



















Sarajevo | Bosnien Teil 1
INFO & ERSTE EINDRÜCKE
Soo, die letzte Reise ist schon etwas länger her, jetzt habe ich wieder paar neue Fotos für euch. Ich war 5 Nächte in Sarajevo (davon ein Tagestrip nach Jablanica) und eine Nacht in Tuzla.
Die Locals sind sehr gastfreundlich, hilfsbereit, entspannt und tolerant. Sie freuen sich, wenn man ihr Land besucht und die ganze Zeit über habe ich mich sicher und willkommen gefühlt. Mit Englisch kommt man in Sarajevo überall hin. In ländlicheren Gegenden wird’s schon etwas schwerer mit der Kommunikation aber nichts was man nicht mit Google Translate lösen könnte. Einige können auch Deutsch sprechen, weil sie zur Zeit des Bosnienkriegs nach Deutschland geflohen sind.
Das Thema Bosnienkrieg und der Genozid von Srebrenica sind zwei sehr wichtige Teile der bosnischen Identität und prägen die Menschen bis heute. In der Gegenwart kann man noch überall die Spuren des Krieges sehen, besonders in Sarajevo, welches 3 Jahre lang belagert und angegriffen wurde. Auf den Fotos sieht man nur die „schönen“ Seiten der Stadt aber wenn ihr mal selbst durch die Straßen spazieren geht, wird es nicht lange dauern, bis man auf dem Boden die Einschlagkrater der Mörsergranaten oder die Schusslöcher an Häusern sieht. Zu dem Thema mache ich vielleicht mal einen eigenen Post.
STADT, NATUR UND SEHENSWÜRDIGKEITEN
Die Stadt Sarajevo ist längs gebaut und man findet wunderschöne osmanische und österreich-ungarische Architektur wieder. Die Stadt ist vollgepackt für alle Geschichtsliebhaber und für jeden ist was dabei. Ob Osmanisches Reich, Österreich-Ungarn, Franz Ferdinands Ermordung, Jugoslawien, Olympische Spiele oder Bosnienkrieg die Stadt hat sehr vieles an Historie zu bieten und genau diese Vielfältigkeit macht sie so interessant und sehenswert.
Um Sarajevo herum gibt es einen Ring an Bergen mit satten grünen Bäumen. Oben auf dem Berg Trebević kommt man mit einer Seilbahn hin und genießt die Aussicht auf die gesamte Stadt. Hier findet ihr auch die Bobbahn, die für die Olympischen Spiele von 1984 genutzt wurde.
Sport genießt hier großes Ansehen, genau wie Edin Džeko. Vor der Reise wusste ich nicht mal wer das ist, aber der Typ ist ein absoluter Nationalheld für die Bosnier und überall gab es Trikots, Poster und Kühlschrankmagneten von ihm. Selbst auf der Anzeigetafel vom Flughafen sieht man sein Bild. Als ich dort war, hat er sein letztes Nationalspiel gespielt und die Straßen waren voll mit Public-Viewing-Spots und Feuerwerk.
Überall findet man wunderschöne Moscheen und Kirchen und auch ein paar Synagogen. Sarajevo trägt außerdem den Titel „Jerusalem Europas“. Die Menschen sind wie gesagt sehr tolerant gegenüber Andersgläubigen als auch gegenüber anderen Nationen. Man hört den Gebetsruf und das Läuten der Glocken und es fühlt sich einfach harmonisch an. In Sarajevo gibt’s auch die weltweit erste Moschee, die Strom hatte (Die Gazi-Husrev-Beg-Moschee auf den ersten Bildern).
Mein Favorite Spot ist definitiv die osmanische Altstadt namens Baščaršija. Man kann sich wunderbar in den kleinen Gassen verlieren und die verschiedensten Geschäfte finden. Größtenteils gibt's dort Moscheen, Imbissbuden für Ćevapi, Burek und Hausmannskost, Kaffeehäuser und Kupferschmieden. Auch wenn es tagsüber voller war (besonders viele türkische und chinesische Touristen werdet ihr hier finden), wirkte alles so entspannt und dennoch lebendig.
Man findet ebenfalls viele Free Walking Touren, die echt interessant sind, weil man hier von Locals lernt, was man auf Social Media nicht erfährt.
Museen gibt’s sehr viele. Das schönste war definitiv das im Rathaus mit den bunten Fenstern an der Decke. Das 80‘s Museum, Galerija 11/07/95, War Childhood Museum, Museum of Crimes Against Humanity and Genocide und das Nationalmuseum von Bosnien und Herzegowina sind ebenfalls sehr interessant und sehenswert.
Ich hab’s zeitlich nicht mehr geschafft aber der Tunnel of Hope und der Park Vrelo Bosne sind auch sehr sehenswert, nur leider auf der anderen Seite der Stadt.
Was mich am ersten Tag verwundert hatte war, wie früh die meisten Geschäfte schon schließen. Meistens ist schon um 20-22 Uhr Schluss und die Straßen der Altstadt sind wie leer gefegt. Ich hab’s mir deutlich nachtaktiver vorgestellt.
TRANSPORT UND VERKEHR
Die Straßen sind völlig okay und Taxipreise ebenso. Außer am Flughafen, da wollen die euch nur abziehen. Steigt dort lieber in den Bus, welcher euch für 3 € direkt in die Innenstadt bringt.
Die Stadt ist längs gebaut und hat eine sehr große und mehrspurige Hauptstraße, wo auch die Stadtbahn durchfährt. Die ist zwar ziemlich günstig, kann aber schnell voll werden. Diese breite Hauptstraße ist ebenfalls bekannt als Sniper Alley, weil im Krieg bewusst Zivilisten aus der Ferne erschossen wurden. Wie gesagt man kommt hier nicht vorbei ohne das Thema Krieg im Hinterkopf zu haben und versteht erst rechr was für ein Terror Krieg eigentlich ist, wenn man es mit den eigenen Augen sieht.
ESSEN, GASTRO UND PREISE
Die weltbesten Ćevapi findet ihr ohne Zweifel hier. Ich denke nicht, dass es in irgendeiner Imbissbude schlechte Ćevapi gibt. Mein Favorit ist Ferhatovic. Preise für eine kleine Portion mit Brot und Zwiebeln sind überall 3,50 €.
Burek und Pita müsst ihr auch unbedingt probieren. Burek (also die Variante mit Fleisch) finde ich am besten. Generell wird hier mit der Füllung nicht gespart und eine anständige Portion macht auch richtig satt.
Für traditionelle Hausmannskost müsst ihr zu den sogenannten Aščinicas. Das sind meistens Familienbetriebe und es funktioniert wie in einer Mensa. Ihr geht zur Theke und sagt, worauf ihr Lust habt. Mir haben die Begova Suppe (Hähnchensuppe mit Okraschoten) und Klepe (Teigtaschen mit Fleisch) sehr gefallen.
Bäckereien sind auch eine feine Sache und für den schmalen Taler kriegt man hier einiges.
Für die ganze Woche habe ich insgesamt ca. 530 € ausgegeben. Etwas mehr als gedacht aber völlig in Ordnung.
Kleiner Fun Fact: Die bosnische Mark ist 1:1 gekoppelt mit der Deutschen Mark und damit ca. 1,95:1 mit dem Euro.
Nehmt auf jeden Fall Bargeld mit und vergesst nicht die Gebühren für Fremdwährungen, wenn ihr mit Karte zahlt.
FAZIT
Sarajevo ist echt eine super Stadt, wenn ihr auf Geschichte und gutes Essen steht. Nette Menschen. Gute Preise. Natur drumherum ist schön. Wetter war auch ziemlich gut. Ich hatte es schon seit längerer Zeit auf meiner Bucket List und bin echt happy, es gesehen zu haben. Würde ich nochmal nach Sarajevo oder Bosnien verreisen? Auf jeden Fall. Nächstes Mal gucke ich mir auch Mostar an. Dieses Mal hat’s zeitlich nicht geklappt.
Ich hatte vorher schon mal in diesem Sub nach Bosnien geguckt und dort steht absolut gar nichts. Keine Ahnung warum. Bosnien ist wirklich underrated!
🫶🏻 Danke fürs Lesen!