Angst mich dumm im Praktikum anzustellen
Hallo zusammen,
vielleicht haben einige schon meinen letzen Post gesehen.
ich mache aktuell ein dreimonatiges Praktikum in einer Kita bei den ganz kleinen Kindern (U3) und merke gerade, dass ich mich ziemlich stark verunsichere und alles zerdenke. Ich bin erst seit wenigen Tagen dort, habe aber schon das Gefühl, mich teilweise etwas dumm anzustellen. Gleichzeitig habe ich große Angst, wie ein „zusätzliches Kind“ zu wirken und nicht wie eine erwachsene Praktikantin, die eine Hilfe für die Erzieherinnen ist.
Ich bin nicht komplett unerfahren mit Kindern. Ich bin schon seit mehreren Jahren in der Kinder- und Jugendarbeit tätig und war auch schon einmal in einem Kindergarten. Mit so kleinen Kindern hatte ich vorher allerdings kaum Erfahrung. Ich komme besser mit U3 kindern zurecht.
Mein erster Tag lief eigentlich besser, als ich erwartet hatte. Ich habe mich zunächst etwas zurückgehalten, selbst gespielt und die Kinder von sich aus auf mich zukommen lassen. Sehr schnell saßen dann mehrere Kinder bei mir, wollten vorgelesen bekommen oder mit mir spielen. Ich habe also eigentlich schon das Gefühl, dass ich einen guten Zugang zu den Kindern bekomme.
Trotzdem sind mir seitdem einige kleine Dinge passiert, die ich ständig im Kopf wiederhole.
Zum Beispiel wusste ich nicht genau, wo die Jacken hingehören. Ich habe die Jacke eines Kindes nach dem Ausziehen über einen Stuhl gehängt und wurde darauf hingewiesen, dass sie in die Garderobe gehört.
Beim Mittagessen habe ich einmal nur die Lätzchen geholt und die Waschlappen vergessen. Das hat dann später eine Erzieherin gemacht.
Beim Essen sollte ich ein Mädchen füttern. Sie hat aber selbst nach einem Löffel gegriffen und ich habe sie einmal selbst probieren lassen. Dabei ist Joghurt heruntergefallen und die Erzieherin meinte, ich solle sie lieber füttern.
Beim Schlafen ist mir außerdem nicht aufgefallen, dass ein Mädchen ihren Teddy nicht hatte. Die Erzieherinnen haben das bemerkt und eine sagte dann sinngemäß: „Ich kann ja auch nicht immer an alles alleine denken.“ Ich hatte sofort Angst, dass sie damit vielleicht mich meinte.
Auch beim Staubsaugen hatte ich heute Probleme, weil ich nicht richtig wusste, wie der Staubsauger einrastet.
Ich versuche immer zu helfen, mache dann aber irgendwas falsch oder werde nochmal auf etwas hingewiesen.
Eigentlich sind das alles Kleinigkeiten und teilweise Dinge, die ich vorher einfach noch nicht wissen konnte. Aber ich fasse innerlich mittlerweile alles zusammen und denke: „So viele Sachen in so kurzer Zeit – die denken bestimmt, ich kann gar nichts.“
Ich habe dadurch manchmal wirklich das Gefühl, mich ziemlich dumm anzustellen und nicht so kompetent zu wirken, wie ich gerne wirken würde. Gleichzeitig versuche ich aber immer, wenn mir etwas gezeigt oder gesagt wird, es mir zu merken und es beim nächsten Mal besser zu machen. Ich möchte also nicht einfach dieselben Fehler immer wieder machen.
Die Erzieher sind eigentlich mega nett und meinten auch schon mal man merkt, dass es mir mit den Kindern Spaß macht aber trotzdem.
Dazu kommt noch, dass ich mich direkt erkältet hab und deswegen auch manchmal ein bisschen durcheinander/ schlapp bin
Ich helfe beim Aufräumen, biete mich für Aufgaben an, mein Handy ist während der Arbeitszeit immer im Schrank und ich versuche wirklich aufmerksam zu sein. Die Kinder kommen häufig von selbst zu mir und ich habe das Gefühl, dass sie mich mögen.
Trotzdem habe ich gerade Angst, dass die Erzieherinnen vielleicht denken: „Warum kann sie das nicht?“ oder dass ich eher wie ein zusätzliches Kind wirke, um das sie sich auch noch kümmern müssen.
Vielleicht mache ich mir aber auch einfach viel zu viele Gedanken. 😅
Ich möchte deshalb morgen meine Anleitung einmal ganz offen fragen, was ich noch verbessern kann und ob sie mit meiner bisherigen Arbeit zufrieden ist. Ich glaube, eine ehrliche Rückmeldung würde mir vielleicht helfen, nicht ständig selbst zu interpretieren, was die anderen von mir denken.
Wie würdet ihr das als Erzieher/innen oder erfahrene Praktikant/innen einschätzen? Sind solche kleinen Fehler und Unsicherheiten am Anfang völlig normal? Und vor allem: Wie kann ich lernen, mich nicht wegen jeder Kleinigkeit so verrückt zu machen und ständig darüber nachzudenken, was die Erzieherinnen wohl von mir denken?
Ich möchte das Praktikum wirklich genießen und etwas lernen, statt jeden Abend meinen ganzen Tag im Kopf durchzugehen.