Frist für Auszug nach Trennung
Hallo zusammen,
ich brauche mal eine neutrale Einschätzung von außen zu meiner aktuellen Trennungssituation. Da ich im Moment selbst verständlicherweise emotional geladen bin, möchte ich mein weiteres Vorgehen hier gerne spiegeln lassen, um nicht unkonsequent, aber eben auch nicht unfair zu handeln.
Zur Situation: Ich habe mich vor wenigen Tagen von meiner Partnerin getrennt. Wir wohnen aktuell zusammen in einer 50qm-Wohnung. Wir sind erst vor sieben Monaten gemeinsam in diese neue Stadt gezogen, da ich hier zuerst einen neuen Job angenommen hatte. Als Kontext: Ich bin der alleinige Hauptmieter der Wohnung, sie steht nicht im Mietvertrag.
Beruflich stehen wir beide gut da. Wir haben beide stabile, gut bezahlte Jobs. Finanzielle Engpässe oder das Risiko von akuter sozialer Not existieren bei der Wohnungssuche auf beiden Seiten also nicht. Die Wohnung liegt im Speckgürtel einer Großstadt, der Wohnungsmarkt hier ist angespannt, aber nicht unmöglich.
Nun zum Problem: Die Trennung wurde vor wenigen Tagen von mir ausgesprochen, allerdings waren die massiven Probleme in den letzten sechs Monaten uns beiden völlig klar. Es kam für niemanden aus dem Nichts. Die Atmosphäre in der Wohnung ist seit der Trennung trotzdem (verständlicherweise) extrem abgekühlt. Es herrscht fast ausschließlich Ignoranz und Kälte, ein normales Gespräch auf Augenhöhe über das Scheitern oder die Zukunft ist nicht mehr möglich. Das Zusammenleben auf diesen engen 50 Quadratmetern schlägt mir mittlerweile massiv auf die Psyche und den Magen. Ich hatte ihr vor längerer Zeit mal das Versprechen gegeben, sie im Falle einer Trennung nicht „von heute auf morgen“ auf die Straße zu setzen. Zu diesem Wort stehe ich auch weiterhin.
Ihr Plan sieht nun allerdings so aus: Sie möchte logischerweise einen doppelten Umzug vermeiden. Ihr Ziel ist es, eine permanente Wohnung zu suchen, die zudem in einem sehr engen geografischen Radius (maximal 10 Minuten Fußweg entfernt von einem der zwei Bahnhöfe hier, einer ist dabei direkt an der aktuellen Wohnung) liegt. Sie hat angekündigt, dass das halt „ein paar Monate“ dauern wird und wir so lange als WG leben müssen. Sie ist nicht gewillt, für den Übergang Abstriche bei der Lage zu machen oder in eine Zwischenlösung zu ziehen.
Erschwerend kommt hinzu, dass sie gerade einen neuen Job angetreten hat, der zwei Städte weiter liegt. Obwohl dieser neue Arbeitsplatz eine völlig neue und potenziell einfachere Suchregion eröffnen würde, schließt sie diese Gegend als Wohnort für sich komplett aus. Sie beharrt ausschließlich auf dem extrem engen Suchradius, um ihre bisherige Komfortzone nicht aufzugeben. Argument ist dabei eigentlich nur dass die andere Stadt "Asi" wäre und sie in der Stadt hier ja schon eine Freundin gefunden hätte.
Die Optionen im Vergleich
Bei der Festlegung einer Frist stehe ich nun vor zwei Wegen, die ich sehr unterschiedlich wahrnehme.
Die erste Option ist eine Frist bis Ende August, was knapp zwei Monate Vorlauf bedeutet. Aus meiner Sicht ist das kein Rauswurf „von heute auf morgen“. In zwei Monaten kann man mit gutem Gehalt eine möblierte Wohnung auf Zeit, eine Zwischenmiete oder ein vergleichbares Angebot finden, um erst einmal Distanz zu schaffen. Aus ihrer Sicht zwingt sie das jedoch dazu, ihre Suchkriterien extrem zu lockern und womöglich zweimal umzuziehen, was Kosten, Stress und Zeitaufwand bedeutet, nur weil ich den Zustand nicht länger ertrage.
Die zweite Option ist eine Frist bis Ende September, was etwa drei Monate Vorlauf bedeutet. Aus meiner Sicht bedeutet das einen weiteren Monat ohne Rückzugsort, in dem ich mich in meiner eigenen Wohnung nicht mehr wohlfühlen kann. Aus ihrer Sicht ist selbst der Zeitraum vermutlich keine Option aber länger ist für mich auf keinen Fall möglich.
Was sagt ihr? Ist eine Frist von knapp zwei Monaten (Ende August) unter diesen Bedingungen moralisch und sozial akzeptabel? Oder muss ich ihr den dritten Monat (Ende September) für ihren Komfort zugestehen, obwohl sie ihre Suche selbst künstlich einschränkt?
Ich freue mich über sachliche und unvoreingenommene Meinungen.