Das Rauschen im Kopf
TW: Mentale Gesundheit, Suizidgedanken
Ich fühle mich einsam und alleine. So als würde das Leben an mir vorbeiziehen. Alle scheinen glücklich, lachen, geniessen Sommerabende mit Freunden während ich zu Hause sitze. Müde vom Leben, Müde vom Denken. Das Leben macht keinen Spass wenn einem die ganze Zeit Gedanken im Kopf herumschwirren. Gedanken die mich zerfressen, zersetzen und mir die Freunde und den Lebenswillen rauben. Die Gedanken vergleichen, zermürben und schreien mich an. Sie machen mich klein und alle anderen Gross. Das Leben scheint grau, leer und lustlos zu sein. Frage mich, was erlebe ich? Was fühle ich? Lebe ich?
Was ist leben? Was ist ist der Unterschied zum überleben? Wie fühlt sich Leben an, wenn es einfach nur schön ist. Ohne Hindernisse, ohne Schmerz, ohne Diagnose. Darf ich das mal testen? Nur so’n Bisschen.
Draussen scheint die Sonne und drinnen sitze ich mit laufenden Tränen. Verstehe nicht, wie ich weiterleben soll, wie ich weitermachen soll. Kann aber auch nicht Gehen, weil mich die Angst davon abhält zu gehen. Die Angst ist immer da, wie eine unsichtbarer Begleiter. Streichelt mir die Wangen, wischt mir die Tränen aus dem Gesicht und hält mich fest. Die Angst hält mich fest, schnürt mir die Luft ab und ich sitz einfach nur da und will schreien, aber raus kommt nichts.
Ich wünsch mir ein Buntes Leben, so wies’s mal war. Aber das alte Leben war auch nur ein Trugschluss. Unterwegs war ich tagtäglich, hier und da und überall, meist war die Flasche oder der Joint sowie andere Substanzen auch noch da. Seit die beiden Begleiter weg sind, wurde ich ruhiger und mein Kopf und mein Innenleben noch viel lauter. Es scheint mir immer besser zu gehen und manchmal ist das Leben schön. Doch leider bleibe ich nicht verschont, von diesen verdammten Tiefs. Diese Löcher aus Schmerz, Trauer und Verzweiflung. Warum kann’s nicht wieder wie früher sein? Als ich mich betäuben konnte und zumindest das Gefühl hatte, ich sei frei. Frei von Sorgen, frei von Morgen.