden Bubbles immer weiter voneinander entfernen. Die Meinungen wirken auf mich teilweise immer extremer und zwar auf beiden Seiten. Ich kann aber gar nicht genau sagen, woran ich das konkret festmache. Es ist eher ein Gefühl, das sich beim Lesen über längere Zeit entwickelt hat.

Was mir dabei besonders auffällt, sind negative Verallgemeinerungen über das jeweils andere Geschlecht. Teilweise lese ich Aussagen, bei denen ich mir denke "wtf, das kann man doch nicht ernsthaft so pauschal sagen", und darunter gibt es trotzdem viel Zustimmung. Dadurch entsteht bei mir manchmal der Eindruck, dass Männer- bzw. Frauenfeindlichkeit innerhalb der jeweiligen Bubble zunehmend normalisiert wird.

Gleichzeitig frage ich mich aber auch, ob ich selbst inzwischen einfach anders auf die Beiträge schaue. Wenn man jahrelang in denselben Communities mitliest, verändert sich die eigene Wahrnehmung ja vermutlich ebenfalls. Vielleicht nehme ich bestimmte Aussagen heute stärker wahr oder sehe eine Entwicklung, die eigentlich gar nicht so stark vorhanden ist.

Ich habe außerdem manchmal den Eindruck, dass sich zunehmend so ein "Wir gegen die"-Denken entwickelt: Die eigene Gruppe wird verteidigt und die andere Gruppe zunehmend pauschal für bestimmte Probleme verantwortlich gemacht.

Deshalb würde mich interessieren: Habt ihr, die dort schon länger mitlesen, eine ähnliche Entwicklung bemerkt? Werden die Diskussionen tatsächlich extremer oder verändert sich vielleicht einfach die eigene Wahrnehmung, wenn man lange in diesen Bubbles unterwegs ist?

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u/Present_Historian_93 — 11 days ago

Warum werden allgemeine Aussagen sofort mit Ausnahmen gekontert?

Mir ist in Diskussionen etwas aufgefallen und ich frage mich, warum das so häufig passiert.

Wenn jemand allgemein über Übergewicht spricht, dauert es oft keine zwei Minuten, bis jemand schreibt: "Ja, aber Frauen mit Lipödem..." oder bringt eine andere Ausnahme ins Spiel.

Natürlich gibt es Krankheiten und medizinische Ursachen. Die bestreitet doch niemand. Aber warum springt die Diskussion so schnell von einer allgemeinen Aussage direkt zu einer Sondergruppe?

Mich interessiert eher das Verhalten dahinter. Warum fällt es vielen Menschen scheinbar schwer zu sagen: "Ja, Übergewicht entsteht in den allermeisten Fällen durch einen langfristigen Kalorienüberschuss." Stattdessen wird sofort auf Ausnahmen oder Krankheiten verwiesen.

Ich habe das Gefühl, dass manche Menschen vermeiden wollen, über Eigenverantwortung zu sprechen. Gerade wenn es um Frauen geht, scheint es oft einen starken Impuls zu geben, zuerst nach äußeren Erklärungen zu suchen, statt anzuerkennen, dass manche Menschen – unabhängig vom Geschlecht – einfach zu viel essen.

Seht ihr das auch so oder täuscht mich mein Eindruck? Was steckt psychologisch dahinter, dass Diskussionen so oft direkt auf Ausnahmen gelenkt werden?

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u/Present_Historian_93 — 13 days ago

Warum schreiben mich Frauen zuerst an und dann kommt nach einem "Hi" nichts mehr?

Mir ist auf Tinder und anderen Dating-Apps etwas aufgefallen und ich frage mich, ob das nur mir so geht.

Ich bekomme durchaus Matches und es kommt auch regelmäßig vor, dass Frauen mich zuerst anschreiben. Das Problem ist: Oft besteht diese erste Nachricht nur aus einem "Hi". Ich grüße dann ganz normal zurück und warte, weil sie das Gespräch ja angefangen hat. In gefühlt 90 % der Fälle kommt danach aber einfach nichts mehr.

Das zieht sich durch alle Altersgruppen, mit denen ich matche (ca. 25–40). Die Frauen sind sonst total unterschiedlich, aber bei diesem Verhalten scheint es irgendwie immer gleich zu sein.

Hab ich da einfach Pech? Oder erleben andere Männer das auch? Gibt es bei euch Frauen, die euch aktiv anschreiben und dann das Gespräch auch wirklich weiterführen?

Was ich daran nicht verstehe: Soweit ich weiß, können Frauen auf Dating-Apps ihre Matches deutlich stärker auswählen. Warum matcht man jemanden, schreibt ihn sogar zuerst an und verliert dann direkt wieder das Interesse, obwohl derjenige ganz normal zurückgrüßt?

Mir ist bewusst, dass ich schon in einer vergleichsweise guten Situation bin, weil ich überhaupt Matches bekomme. Das soll also kein Jammern darüber sein. Ich frage mich einfach, was hinter diesem Verhalten steckt.

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u/Present_Historian_93 — 23 days ago

Die Welt wird nicht von Männern regiert, sondern von Reichen.

Unbeliebte Meinung: Die Welt wird nicht von Männern regiert, sondern von Reichen.

Ich finde es merkwürdig, wenn jede gesellschaftliche Machtfrage automatisch auf „Männer“ reduziert wird. Der viel größere Faktor ist für mich Vermögen und Einfluss.

Ein milliardenschwerer Mann und ein durchschnittlicher Mann haben kaum gemeinsame Machtinteressen – genauso wenig wie eine Milliardärin und eine durchschnittliche Frau. Wer viel Geld besitzt, hat oft deutlich mehr Einfluss auf Politik, Medien und Wirtschaft als das Geschlecht allein erklären kann.

Deshalb halte ich den Gegensatz „Männer gegen Frauen“ häufig für irreführend. Oft geht es eher um Macht und Kapital als um das Geschlecht.

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u/Present_Historian_93 — 29 days ago

Warum wird Männern beim Dating so oft unterstellt, dass sie nur Sex wollen?

Mir fällt immer wieder auf, dass viele Frauen erzählen, sie würden beim Dating (vor allem über Tinder und andere Apps) ständig Männer kennenlernen, die eigentlich nur Sex wollen.

Als Mann frage ich mich dabei: Woher kommt dieses Bild und wie entsteht diese Wahrnehmung?

Natürlich gibt es Männer, die nur etwas Lockeres suchen. Gleichzeitig gibt es aber auch viele Männer, die eine ernsthafte Beziehung möchten.

Was mich dabei interessiert: Wenn diese Erfahrung von vielen Frauen gemacht wird, stellt sich doch die Frage, warum dieses Muster entsteht.

Warum wird die Ursache häufig hauptsächlich bei Männern gesucht mit der Aussage "Männer wollen nur Sex"? Wäre nicht auch die Frage interessant, warum Frauen im Durchschnitt offenbar immer wieder bei genau diesen Männern landen? Welche Eigenschaften wirken attraktiv? Welche Signale werden wahrgenommen? Welche Männer bekommen Aufmerksamkeit?

Denn wenn es tatsächlich ein verbreitetes Dating-Problem ist, dann ist die Frage nicht nur "Warum verhalten sich Männer so?", sondern auch: "Warum entsteht diese Dynamik immer wieder zwischen Männern und Frauen?"

Mich interessiert, ob diese Sichtweise zu einseitig ist oder ob es tatsächlich ein grundlegendes Problem im modernen Dating gibt, bei dem beide Seiten bestimmte Muster hinterfragen müssten.

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u/Present_Historian_93 — 1 month ago

Warum wird beim Dating eigentlich reflexartig den Männern die Schuld gegeben?

Mir fällt in Dating-Diskussionen immer wieder dasselbe Muster auf.

Sobald Männer bei Größe, Beruf oder Einkommen schummeln, heißt es sofort: "Kein Wunder, dass Frauen keine Lust mehr auf Dating haben."

Ernsthaft?

Als würden Frauen nicht ebenfalls ihr Aussehen optimieren, Filter nutzen, alte Bilder hochladen, Make-up tragen oder andere Dinge beschönigen. Menschen lügen seit jeher, um attraktiver zu wirken.. Männer und Frauen, nur oft auf unterschiedliche Weise.

Was mich deshalb viel mehr stört als die Lügen selbst, ist dieses Weltbild, in dem Männer automatisch die Ursache und Frauen automatisch die Leidtragenden sind.

Warum wird so selten hinterfragt, ob das Problem nicht auf beiden Seiten liegt? Warum scheint für manche die Standarderklärung immer zu sein: "Die Männer sind schuld."

Ist das wirklich eine objektive Betrachtung oder einfach ein gesellschaftliches Narrativ, das viele übernommen haben?

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u/Present_Historian_93 — 1 month ago

Wenn Informatik nicht nur ein Beruf ist, sondern die eigene Denkweise prägt – kennt ihr das?

Kennt ihr das Gefühl, dass IT für manche Menschen einfach nur ein Job ist – und für andere ein großer Teil der eigenen Identität?

Ich frage mich das in letzter Zeit öfter.

Bei mir zieht sich Informatik eigentlich durch mein ganzes Leben. Schon als Kind habe ich an PCs herumgespielt, CDs gerippt, GameCopyWorld war damals quasi Standard. Mit 15 habe ich angefangen zu programmieren. Danach Fachabi Informatik, zwei Jahre Informatikstudium (abgebrochen) und anschließend die Ausbildung zum Anwendungsentwickler.

Mittlerweile besteht ein großer Teil meines Lebens aus Software. Ich programmiere, beschäftige mich mit Systemen, probiere neue Technologien aus und verbringe einfach gerne Zeit am Rechner.

Manchmal habe ich dadurch das Gefühl, dass ich manche Leute in der IT anders wahrnehme. Es gibt Menschen, die zwar in der IT arbeiten, aber mit Softwareentwicklung oder technischen Konzepten wenig Berührung haben. Dann frage ich mich manchmal: Liegt das daran, dass ich einfach extrem tief drin bin, oder unterschätze ich, wie unterschiedlich die Wege in der IT sein können?

Vielleicht ist mein Blick auch etwas verzerrt, weil ich Software nicht nur als Beruf sehe, sondern fast als eine Art Denkweise. Ich merke manchmal, dass ich Probleme automatisch sehr „objektorientiert“ oder systematisch betrachte.

Wie ist das bei euch? Ist Informatik für euch eher ein Job, ein Hobby oder ein Teil eurer Persönlichkeit?

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u/Present_Historian_93 — 1 month ago

Verliert ihr manchmal auch das Gefühl dafür, was eigentlich noch wahr ist?

Mir geht's in letzter Zeit immer öfter so, dass ich bei gesellschaftlichen Themen gar nicht mehr weiß, was ich glauben soll.

Zu fast jedem Thema gibt es zwei oder mehr Lager. Beide behaupten, die Fakten auf ihrer Seite zu haben, beide sagen, die andere Seite verbreitet Propaganda oder Desinformation. Und was mich dabei am meisten verwundert: Beide Seiten scheinen ehrlich davon überzeugt zu sein, dass sie das Richtige tun. Nicht nur ein bisschen, sondern mit einer Selbstsicherheit, die ich selbst bei solchen komplexen Fragen nie hätte.

Je länger ich über ein Thema nachdenke, desto weniger sicher werde ich mir oft. Ich habe zwar Meinungen, aber ich halte sie selten für endgültig.

Hinzu kommt, dass viele Diskussionen irgendwann in Definitionsfragen enden. Was ist überhaupt Wahrheit? Was bedeutet Gerechtigkeit, Freiheit oder Diskriminierung? Oft habe ich das Gefühl, dass zwei Menschen stundenlang diskutieren, obwohl sie dieselben Begriffe unterschiedlich verstehen.

Ich arbeite als Informatiker und habe beruflich viel mit Daten zu tun. Deshalb weiß ich auch, dass Daten nicht einfach "die Wahrheit" sind. Welche Daten man auswählt, wie man sie erhebt und wie man sie zusammenfasst, beeinflusst das Ergebnis enorm. Mit denselben Daten kann man teilweise völlig unterschiedliche Narrative stützen.

Deshalb frage ich mich immer häufiger: Wie kommt ihr zu der Überzeugung, dass eure Sicht die richtige ist? Was gibt euch diese Sicherheit?

Oder kennt ihr dieses Gefühl auch, dass es bei vielen gesellschaftlichen Themen gar keine eindeutig erkennbare Wahrheit gibt, sondern nur unterschiedliche Perspektiven, die alle einen Teil der Realität beschreiben?

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u/Present_Historian_93 — 1 month ago

Verliert ihr manchmal auch das Gefühl dafür, was eigentlich noch wahr ist?

Mir geht's in letzter Zeit immer öfter so, dass ich bei gesellschaftlichen Themen gar nicht mehr weiß, was ich glauben soll.

Zu fast jedem Thema gibt es zwei oder mehr Lager. Beide behaupten, die Fakten auf ihrer Seite zu haben, beide sagen, die andere Seite verbreitet Propaganda oder Desinformation. Und was mich dabei am meisten verwundert: Beide Seiten scheinen ehrlich davon überzeugt zu sein, dass sie das Richtige tun. Nicht nur ein bisschen, sondern mit einer Selbstsicherheit, die ich selbst bei solchen komplexen Fragen nie hätte.

Je länger ich über ein Thema nachdenke, desto weniger sicher werde ich mir oft. Ich habe zwar Meinungen, aber ich halte sie selten für endgültig.

Hinzu kommt, dass viele Diskussionen irgendwann in Definitionsfragen enden. Was ist überhaupt Wahrheit? Was bedeutet Gerechtigkeit, Freiheit oder Diskriminierung? Oft habe ich das Gefühl, dass zwei Menschen stundenlang diskutieren, obwohl sie dieselben Begriffe unterschiedlich verstehen.

Ich arbeite als Informatiker und habe beruflich viel mit Daten zu tun. Deshalb weiß ich auch, dass Daten nicht einfach "die Wahrheit" sind. Welche Daten man auswählt, wie man sie erhebt und wie man sie zusammenfasst, beeinflusst das Ergebnis enorm. Mit denselben Daten kann man teilweise völlig unterschiedliche Narrative stützen.

Deshalb frage ich mich immer häufiger: Wie kommt ihr zu der Überzeugung, dass eure Sicht die richtige ist? Was gibt euch diese Sicherheit?

Oder kennt ihr dieses Gefühl auch, dass es bei vielen gesellschaftlichen Themen gar keine eindeutig erkennbare Wahrheit gibt, sondern nur unterschiedliche Perspektiven, die alle einen Teil der Realität beschreiben?

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u/Present_Historian_93 — 1 month ago

Habt ihr das Gefühl, dass Männer und Frauen beim ersten Date unterschiedlich direkt Kritik am Aussehen äußern können?

Ich bin über eine Diskussion gestolpert, in der eine Frau meinte, sie habe beim ersten Date schon Dinge gesagt wie: "Komm nächstes Mal bitte ohne die Kontaktlinsen." (Sie waren farbig)

Da habe ich mich gefragt, ob Männer und Frauen hier unterschiedlich wahrgenommen werden.

Mein Eindruck ist: Wenn ein Mann beim ersten Date sagen würde: "Komm nächstes Mal bitte ohne Make-up", "ohne Extensions" oder "ohne Push-up-BH", würden viele das sofort als kontrollierend oder respektlos empfinden.

Gleichzeitig scheint es in die andere Richtung gesellschaftlich eher akzeptiert zu sein.

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u/Present_Historian_93 — 1 month ago

Führt dieses Denken Männer und Frauen immer weiter auseinander?

Mir geht seit Längerem ein Gedanke durch den Kopf.

Man liest immer wieder Aussagen wie: "Männer sind schuld", "Männer sind das Problem" oder Ähnliches. In den Kommentaren kommt dann fast immer derselbe Ablauf: Einige widersprechen und sagen, dass man nicht alle Männer über einen Kamm scheren darf, sondern nur ein kleiner Teil gemeint sei. Darauf antworten viele Männer mit: "Ich bin ja nicht gemeint."

Aber genau da hört die Diskussion oft auf.

Ich frage mich, was das langfristig mit einer Gesellschaft macht. Fast jeder Mann wird von sich selbst sagen: "Ich bin kein schlechter Mensch." Gleichzeitig nimmt er wahr, dass öffentlich häufig von "den Männern" gesprochen wird. Er denkt also: "Ich bin nicht gemeint."

Auf der anderen Seite gibt es Frauen, die durch ihre Erfahrungen oder die öffentliche Debatte zunehmend den Eindruck gewinnen, Männer seien grundsätzlich ein Problem.

So entstehen in meinem Kopf zwei völlig unterschiedliche Wirklichkeiten: Der Mann denkt, er habe mit dem Vorwurf nichts zu tun, während die Frau den Eindruck hat, dass Männer als Gruppe verantwortlich sind. Beide Seiten gehen mit diesem Gefühl nach Hause, ohne dass darüber wirklich gesprochen wird.

Ist das nicht ein gefährlicher Zustand? Wenn Menschen sich immer stärker über Gruppenzuschreibungen statt über individuelles Verhalten wahrnehmen, entsteht doch zwangsläufig mehr Misstrauen und weniger Verständnis füreinander.

Wie seht ihr das? Übersehe ich etwas oder ist diese Entwicklung tatsächlich problematisch

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u/Present_Historian_93 — 1 month ago

Macht es etwas mit euch, wenn Männer im Internet ständig pauschal für alles Schlechte verantwortlich gemacht werden?

Mir fällt in den letzten Zeit immer häufiger auf, dass im Internet (auch hier auf Reddit) bei vielen negativen Themen sehr schnell von "den Männern" gesprochen wird. Egal ob Gewalt, Belästigung, Kriege oder andere gesellschaftliche Probleme oft wird das so formuliert, als würde das Männer allgemein betreffen und nicht die Täter oder eine bestimmte Gruppe.

Mir geht es gar nicht darum, einzelne Probleme kleinzureden. Mich interessiert eher die psychologische Seite.

Wenn man so etwas einmal liest, ist das wahrscheinlich egal. Aber wenn man über Jahre immer wieder mitbekommt, dass die eigene Gruppe pauschal mit negativen Eigenschaften verbunden wird macht das nicht irgendetwas mit einem? Irgendwann fängt man doch vielleicht an, sich unwohl zu fühlen, obwohl man selbst nichts damit zu tun hat.

Wie erlebt ihr das? Geht euch das komplett am Arsch vorbei oder merkt ihr, dass solche ständigen Verallgemeinerungen etwas mit eurem Selbstbild oder eurem Gefühl als Mann machen?

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u/Present_Historian_93 — 2 months ago

Ich fühle mich wie ein Mensch zweiter Klasse, wenn man in Deutschland ohne Haus oder Vermögen startet.

Ich muss einfach mal Dampf ablassen.

Je älter ich werde, desto mehr habe ich das Gefühl, dass es in Deutschland zwei Klassen gibt.

Nicht arm und reich.

Sondern Menschen, die durch ihre Familie Vermögen, Wohneigentum oder finanzielle Unterstützung haben und Menschen, die komplett bei null anfangen.

Ich gehöre zur zweiten Gruppe. Und ehrlich gesagt fühlt es sich manchmal so an, als wäre das Spiel schon entschieden, bevor es überhaupt angefangen hat.

Ich habe einen Freund, der seit Jahren in der Wohnung seiner Eltern lebt. Ich verdiene sogar etwas mehr als er. Eigentlich müsste ich finanziell besser dastehen. Bin ich aber nicht.

Ich zahle jedes Jahr rund 10.000 € Miete. Das Geld ist einfach weg. Er hat diese Kosten nicht. Er kann locker in den Urlaub fahren, Geld sparen und baut sich nebenbei Eigenkapital auf. Nach ein paar Jahren hat er genug für die Anzahlung auf ein Haus. Ich dagegen habe in derselben Zeit zehntausende Euro Miete bezahlt und stehe trotzdem mit leeren Händen da.

Und genau das macht mich wahnsinnig.

Es fühlt sich an, als würden wir auf zwei verschiedenen Rennstrecken laufen. Ich muss erst einmal jedes Jahr einen riesigen Rucksack aus Miete schultern, während andere diesen Ballast gar nicht haben. Selbst wenn ich härter arbeite oder mehr verdiene, renne ich einem Vorsprung hinterher, den ich mir nie ausgesucht habe.

Und das Schlimmste ist: Der Abstand wird immer größer.

Wer früh Eigenkapital hat, kann früher kaufen. Wer früher kauft, profitiert von steigenden Immobilienpreisen und zahlt irgendwann für das eigene Vermögen statt für den Vermieter. Wer dagegen Miete zahlt, verliert jedes Jahr einen großen Teil seines Einkommens und sieht gleichzeitig, wie die Preise weiter steigen. Der Vorsprung wächst also von ganz allein.

Mir geht es nicht um Neid. Ich gönne jedem sein Haus, sein Erbe oder die Unterstützung seiner Eltern. Ich würde sie wahrscheinlich genauso annehmen.

Mich macht nur fertig, dass Leistung sich für mich oft zweitrangig anfühlt. Nicht weil ich zu wenig arbeite, sondern weil die Familie, in die man hineingeboren wird, für den Vermögensaufbau oft wichtiger zu sein scheint als das, was man selbst leistet.

Vielleicht ist das einfach die Realität. Aber sie fühlt sich verdammt ungerecht an.

Geht es nur mir so? Oder habt ihr auch das Gefühl, dass es beim Thema Wohneigentum längst eine Zwei-Klassen-Gesellschaft gibt, aus der man aus eigener Kraft kaum noch ausbrechen kann?

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u/Present_Historian_93 — 2 months ago