



Nachdem wir uns vor ein paar Monaten hier mit den Broilers beschäftigt haben, geht es jetzt um den genauen Gegenentwurf. Bei Montreal ist ganz klar „für immer unentdeckt sein“ das Motto. Am Setting hat sich seit der Gründung 2003 wenig geändert. Gespielt wird poppiger Punk-Rock in Minimalbesetzung. Experimentiert wird selten. Abwechselnd singt einer, der andere macht die Chöre. Und Max Power, naja, der malträtiert dabei das Schlagzeug. Der Vergleich mit Die Ärzte liegt nahe, wird der Band aber überhaupt nicht gerecht.
Besonders stark sind Montreal, wenn sie in unter drei Minuten mit ausgereifter Beobachtungsgabe und intelligentem Story-Telling ganze Sozialstudien aufziehen („Am Achteck nichts Neues“, „Ihr Mieter / Feind“). Lovesongs gelingen meist ohne unnötigen Schmalz („Mädchen aus Berlin“, „Plädoyer für's bleiben“, „Vorbestimmung“, „Musik in meinen Ohren“) und Quatschköpfe wie Verschwörungstheoretiker bekommen auch regelmäßig ohne erhobenen Holzhammer eine verbraten („Dreieck und Auge“ oder witzigerweise auch wieder „Musik in meinen Ohren“).
Den triefenden Pathos von Broilers und Hosen sucht man hier vergeblich. Auch Klamauk-Songs wie „Neues aus der Hobbythek“, „Maurer“ und „Ubahnlinie 2“ bleiben zuverlässig über JBO- und SDP-Niveau. Weiterhin wird sich gerne mal an übermotivierten Musiker-Kollegen („Erzähl mir mehr“) und deren Elite-Fans („Wie kann man nur“) abgearbeitet. Und natürlich an Studenten.
Regelmäßig werden die Möglichkeiten der deutschen Sprache dabei vor Kreativität strotzend in allen Fassetten ausgereizt, um schöne Bilder im Kopf des Hörers zu zeichnen („Auf der faulen Haut“, „Primadonna und Primat“, „Ende der Ballonfahrt“, „Was ich will“).
Montreal können schnell, leicht und punkig („Richtig falsch“) definitiv besser als gesetzt und nachdenklich („Mein Korn“, „Der Eine und der Andere“, „Ganz allein“), weshalb diese Lieder zum Glück den kleinsten Teil ihrer Diskographie ausmachen. Auch geben einige wenige Kompositionen den unfreiwillig komischen Vibe von Kinderliedern („120 Sekunden“).
Live ist das Trio nach wie vor ein Erlebnis. Flammenwerfer, LED-Türme und sonstige Bauteile eines imposanten Bühnenbilds sucht man hier vergebens. Montreal-Konzerte sind schweißtreibend und energiegeladen, auch wenn vielleicht schon einmal zu oft das Steinwolke-Cover „Katharine, Katharine“ abgespult und Max Power zum gleichnamigen Song auf Händen zur Bar befördert wurde. Gerade in kleinen Clubs sollte man sie erlebt haben, wenn man mit der Musik ein bisschen was anfangen kann.
Auch wenn in Sachen Alben nach dem bisherigen Hoch „Schackilacki“ (2017) die beiden letzten Werke „Hier und heute nicht“ (2019) und vor allem „Am Achteck nichts Neues“ (2024) etwas schwächer gerieten, sehe ich die Band noch nicht am Zenit. Ich höre sie nach wie vor sehr gerne und wenn es nur dafür ist, um beim Pendeln eine kleine „Walkman Revolution“ zu starten.
Was meint ihr? Was verbindet ihr mit der Band oder ging sie bisher gänzlich an euch vorbei? Wenn ihr euch durch meinen Text motiviert fühlt, einmal reinzuhören, würde ich mich auch über erste Eindrücke freuen.
ist ein ausgefuchstes Plot Device. Es ist Talk of the Town auf der Konferenz und jeder in der Branche weiß Bescheid. Jeder, außer der Bernd, der die gesamten versicherungstechnischen Entwicklungen der letzten zehn Jahre verschlafen hat und wir Zuschauer.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
(Gedächtnisprotokoll)
Wie fandet ihr die Übertragungen?
Ich bin sehr angetan. Schade fand ich nur, dass Klopp und Müller (Trainingsstart in Kanada) im weiteren Turnierverlauf immer weniger zum Einsatz kamen. Hier wäre neben Hummels ggf. eine weitere 1A-Lösung, z. B. Ballack wie bei den letzten Turnieren oder gar ein Comeback von Scholl, wünschenswert.
Jan Henkel war wie immer klasse, seinen Analysen könnte man gerne noch mehr Sendezeit geben. Neben Wolff Fuss wäre noch eine weitere 1A-Lösung (Jonas Friedrich?) auf dem Kommentatorenposten wünschenswert. Auch sollte man den Sprechern häufiger Experten zur Seite stellen. Mit Robert Andrich hätte sich das Duo im weiteren Verlauf echt gut einspielen können, wenn er nicht auch trainieren hätte müssen.
Zu den weiteren Angeboten (Frühstücksfernsehen, Zusatzkanäle) kann ich nichts sagen, da ich diese nie geschaut habe. Oft hat man keine Zeit verloren, um in die Werbung (teils ziemliche shady Werbepartner) abzugeben. Ggf. ist das für die Refinanzierung von Rechten und so einer aufwändigen Produktion aber unbedingt erforderlich.
Insgesamt hat man sich toll präsentiert. Vielleicht greift die Telekom ja mal wieder nach den Bundesliga-Rechten. Hier wäre ein Coup zusammen mit RTL Deutschland / Sky ein interessantes Gedankenspiel. Man kooperiert ja bereits im Streaming. Ich würde das begrüßen.