Gefühl der Befreitheit nach Bewerbung
Ich habe heute meine erste Bewerbung versendet. Das fühlt sich schon ohne Zusage oder einladung zu einem Bewerbungsgespräch nach einer Befreiung an.
Meine jetzige Firma hat sich stark verändert. Ich hab dort mittlerweile 6 Jahre Arbeit hinter mir und hab gesehen wie sich vieles verändert hat. Früher war mein Betrieb sehr darauf bedacht das Work-Life Balance eingehalten wird.
Die letzten zwei Jahre wurden wir aber immer mehr eingekürzt. Es hat angefangen mit "Urlaub von 5 oder mehr Tage muss einen monat früher gemeldet werden", bis hin zu keine Gleitzeit mehr, Jahreurlaub muss bis auf 3 Tage verplant sein und Überstunden dürfen nicht mehr abgebaut werden. Gleichzeitig ging unser Arbeitsvolumen und die Anforderungen immer höher. Es wurde verlangt Mehrarbeit zu leisten, sofort Gespräche wenn man eine Woche krank war und Zahlen Optimierung bis zur letzten Minute meines Arbeitstages.
Das alles hat mir schon aufgestoßen. Ich verdiene nicht die Welt aber das hab ich immer gut wegstecken können weil ich wusste, das ich im schlimmsten Fall am selben Tag noch kurzfristig Urlaub/Gleitzeit nehmen konnte und mein Tag nicht wirklich stressig war. Gleichzeitig war es mit Gleitzeit immer gut Urlaub auszugleichen, da ich nur 28 Tage Urlaub habe.
Aber durch die vielen Änderungen hab ich beschlossen meinen Betrieb zu verlassen. Anfangs hatte ich ein schlechtes gewissen. Vor vier Jahren haben sie mir einen freien Therapeuten bezahlt als ich depressiv war und ich meine Kollegen extrem schätze. Andererseits kann es nicht so weiter gehen. Der Sargnagel für meine Bewerbung war allerdings die 60 Cent Lohnerhöhung die uns als "Großzügig" verkauft wurde.
Und heute, heute hab ich mich beworben. Das hat sich nach Freiheit angefühlt. Ich hatte angst nie wieder aus meinem Betrieb zu gehen weil das meine Comfortzone war. Ich hab immer wieder ausreden dafür gefunden mich nicht wo anders zu bewerben. Und heute hab ich das endlich gemacht, und alleine die Bewerbung loszuschicken war für ein großer Erfolg.