▲ 135 r/Freiheitsfront+3 crossposts

Leseempfehlung: "Frieden" von Freerk Huisken

Wir sollten alle mehr lesen deshalb eine kleine Leseempfehlung:

Frieden von Freerk Huisken ist für mich ein wichtiges und ausgesprochen aktuelles Buch: Gerade weil es einen Begriff kritisiert, der normalerweise als moralisch selbstverständlich gilt.

Kann man Frieden überhaupt kritisieren? Huisken sagt eindeutig: Ja. Und er zeigt, warum eine solche Kritik gerade in einer Welt konkurrierender Staaten notwendig ist. Dabei geht es ihm nicht darum, Frieden als wünschenswerten Zustand der r Harmonie abzulehnen, sondern den politischen und gesellschaftlichen Gebrauch des (westlichen) Friedensbegriffs zu untersuchen.

Besonders stark fand ich das Kapitel "Der kurze Weg vom Pazifisten zum Anhänger deutscher Kriegspolitik".

Huisken zeichnet darin nach, wie ehemalige Pazifisten und Friedensbewegte ihre Position verändern, ohne sich selbst unbedingt als untreu gegenüber ihren ursprünglichen Überzeugungen zu betrachten. Die Argumentation läuft vereinfacht darauf hinaus: Der Krieg Putins sei so brutal und völkerrechtswidrig, dass eine konsequente Friedenspolitik ohne Waffen nicht mehr ausreiche. Wer weiterhin auf Gewaltfreiheit bestehe, müsse sich deshalb fragen lassen, ob er nicht indirekt die Gewalt des Aggressors akzeptiere.

Genau dieses Dilemma zerlegt Huisken. Denn mit der moralischen Gegenüberstellung von guter und böser Gewalt verändert sich der ursprüngliche Friedensbegriff grundlegend. Krieg wird nicht mehr grundsätzlich als Gegensatz zum Frieden betrachtet, sondern kann plötzlich zum Mittel des Friedens werden (sofern er von der "richtigen" Seite geführt wird).

Huisken bezeichnet diese widersprüchliche Logik treffend als Friedenskrieg.

Auch die Kritik an der Friedensbewegung, die Auseinandersetzung mit dem "Manifest für den Frieden" von Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer sowie seine Analyse der Staatenkonkurrenz machen das Buch interessant. Huisken liefert dabei keine bequeme politische Position, sondern hinterfragt die Voraussetzungen, auf denen viele gegenwärtige Friedensdebatten überhaupt beruhen.

Ein kleiner Kritikpunkt ist die Sprache: Die für marxistische Literatur typischen langen Schachtelsätze und umfangreichen Anmerkungen machen die Lektüre stellenweise unnötig schwer. Manche Passagen muss man zweimal lesen, um den Gedankengang vollständig zu erfassen.

Dafür ist das Buch echt nicht lang. Mit nicht einmal 150 Seiten ist das Buch dicht, pointiert und argumentativ anspruchsvoll. Es zwingt dazu, vermeintliche Selbstverständlichkeiten neu zu betrachten und sich mit der Frage auseinanderzusetzen, was wir eigentlich meinen, wenn wir von Frieden sprechen.

Klare Leseempfehlung für alle, die sich kritisch mit Friedenspolitik, Krieg, Pazifismus und der politischen Verwendung des Friedensbegriffs auseinandersetzen möchten.

Link zur Leseprobe: https://www.vsa-verlag.de/uploads/media/www.vsa-verlag.de-Huisken-FRIEDEN-Eine-Kritik.pdf

u/DonBeuteltier — 10 days ago
▲ 18 r/asozialesnetzwerk+2 crossposts

Hybride Bedrohung? Warum eigentlich? [99zuEins]

Jede verirrte Hobbydrohne soll immer gleich russischen Ursprungs sein. Für einen Bruchteil mag das ja stimmen. Die NATO-Europäer befinden sich ja auch in einem äußersten Gegensatz zu Russland, den sie WOLLEN. Warum man sich mit diesem WOLLEN als Normalo nicht gemein machen sollte 👆

u/DonBeuteltier — 12 days ago

No Bullshit- rule

Wir haben dieses Forum eröffnet, nicht nur, um GSP Inhalte zu teilen, sondern allen zum Thema Kommunismus eine zensurfreie Plattform zu geben, um sich äußern zu können, ohne sich verstecken zu müssen.

Jetzt scheint es, dass einige diese Einladung so verstanden haben, dass sie rassistische und nicht diskursfreundliche Beiträge und Kommentare hier teilen können, wie dass Stalin pädophil war oder jeder Kritiker des Zionismus ein Moslem ist und darauf nur pampig reagieren, anstatt ihre Meinung zu begründen, wie es unsere Hoffnung war.

Das hier soll ein Forum sein, sich über Gedanken zum Kommunismus und der Kritik am bestehenden System des Kapitalismus auszutauschen.

Daher wird hier sehr viel toleriert. Jeder Beitrag, also ein Post - nicht jeder Kommentar - sollte sich auf die Kritik des Kapitalismus oder auf das Thema Kommunismus beziehen (einschließlich Kritik an - bzw. eine angemessene Auseinandersetzung mit - der Sowjetunion oder anderen vergangenen Systemen).

Wenn Posts rein darauf ausgelegt sind, zu trollen (rage bait) oder lügen zu verbreiten, werden wir diese, nach Gutdünken, löschen oder die Kommentare schließen.

reddit.com
u/DonBeuteltier — 17 days ago

Nationaler Mythos mit Höcke [99zuEins]

Was haben Freunde des Vaterlands wie Björn Höcke oder Stephen Miller gemeinsam? Sie müssen erst ein paar gute Gründe dafür erfinden. Sonst könnte noch jemand auf die Idee kommen, dass das Vaterland und Freund davon zu sein ein mieser Schwachsinn sind.

Wahn wird hier übrigens nicht als moralische Aburteilung verwendet, sondern bezieht sich auf eine konstruierte schiefe Realität.

u/DonBeuteltier — 19 days ago
▲ 130 r/Freiheitsfront+3 crossposts

Die Deutschen müssen erst hergestellt werden [99zuEins]

Björn Höcke behauptet, das deutsche Volk sei eine natürlich gewachsene Gemeinschaft. Gleichzeitig soll der Staat diese Gemeinschaft erst durch Erziehung, Disziplin und kulturelle Anpassung herstellen. Genau darin steckt der Widerspruch seiner Volksgemeinschaft.

u/DonBeuteltier — 20 days ago
▲ 559 r/Staiy+4 crossposts

ABER...werden menschliche Bedürfnisse im Kapitalismus etwa nicht erfüllt?

u/DonBeuteltier — 1 month ago
▲ 330 r/Staiy+5 crossposts

Proteste gegen die AfD: Von Entlarvung der AfD als Partei des Kapitals keine Spur, der Mythos der AfD als "Opposition" und "Protestpartei" wird befeuert. Via JungeWelt

>Vielleicht ist es der richtige Zeitpunkt, nach dem – gemessen auch an den selbst gesteckten Zielen – offenkundigen Fiasko des neuerlichen Versuchs, den Bundesparteitag der AfD durch Blockaden zu stören oder sogar zu verhindern, einmal über die Resultate der Aktivitäten der diversen »Bündnisse« nachzudenken, mit denen der linksliberale Idealismus des Status quo seit Jahren auf die Großveranstaltungen der AfD losgeht.

>Das Bündnis »Widersetzen« will das nicht tun: Seine Vertreter sprachen am Sonnabend trotzig von einem »Erfolg«. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass der AfD-Parteitag pünktlich begonnen hatte und die Delegierten vollzählig am Ort des Geschehens eingetroffen waren, war in einer Mitteilung zu lesen: »Das AfD-Verbot setzen wir heute auf der Straße durch.« Die Neigung, sich in die Tasche zu lügen, hat man bei »Widersetzen« gewiss nicht exklusiv. Aber die Behauptung, »die antifaschistische Bewegung« gehe »gestärkt aus diesem Tag« hervor, ist dann doch ein arges Fehlurteil, das zudem anzeigt, dass man entschlossen ist, den Kurs zu halten. Nächster Halt: die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

>Die Idee der Protestbündnisse – vom demonstrativ staatstragenden Flügel, der sich nicht an den Blockaden beteiligt, bis hin zu den Leuten, die durchaus ein linkes Selbstverständnis haben –, die AfD sei als Anomalie des bundesdeutschen Parteiensystems und als Gegensatz der bestehenden Ordnung schlechthin zu behandeln und deshalb zu »blockieren« und zu verbieten, war von Anfang an falsch. Sie wird zum politischen Verhängnis in einem Augenblick, in dem die Partei Aussichten hat, erstmals in einem Bundesland die Exekutive in die Hand zu bekommen. Diese Aussichten bestehen, weil ein seit Jahren ständig wachsender Teil der Bevölkerung dieses Landes den Status quo als Zumutung empfindet. Diese Politisierung geht auch deshalb nach rechts, weil es der politischen Rechten – nicht nur in Deutschland – gelungen ist, die eingerichtete Ordnung als Resultat der Herrschaft von »Linken« oder als schlechthin »links« zu verkaufen.

jungewelt.de
u/DialecticNovember17 — 2 months ago
▲ 65 r/HeissaPapa+1 crossposts

"Aber was ist jetzt deine Alternative?" Zum Zwecke der Kritik [theartistformerlyknownasfraus]

Kritik an falscher Schulkritik, Abteilung typische bürgerliche Einwände. In diesem Text geht es um die Frage nach Verbesserungsvorschlägen. Eine grundsätzliche Kritik an Schule ist ja schön und gut - aber irgendwas muss man doch machen können! Was daran verkehrt ist - und wieso diese Forderung eine Antikritik ist, darum geht es in diesem Text. Und den gibt es in besserer Lesbarkeit auch auf im substack. https://substack.com/@theartistformerlyknownasfraus/note/p-204589715

u/DonBeuteltier — 2 months ago
▲ 334 r/HeissaPapa+3 crossposts

Freerk Huisken: Erziehung im Kapitalismus, und die Staatliche Gründe für Schule

Ich habe Freerk Huiskens (der im Video) Buch "Erziehung im Kapitalismus" gelesen, und will nochmal wiedergeben, was der Staat sich von der Schule verspricht. Das mache ich in drei Abteilungen, nämlich:

- Selektionsfunktkion

- Volk- und Volksbildung

- Gute Gründe für den Staat

Kein Anspruch auf Vollständigkeit, habe es mit nur in einem anderen Kontext rausgeschrieben und wollte es noch teilen.

Nochmal kurz zu Freerk Huisken: Huisken ist ein ehemaliger und langjähriger Professor der Erziehungswissenschaften an der Uni Bremen, und ist nun primär Autor beim Gegenstandpunkt und vsa-Verlag.

  1. Abschnitt: Selektion

Schule hat das Ziel, Schüler:innen nach ihrer Leistung zu sortieren . Das ergibt sich aus den Erfordernissen des Arbeitsmarktes, der nun mal nur so und so viele hochqualifizierte und gut bezahlte Jobs zur Verfügung stellt, und deshalb nur einen gewissen Bedarf an Abiturient:innen und ergo Hochschulabgänger:innen hat. Der Rest muss sich eben mit Mindestlohnjobs zufriedengeben. Das Lehrpersonal ist dazu angehalten, eine Normalverteilung der Noten zu erreichen, sodass sowohl wenig gute und wenig schlechte Schüler:innen entstehen. Wenn es beispielsweise zu viele Gute Schüler:innen gibt, wird das Personal oder die Schule zurechtgewiesen. Hieran sieht man auch sehr schön, dass der Zweck nicht ist, Inhalte zu vermitteln. Dann wäre es ja niemals ein Problem, wenn es alle so gut verstanden hätten dass sie sich die 1 doch verdient haben! Oder eben so lange den Stoff durchzugehen bis ihn alle verstanden haben. Oder eben keine Prüfungen schreiben zu lassen für die man nur 2 Wochen Zeit hatte zu lernen, und den Stoff danach wieder vergessen darf usw. Daran sieht man , es ist gewollt da Schulverlierer zu produzieren, es gibt halt Bedarf an Leuten die nicht Jahrelang teure Schulbildung genossen haben und einen großen Bedarf an Niedriglohnjobs.

  1. Abschnitt Volkbildung und Volksbildung

Nun zur Bildung des Staatsbürgers. Die Schüler:in soll zu einem mündigen Teil der Gesellschaft erzogen werden, also zu einem Teil des Volkes. Dass dieses Volk auch erstmal gebildet und vom Staat geformt werden muss, und nicht einfach natürlich vorhanden ist, sollte klar sein, das sieht man ja ganz gut an Staatsgründungsprozessen, wie das Volk erstmal vom Staat definiert und homogenisiert werden muss(-te). Diese Homogenisierung und Formung des Staatsbürgerlichen Menschen, der den vom Staate definierten Eigenschaften XY zu entsprechen hat, ggf. eine bestimmte Religion oder Sprache oder spezifischen Normen zu entsprechen hat, all das ist der Staatliche Anspruch an die Schule. Hier bereitet der Staat die Schüler:Innen auf ihre geistige Identität als Glieder seines Volkskörpers vor. Sie dürfen und sollen lernen, dass ihre Zugehörigkeit zu diesem Sprach- und Kulturraum wichtiger ist als als ihre Zugehörigkeit zu einer Schicht oder Klasse, oder sonstiger Identitäten, wo sie sich zugehörig fühlen. Ihnen wird der Inhalt vermittelt, welcher ihnen abverlangt, sich überzeugt zu ihrer jeweiligen Nationalen Identität zu bekennen, welche der bürgerliche Nationalstaat dann mit seinen Gesetzen ganz praktisch ins Werk stellt. In modernen Nationalstaaten geschieht das logischerweise nicht mehr mit dem schnöden 20. Jahrhundert Nationalismus, sondern wie in Deutschland über Argumente wie der vermeintlichen Friedfertigkeit Deutschlands, seinem Verzicht auf Atomwaffen, seines gerechten Handels , seiner Erinnerungskultur, seinem Sozialwesen, der Freiheiten die es eingerichtet hat , die allg. Berufung auf westliche oder europäische Werte und und und. Dass diese Art der nationalistischen Volksbildung allgemein nicht als Nationalerziehung gilt, soll dabei nochmal besonders **für** Deutschland sprechen. Als Beisiel da nur kurz der Europa-Internationalismus, dem zufolge ja die Europäischen Völker ohne Hass und in Liebe zusammenrücken sollen, was natürlich nicht als deutsches Interesse an einer oder an **der** europäischen Führungsmacht gedeudet werden darf, sondern als Beweis gelten soll dass Deutschland endgültig aus seiner Geschichte gelernt hat, was natürlich dann für "uns" und "unser" Recht auf eine europäische Führungsposition spricht.

Der demokratische Staat von heute hat zudem ein Benutzungsinteresse an seinem Volk. Er

definiert dabei die Nützlichkeit umfassender und zugleich abstrakter als die Souveräne in vorbürgerlichen, zum Beispiel feudalen Gesellschaften. Da war es zum beispiel ja so, dass nur wenige gebildet waren, das Volk als Pöbel durfte mal als Kanonenfutter herhalten und mal als Abgabevieh, solange es nicht störte wurde es in Ruhe gelassen. Für gewisse militärische, klerikale oder bürokratische Sonderteile galt das natürlich nicht, die wurden dann aber auch gesondert gebildet.

Heute umfasst das Volk das gesamte Staatsvolk, mehr als nur formal. Das gesamte Volk soll das Volk des Staates sein, und damit auch für ihn da sein. Es gibt einen Anspruch des Staates auf den Bürger, auf seine gesellschaftsdienliche Benutzbarkeit! und das im allgemeinen, also vor jeder spezifischen Bestimmung dessen, was der Mensch dann mit seinem leben anfangen soll oder will.

Das wird dann auch mal eingefordert,wenn sich Teile des Volkes als nicht nützlich erweisen, also als nicht korrekt erzogen gelten. Dabei werden diese Teile dann im allgemeinen nicht abgesondert und ausgegrenzt, umgekehrt, es wird um poltischen und pädagogischen Korrekturbedarf gebeten.

Mit der ganzen Nationalerziehung will der Staat aber durchaus ein Bekenntnis **zu** ihm erreichen. Er will dass die angehenden Bürger sich mit ihm gleichsetzen, sich so richtig in seine Sorgen, Nöte und Pläne reindenken, natürlich abweichende Meinungen konstruktiv als Verbesserungsvorschlag einbringen, und letztendlich das persönliche Glück im Erfolg des Staates suchen.

Das Bekenntnis zu ihm soll natürlich keine bloße Deklamation sein, oder nur ein abstrakt-formales Bekenntnis zu einem Staatsideal sein. Das könnte ja aus Enttäuschung schnell ins Ungehorsam kippen. Das wäre zu riskant für das was der Staat sich unter einem vielseitig verwendbaren Staatsvolk vorstellt. Für effektiver wird eine Nationalerziehung erachtet, die von den **Systemwerten** ***überzeugen*** will und es der politischen Haltung des Einzelnen überantwortet, die Kluft zwischen den Vorstellungen von »Freiheit«, »Humanität«, »sozialem Miteinander« und, den ganzen Scherereien des Alltags durch positive Teilhabe und Mitverantwortung zu schließen. Kommen wir damit also fließend in meinen 3. Abschnitt: Gute Gründe für den Staat:

  1. Abschnitt: Gute Gründe für den Staat

Der Bürger im modernen Staat ist frei im doppelten Sinn, er ist frei über sich zu verfügen und (eben mehrheitlich) frei von den Mitteln zur Umsetzung seines Willens. Er ist also frei von einem unmittelbaren Zwang, welcher ihm jede Lebensentscheidung abnimmt, aber eben auch frei von den Mitteln zur Realisierung seines Interesses! Und gerade weil jedes Bedürfniss auf eben diese Schranken stößt, ist der freie Wille andauernd gezwungen sich zu entscheiden. Also gemeint ist hier ganz einfach die Abwägung der eigenen Interessen, weil die Mittel also zB. das zur Verfügung stehende Geld nun mal begrenzt sind. Deswegen soll man die Betätigung des freien Willens auch nicht gleichsetzen mit der erfolgreichen Realisierung von privaten Interessen. Zum Beispiel: Die regelmäßig sich einstellende Sortierung zwischen Erfolgreichen und Erfolglosen hat ihre Ursache nicht in fehlender Freiheit, oder ist ein Widerspruch zum freien Willen, sondern ist direkte Folge der gesellschaftlichen Verhältnissen, in denen der Bürger ganz frei seine zumeist recht bescheidenen Wünsche zu erfüllen versucht.

Zurück zu den Entscheidungen: Für diese ist es dann aus Sicht des Staates nötig, gute Gründe zu kennen bzw. zu lernen. Gute Gründe sind dabei nicht einfach die Interessen des Bürgers, wie etwa genug zu Essen, ein bisschen Freizeit, ein Dach über dem Kopf oder ein sicheres Leben zu haben. Aus der Sicht des Staates bzw. der Erziehungsanstalten gilt nur **das** Interesse als gut begründet, welches den privaten Inhalt des Interesses am Maßstab des gesellschaftlich Erlaubten relativiert. Der angehende Staatsbürger muss wissen, was er darf, was sich aus welchen gründen gehört, und was nicht. Beispiele dieser demokratischen Denke sieht man sehr schön an den aktuellen Protestbewegungen, Gewerkschaftskämpfen, oder auch an den Forderungen der Schulstreikbewegung. Jedes noch so elementare Interesse, wie zum Beispiel das Interesse nicht in den Krieg und potentiellen Tod geschickt zu werden, muss sich konstruktiv am allgemeinen Maßstab beweisen und blamieren, um eine Gültigkeit zu haben.

Zusammenfassend:

Huisken argumentiert, dass der Zweck der Schule nicht einfach nur der ist für ne gute Bildung der Schüler:innen zu sorgen. Vielmehr ist einmal der funktionale Gehalt der Schule die Selektion für den Arbeitsmarkt, und der ideologische Gehalt die Erziehung und Formung eines Volkes, welches seinen modernen Ansprüchen und seinem Benutzungsinteresses genügt. Der Bürger soll so erzogen werden, dass er sich als Teil des jeweiligen nationalen Kollektivs sieht, und er soll dann eben mit guten Gründen für dieses ausgestattet worden sein. Er soll

seinen freien Willen mündig und konstruktiv für das staatliche und nationale Wohlergehen einsetzen.

Aus, paraphrasiert, ergänzt von: [Freerk Huisken. Erziehung im Kapitalismus](https://www.vsa-verlag.de/nc/detail/artikel/erziehung-im-kapitalismus-1/)

u/DonBeuteltier — 2 months ago

Texte zum Thema Konstituierung/ Bildung des Staatsbürgers/ nationalem Bewusstsein in der Schule

Hallo! Ich suche gerade Texte die *Titel* zum Thema haben. Gerne vom GS, oder marxistische Paper oder ähnliches. Ich denke es gibt auch ein Kapitel in Freed Huiskens Buch dazu- Gibt es das irgendwie einzeln/ Verfügbar im Internet?

Großen Dank!

reddit.com
u/DonBeuteltier — 2 months ago
▲ 74 r/HeissaPapa+1 crossposts

Warum es ein Fehler ist bei der Linkspartei mitzumachen!

Warum es keine gute Idee ist bei der Linkspartei mitzumachen, wenn man an einer ernsthaften Kritik von Imperialismus, Krieg und Ausbeutung interessiert ist. Und warum auch dieser Parteitag so eine erwartbare Beschlusslage produziert hat ☝️

u/DonBeuteltier — 2 months ago