Die Menschen wollen weniger arbeiten, die ausufernden Kosten diktieren aber immer mehr Arbeit - wie passt das zusammen?
Niemand, absolut niemand den ich kenne, kann sich vorstellen, bis zum Rentenalter zu arbeiten. Egal ob der Job leicht oder schwer, es 20 oder 40 Wochenstunden sind, die Menschen 25 oder 55 sind - alle sagen sie mir, dass sie spätestens mit 60 aufhören wollen zu arbeiten. Wenn überhaupt so lange.
Und alle würden sie, wenn sie es finanziell könnten, auch sofort gerne ihre Stunden reduzieren und mehr Freizeit haben.
Demgegenüber sagt die Finanzlage der Rentenversicherung, dass die Menschen länger, länger, länger und noch länger arbeiten müssen, und zwar am besten sowohl in Bezug auf die Lebensjahre als auch in Bezug auf die Wochenstunden, damit mehr Geld reinkommt und weniger rausgeht.
Die Politiker, die letztlich ja für die Festlegung der Rahmenbedingungen zu Verwaltung und Verwendung des Geldes zuständig sind, können also gar nicht anders, als immer wieder daran zu arbeiten, dass genau diese Gedanken zu mehr und längerer Arbeit umgesetzt werden.
Die Bevölkerung wiederum setzt dem einen riesigen Shitstorm entgegen, eben weil niemand mehr arbeiten will, sondern alle gerne weniger.
Warum setzt hier quasi keine Partei den Volkswillen konsequent um und sichert sich so die Stimmen der breiten Masse?
Klar kann keine seriöse Partei Geld verschenken, aber es wäre ja eine andere Prioritätensetzung und somit eine Umverteilung möglich.