Trauer, Aufgasung, verändertes Verhalten
Am Montag musste ich meinen 11jährigen Löwenkopf gehen lassen. Es war nicht überraschend und er baute schon seit über einem Jahr ab, zuletzt sehr stark in der letzten Woche und schon am Wochenende war mir klar, es kann nicht mehr so weitergehen. Aber diese Entscheidung treffen ist einfach schwierig, wenn das Kaninchen noch rum hoppelt, frisst und mit seiner Partnerin kuschelt. Aber er nahm mir die Entscheidung am Montag ab, als er nicht mehr aufstehen konnte.
Nach Plan hatte ich für beide einen TA Termin am Dienstag, also ein Tag danach. Ich beobachte Wilma (die letzte Verbleinbende) den Abend, sie war unruhig, wechselte ständig den Platz und überprüfte mehrmals den Leichnam ihres Partners um dann panisch wieder weg zu hoppeln. Ich gehe davon aus dass das ihre erste Berührung mit dem Tod in ihrem Leben (nun 5jährig) sein wird.
Sie fraß dann abends und fraß auch alles bis zum morgen auf. Weshalb ich sie doch zum TA gab um sie durch zu checken. Ergebnis: Natürlich Ohren, wird ein CT kommen. Sehr wahrscheinlich Ohren-OP nötig. Zähne sind ok. Gebärmutter vergrößert, aber noch nicht problematisch (Kastration empfohlen). Leichte Aufgasung im Darm (im Röntgenbild zu sehen), Kotprobe bereits abgegeben. Bakterien im Urin.
Beide hatten vor ca. 1 Monat eine Wurmkur, weil bereits Würmer im Kot gefunden wurden. Ich gehe davon aus das mein 11jähriger durch das geschwächte Immunsystem ein Herd für Würmer und allem war und die Wurmkur bei ihm wahrscheinlich nichts mehr geholfen hat. Er litt die letzten Wochen an permanenten Durchfall, den ich nicht mehr in Griff bekam. Ich gehe deshalb davon aus dass in ihrem Kot wieder Würmer gefunden werden.
Wilma war gestern von 9Uhr bis 16.30Uhr beim TA, die meiste Zeit unter Narkose. Sie hat von dem mitgegebenen Futter etwas gefressen, aber nicht alles. Als ich sie holte war sie soweit wach genug um sie mir auszuhändigen.
Ich stellte die Box Zuhause an den üblichen Ort im Wohnzimmer und öffnete die Balkontür. So konnte sie selbst entscheiden ob sie drinnen bleiben will oder raus. Sie verkrümmelte sich unter dem Sofa. Nach einer Weile hoppelte sie durch die Wohnung (das macht sie gelegentlich) und blieb dann aber im Flur an einer für sie unüblichen Stelle sitzen und später liegen. Sie blieb da mehrere Stunden und duldete dass wir um sie herum gingen. Ich nutzte die Zeit und schrubbte den gesamten Balkonboden und reinigte alles und gab alle Handtücher und das Bettchen in die Waschmaschine. Abends lag sie noch immer da, hatte nichts gefressen. Mein Mann legte ihr was hin, was sie fraß. Später wechselte sie von Flur wieder unter das Sofa. Sie fraß kurz am Napf, aber wenig für ihre Verhältnisse. Auf ein paar Haferflocken reagierte sie gut. Sie bekam FloraComplex. Sie köttelte normal am Abend.
Die Nacht über war sie dann wieder draußen auf dem Balkon und verbrachte die Nacht im anderen Unterschlupf (den ihr Partner nie nutzte). Das Futter war nur etwas angeknabbert, aber ich würde eher sagen sie hat quasi nichts gefressen. Auch das Heu war noch da.
Sie war heute morgen nicht aufgegast, Bauch fühlte sich normal an. Sie wehrte sich wie immer. Sie fraß etwas als ich es ihr anbot. Sie kam dann auch raus, hoppelte rum. Ich stellte ihr ein Spielzeug hin dass sie auch kurzzeitig nutzte. Es kamen über Nacht ein paar Köttel dazu. Nun sitzt sie irgendwo wo ich sie mit der Kamera nicht sehe. Da es tagsüber ist finde ich das erstmal nicht unnormal. Leider hab ich ihren Napf heute morgen in den Stall gestellt, zusammen mit einer Kiste Heu. Jetzr kann ich nicht sehen ob sie frisst. Fahre mittags heim wenn ich sie jetzt gar nicht mehr sehen sollte.
Ich habe beim TA angerufen, aber ich muss auf Rückruf meiner Ärztin warten. Ich würde ihr die nächsten Tage was gegen das Aufgasen geben. Meine TA meinte gestern, als sie sagte ihr Darm ist etwas aufgegast, dass es nicht besorgniserregend ist und sie sieht dass die Köttel normal durchkommen. Außer FloraComplex soll ich ihr nichts weiter geben. Wir warten die Laborergebnisse bis zum Montag ab.
Sie ist jetzt allein. Da vermutlich mindestens eine OP anstehen wird, hatte mir mein TA geraten sie jetzt nicht gleich zu vergesellschaften sondern erst nach dem alles verheilt ist.
Wie schätzt ihr es ein? Trauert sie einfach? Oder verhält sie sich so, weil gesundheitlich was nicht stimmt? Sollte ich sie doch früher vergesellschaften? Oder abwarten?