Wie viele Qualifikationen braucht man eigentlich, um einfach einen normalen Job zu haben?
Ich bin Anfang 30, habe einen akademischen Abschluss, mehrere Jahre Berufserfahrung und möchte mich beruflich neu orientieren.
Und langsam frage ich mich ernsthaft: Wie viele Qualifikationen soll man eigentlich noch erwerben, damit man auf dem Arbeitsmarkt irgendwann als ausreichend qualifiziert gilt?
Ich suche mittlerweile weder meinen „Traumjob“ noch die große Selbstverwirklichung. Ich hätte eigentlich nur gerne einen Job, von dem ich vernünftig leben kann, mit halbwegs normalen Arbeitszeiten, etwas Entwicklungsmöglichkeit und einem Arbeitsalltag, der nicht sämtliche Energie auffrisst.
Für meinen geplanten Branchenwechsel würde ich sogar noch einmal eine berufliche Weiterbildung machen. Wenn ich mir Stellenanzeigen anschaue, habe ich aber zunehmend das Gefühl, dass selbst das nicht reicht.
Bei Einstiegsstellen wird teilweise Berufserfahrung vorausgesetzt, die man als Quereinsteiger logischerweise nicht haben kann. Gleichzeitig sind manche Einstiegsgehälter so niedrig, dass ich mich frage, wie man davon als erwachsener Mensch mit eigener Wohnung vernünftig leben soll.
Was mich daran besonders frustriert: Ich habe eigentlich genau das gemacht, was einem jahrelang empfohlen wurde. Ausbildung, Studium, arbeiten, Berufserfahrung sammeln, Weiterbildungen machen, flexibel sein, notfalls noch einmal umlernen.
Und trotzdem hat man das Gefühl, dass die Ziellinie ständig weiter nach hinten verschoben wird.
Noch eine Qualifikation.
Noch ein Zertifikat.
Noch mehr Berufserfahrung.
Noch etwas niedrigere Gehaltsvorstellungen.
Noch etwas flexibler sein.
Dabei möchte ich eigentlich nur einen Job, der mein Leben finanziert, ohne mein Leben aufzufressen.
Geht es anderen ähnlich? Vor allem diejenigen, die mit Anfang/Mitte 30 noch einmal die Branche gewechselt haben: Seid ihr irgendwann an einem Punkt angekommen, an dem ihr dachtet: Okay. Jetzt reicht meine Qualifikation tatsächlich und ich kann einfach arbeiten und leben?